Natürlich Nagold

Mehr als eine Million Besucher, 20.000 verkaufte Dauerkarten, ein phänomenales Sponsoring-Aufkommen und eine bunt gemischte Publikumsstruktur kann die Nagolder Landesgartenschau an ihrem Ende vorweisen. Und tolle Spielareale.

Natürlich Nagold

Aufgrund des bestehenden Höhenunterschiedes von ca. 2,20 Meter vom unteren zum oberen Niveau am „Altensteigerle“-Weg auf der ehem. Bahntrasse bot sich eine arenaartige Gestaltung mit einem äußeren, von oben nach unten auslaufenden Spielhang und einer innen liegenden zentralen Sandspielfläche an. Der Hang wurde gegenüber dem ums Oval geführten barrierefreien Fußweg um ca. 0,60 - 1,20 Meter angehoben, so dass ein Wall mit bepflanzter Außen- und bespielbarer Innenseite entstand. Vom Hauptweg aus führt ein von Gabionen gefasster Hohlweg in den Innenbereich, der gegenüber dem Waldachuferweg um ca. 30 cm abgesenkt wird. Auf diese Weise entstand eine großzügige Rasenterrasse zum Uferweg, die als Aufenthalts-bereich genutzt werden kann.

Am südlichen Teil des Walles wurden verschiedene Aufstiegsmöglichkeiten angelegt, die den Höhen-unterschied spielerisch überwinden. Von der Wallkrone aus erfolgt der Einstieg in eine multifunktionale Kletterlandschaft aus naturgewachsenen Stangenhölzern mit Ausguck, Kletterseilen, Reckstangen, Schaukeln u.v.a.

Um sich vor der dominierenden Gestalt der angrenzenden Viaduktbögen zu behaupten, wurde mit dem großen Rutschenturm auf der Hügelkuppe eine markante Figur gesetzt. Die Höhe dieses Turms, der weite Ausblick, das Kriechen in luftiger Höhe durch einen Gittertunnel sowie das Rutscherlebnis durch zwei lange Röhrenrutschen von 4,30 und 6,20 Meter Höhe über der Sandspielebene sind hier die Hauptattraktionen. Die insgesamt fünf Spielebenen des Turms sind innen durch Leitern verbunden. Über den außen an der Fassade befestigten halbkreisförmigen Edelstahl-Gittertunnel kann auch außen von einer Ebene in eine andere geklettert werden. Der Weg auf dem Hügel führt über eine Rampe und eine Leiter direkt durch den Turm hindurch und in diesen hinein. Von der Sandspielebene erreicht man das unterste Spielpodest über ein schräges Netz, das direkt über der Böschung auf das unterste Spielpodest führt.

Im Gegensatz zum großen Rutschenturm mit seiner relativ geringen Beziehung zur Sandspielebene, befindet sich die kleinere Spielkombination mit Brücken- und Stegverbindung zum Hügelweg direkt in der Sandfläche. Sie ist mehr für Kleinkinder gedacht, mit Spielangeboten für das Sandspiel (mit Sandkran, Sandsieb etc.), Doppelrutsche, Netzbrücke, Rampe, sowie einer Höhle zwischen der mittleren und oberen Spielebene. Die die Sandspielfläche begrenzende Böschung, insbesondere im südlichen Bereich, bietet gute Voraus-setzungen für weitere Kletterangebote. Hier wurde eine kombinierte Kletterrampe mit Halteseil, Klettergriffen und Tritthölzern sowie eine Kletterleiter mit schräg aufliegenden Sprossen über der Böschung angebracht. Ein Matschbereich, der durch eine Schwengelpumpe und einen Wasserspender gespeist wird, ergänzt das Spielangebot.

Der nördliche, niedrigere Teil des Walles wurde mit geschlossenen Gehölzblöcken dicht bepflanzt, zwischen denen kleine Gänge aus Holzhäckselbelag geführt werden (Versteckspiel u.a.). Zum Sandbereich hin wird dieser Bereich durch einen gepflasterten Weg mit Sitzbänken gefasst, der den Hohlweg mit einem Baumplatz am Waldachuferweg verbindet und damit den Spielplatz erschließt. Von dem Plätzchen aus ist über Steinsetzungen in der Uferböschung auch ein Zugang zur renaturierten Waldach möglich.

Der Entwurf des Spielplatzes stammt von Stefan Fromm, Freier Landschaftsarchitekt BDLA. Entwurf und Planung: Spielgeräte: Spielgeräte Parkbauten, Dipl.-Ing. Norbert Schwarz, zusammen mit Stefan Fromm, Freier Landschaftsarchitekt BDLA. Ausführung und Einbau Spielgeräte: Fa. FHS Holztechnik GmbH. Ausführung Spielanlage: Fa. Gartenbau Stier GmbH & Co. KG.

Sparkassen-Erlebnispark im Stadtpark Kleb

Der Spielplatz („Sparkassen-Erlebnispark“) im neu gestalteten Stadtpark Kleb markiert das nördliche Ende der Parkanlage und stellt das Pendant zur Minigolfanlage auf der gegenüber liegenden Seite dar. Zwischen diesen beiden mit intensiven Freizeitnutzungen belegten „Polen“ liegt die Veranstaltungswiese als große, freie räumliche Mitte. Wie der Minigolfanlage ist auch dem Spielplatz ein Pavillon zugeordnet, der neben einer öffentlichen WC-Anlage auch überdachte Aufenthaltsmöglichkeiten bietet. Für die Dauer der Gartenschau steht hier ein temporäres gastronomisches Angebot zur Verfügung. Um eine möglichst gute Besonnung zu erreichen, wurde der Spielplatz nach Süden in den Park hinein und damit aus dem Schatten des angrenzenden Schlossberges geschoben.

Bei der Planung des Kinderspielbereiches wurden die Ergebnisse der von der Stadt Nagold durchgeführten Spielplatzbörse mit zahlreichen Schulen und Kindergärten aus der ganzen Stadt bestmöglich berücksichtigt. Die Gestaltung der großzügig konzipierten Spiellandschaft nimmt die im gesamten Stadtpark angelegte Längsstrukturierung auf, um die Durchlässigkeit des Talraumes der Nagold zu gewährleisten. Die Gestaltung basiert auf polygonalen Elementen in Form von Hügeln, Spielbereichen und Erschließungsflächen. Diese Elemente springen über den Querweg zwischen Schlossbergterrasse und Nagoldufer hinweg, so dass der Weg nicht zur Trenn-, sonder zur Verbindungslinie wird und eine gestalterische Einheit des gesamten Bereichs entsteht.

Nördlich des Weges liegt der Kleinkinderspielbereich in direkter Zuordnung zum Pavillon und dem kleinen Plätzchen mit Sitzmöglichkeiten unter Bäumen. Zentrales Element ist ein Sandspielbereich mit Vogelnest-schaukel, Wackeltulpen, Wipptierchen, Sandbagger und einem Matschbereich. Auf einem westlich ange-ordneten bis zu 1,00 Meter hohen Hügel entstanden ein Holzspielhaus und eine Kleinkinderrutsche. In einer östlich gelegenen, ca. 20 cm tiefer liegenden Kiesfläche „schwimmen“ zwei kleine Segelboote, die an Ketten hin- und her bewegt werden können. Ein großzügiges Holzdeck, begleitet von Fitnessgeräten für alle Generationen bildet die Klammer zum südlichen Bereich mit verschiedenen Spielmöglichkeiten v. a. für größere Kinder. Hier wurden zwei Themen konzeptionell aufgenommen, die sich aus dem Ortsbezug des Spielplatzes ergeben: Die Burgruine Hohennagold und die historische Flößerei auf den beiden Flüssen Waldach und Nagold.

Auf einem bis zu 1,60 Meter hohen Hügel sitzt ein an die Burg erinnernder Spielturm, von dem aus eine große Tunnelrutsche nach unten führt. Richtung Nagold liegt ein großer Kiesbereich in dem zwei Flöße mit verschiedenen Spielmöglichkeiten „schwimmen“. Dazwischen befindet sich ein großer zentraler Sandspiel-bereich mit einem multifunktionalen „Kletterstruktur“ und weiteren attraktiven Spielangeboten, wie z.B. einer hohe Zweifachschaukel, einem Doppelten Hängesitz und Balanceklötzen.

Zum Querweg hin liegt der um ca. 20 cm abgesenkte Wasserspielbereich, der vom Burghügel aus über einen Wasserlauf mit (Frischwasser-) Pumpe, Wasserrad und Stauwehren gespeist wird. In der mit Pflaster und Steinen befestigten Fläche steht der „Wasserwald“ - drei hohe Stangen, aus denen Wasser in unter-schiedlicher Weise herausspritzt. Das Wasser fließt über einen Überlauf in eine mit Muschelkalkblöcken gefasste Abflussrinne, die das Wasser aus den Kalktuffquellen am Schlossberg offen zur Nagold abführt.

Zum Uferweg hin bietet eine kleine, an einem weiteren Hügel (Höhe ca. 1,20 m) angeordnete Sitzstufenanlage Aufenthaltsmöglichkeiten, wie auch die im gesamten Bereich verteilten Sitzbänke.

Der Entwurf des Spielplatz satmmt von Stefan Fromm, Freier Landschaftsarchitekt BDLA. Entwurf und Planung Spielgeräte: Fa. Richter Spielgeräte GmbH, zusammen mit Stefan Fromm, Freier Landschaftsarchitekt BDLA. Ausführung Spielgeräte: Fa. Richter Spielgeräte GmbH, Fa. Kinderland Emsland Spielgeräte (Wackeltulpen). Einbau Spielgeräte: Fa. Eckhart Herrmann, Fa. Werner GmbH Garten- und Landschaftsbau. Ausführung Spielanlage: Fa. Werner GmbH Garten- und Landschaftsbau.

 

Text- und Bildmaterial:

Stefan Fromm, Dipl.-Ing.
Freier Landschaftsarchitekt BDLA
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