Zoologischer Bewegungsspielplatz im Tierpark + Fossilium Bochum – Ein Spielabenteuer der besonderen Art

Zoologischer Bewegungsspielplatz im Tierpark + Fossilium Bochum –  Ein Spielabenteuer der besonderen Art

Im Juni 2016 wurde der Spielplatz auf einer Fläche von 1.000 m² eröffnet und hat sich über Nacht zu einem wahren Besuchermagneten entwickelt. „Wir blicken auf 2016 als das erfolgreichste Jahr der fast 85-jährigen Geschichte des Tierparks zurück. Erstmalig haben wir die 300.000 Besuchergrenze überschritten. Mit seiner besonderen zoopädagogischen Konzeption und seinen aufregenden, liebevoll gestalteten Spielgeräten trug der Zoologische Bewegungsspielplatz maßgeblich zu dem beachtlichen Besucherrekord bei“, berichtet Zoodirektor Ralf Slabik stolz. Auch im neuen Jahr schreibt der Tierpark diese Erfolgsgeschichte weiter, denn der Spielplatz bleibt ein Besuchermagnet für den beliebten Familienzoo. Baulich gesehen reiht sich das Großprojekt somit in eine Folge weiterer erfolgreicher Modernisierungsmaßnahmen ein, die in den vergangenen Jahren die Attraktivität des Tierparks gesteigert haben.

Im Ballungsraum Ruhrgebiet gehören die zunehmende Naturentfremdung, Bewegungsmangel und motorische Defizite vieler Kinder zu einem der größten Probleme, dem die Zooschule des Tierparks + Fossilium Bochum mit einem disziplinübergreifenden Konzept entgegen wirken möchte. Zooschulleiterin Kerstin Schulze erklärt: „Jedes Spielplatzelement trägt zum spielerischen Lernen und Entdecken bei und fördert gleichzeitig die motorischen, sozialen, emotionalen und kognitiven Fähigkeiten von Kindern in unterschiedlichsten Altersstufen“.

Ein wichtiger Bestandteil des Zoologischen Bewegungsspielplatzes sind eingegliederte, zoologische Motto-Stationen wie, „Ich kann rutschen wie ein Pinguin, kriechen wie eine Schlange oder klettern wie ein Affe“. Diese laden die Kinder dazu ein, die tierischen Bewohner des Tierparks nachzuahmen, ihre eigenen Fertigkeiten zu testen, zu verbessern und diese mit denen der Tiere zu vergleichen. Dieser Aspekt wird durch die in den Spielplatz integrierten Tieranlagen von Seychellen-Riesenschildkröten und Keas verstärkt, die eine besondere Begegnungsmöglichkeit zwischen Mensch und Tier ermöglichen. Biologische Vielfalt wird somit spielerisch erlebt und die Wichtigkeit der Erhaltung der Biodiversität unserer Erde erfahrbar gemacht.

Das Projekt „Zoologischer Bewegungsspielplatz“ stellt eine inhaltliche Weiterentwicklung der zoopädagogischen Arbeit des Tierparks dar, da hier neue Lernmethoden entstehen, die den Kindern ein ganzheitliches Lernen auf der Basis des eigenen, spielerischen Handelns ermöglichen und die Tierwelt aus einer neuen Perspektive erlebbar machen. Es werden ebenso Bereiche angeboten, in denen das Verweilen und Beobachten sowie das entspannte Spielen und Eintauchen in eine ganz eigene Kinderwelt möglich werden. Somit ist der „Zoologische Bewegungsspielplatz“ ein geeigneter Ort, an dem verschiedene Generationen zusammengeführt werden. Spannende Erlebnisbereiche werden gemeinsam entdeckt, denn Bewegung, Spiel und Kommunikation sind für Menschen jeden Alters lebenswichtige Alltagsinhalte. Gleichzeitig beziehen barrierefreie Bereiche auch Personen mit Handicap mit ein, sodass die Spielanlage auch als Begegnungsstätte im Sinne eines inklusiven Miteinanders genutzt wird.

Zu den Besonderheiten des Spielplatzes gehören unter anderem eine Dschungelburg aus exotischen Urwaldpflanzen und Netzen, die den Mittelpunkt des gesamten Komplexes bildet. Über verschiedenartige Brückenkonstruktionen sowie Hangel- und Kletterstrecken können sich Kinder auf eine aufregende Erkundungstour zu drei großen Aussichtstürmen begeben. Eine lange Röhrenrutsche lädt zu einer rasanten Fahrt zurück zum Boden ein.

Ein weiteres Highlight sind die beiden Sandspielbereiche „Orientalischer Markt“ und „Wüstenbaustelle“. Die Kulisse eines arabischen Basars lädt zu Rollenspielen ein. Ein im Sand vergrabenes Dinosaurierskelett stellt den thematischen Zusammenhang zum nahegelegenen Fossilium im Aquarien- und Terrarienhaus her. Die „Wüstenbaustelle“ ist speziell für die Unter-Dreijährigen konzipiert. Alle Bauteile sind auf die Bedürfnisse und Möglichkeiten dieser Altersgruppe zugeschnitten. Die beiden Sandspielbereiche werden von einer langen Brücke – dem Turtle-Pfad - überquert. Eine schwankende Hängebrücke führt die Besucher zu einer Aussichtsplattform, die einen beeindruckenden Überblick über die Anlage der Seychellen-Riesenschildkröten bietet.

Im östlichen Abschnitt des Spielareals wurde ein Fischerdorf errichtet. Aus farbigem Gummigranulat ist hier eine Wasserlandschaft entstanden, aus der Pfahlbauten ragen, die durch abenteuerliche Wegekonstruktionen verbunden sind: So müssen Netze, schmale Äste, schlangenförmige Taue sowie ein großer Schlangenkopf überwunden werden, um ans Ziel zu gelangen. Ebenfalls auf dieser Fläche liegt der Eingang zu einer einmaligen Erlebnishöhle. Der aus Spritzbeton erstellte, Iglu-förmige Bau erinnert an eine Hobbit-Höhle und steht inmitten der neuen Anlage der Keas. Ein großes Panoramafenster wird einen besonderen Einblick in die Voliere der neuseeländischen Papageienvögel bieten, die in Kürze dort einziehen werden. Interaktive Lernstationen vermitteln Spannendes zu den intelligenten und verspielten Vögeln sowie zu weiteren beeindruckenden Vertretern der neuseeländischen Tierwelt.

Die Planung des Spielplatzes begann bereits 2014. Auf einer Fläche von 1.000 m² ist eine Fantasie-Spielplatzwelt entstanden, die große und kleine Kinder begeistert. Verwirklicht wurde der Bau von der Bietergemeinschaft Spielart GmbH, Laucha; X-Move GmbH, Stockstadt a.M. und Proelan, Bochum. Hauptsponsor des 650.000 Euro-Projekts ist die Sparkasse Bochum. Sie steuerte insgesamt 411.000 Euro hinzu. 122.000 Euro dieser Spendensumme stammten aus den Zweckerträgen der Sparlotterie der Sparkassen. Mit einer Spende von 239.000 Euro wurde das Projekt außerdem durch den Schullandheimverein - Stadtverband Bochum e.V. gefördert. Nach dem Verkauf des Schullandheims in Winterberg vor drei Jahren beschloss der Vorstand, den Erlös einem gemeinnützigen Zweck zukommen zu lassen.

 

Weiteres: www.tierpark-bochum.de

 

Foto: C. Hoppe, TPBO

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