Magdeburg – Bewegung an der Elbe

Magdeburg – Bewegung an der Elbe

Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper eröffnete gemeinsam mit rund 150 Kindern den neuen Spielplatz am Aussichtsturm im Stadtpark Rotehorn. Es ist der 129. Spielplatz in Magdeburg und ein ganz besonderer noch dazu. Denn hier haben Kinder und Jugendliche unter dem Motto "Magdeburg – Stadt an der Elbe" ihre Ideen und Vorstellungen bei der Gestaltung mit einfließen lassen. Herausgekommen ist eine fantasievolle Elbelandschaft, die sich auch der Welt der Sagen widmet, genauer der "Rotehorn-Sage". Und weil der neue Spielplatz auch wie eine Art Kulisse für diese besondere Sage gebaut worden ist, führten anlässlich der Eröffnung die Kinder der Grundschule "Am Glacis" die geheimnisvolle und auch etwas tragische Liebesgeschichte vom misstrauischen Ritter Willfried und Elwine, der Herrscherin der Elbe, als kleines Theaterstück auf. Mit einem großen Kinderfest wurde der Spielplatz unter dem Motto Magdeburg – Stadt an der Elbe“ an die großen und kleinen Magdeburger feierlich übergeben. Realisiert wurde das Spielareal vom Spielplatzgeräte-Hersteller spielart GmbH.
Im Stadtpark Rotehorn ist eine eindrucksvolle Spiel- und Freizeitfläche entstanden. Die Kosten für den Bau des Abenteuergeländes betrugen rund 500.000 Euro. „Dieser Spielplatz
ist nicht nur für einen Stadtteil, sondern für die ganze Stadt gedacht", betonte OB Trümper bei seiner Ansprache. „Eine halbe Million Euro ist dieser Spielplatz wert. Wollen wir gemeinsam darauf achten, dass er auch in drei Jahren noch so schön ist wie heute", sagte er.
Ziel der Planung für den Spielplatz am Aussichtsturm war es, eine Spielfläche mit überregionaler Bedeutung zu schaffen. Außerdem stellte sich im Vorfeld der Planung die Frage, auf welche Art und Weise im „grünen Zentrum“ der Stadt ein Spielplatz mit thematischem Bezug zur Ottostadt umgesetzt werden kann. Zudem sollte die Spiel- und Freizeitfläche einen integrativen Anspruch verfolgen und generationsübergreifende Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung liefern.

„Seit ungefähr sieben Jahren beziehen wir Kinder und Jugendliche mit ein, wenn es darum geht, einen neuen Spielplatz zu planen. Jeder Spielplatz bekommt dann auch sein eigenes Thema", berichtete Simone Andruscheck, Betriebsleiterin Stadtgarten und Friedhöfe. So arbeiten auch Jugendliche bei der Gestaltung der neuen Skaterbahn im Stadtpark mit. Mit diesem Konzept macht die Betriebsleiterin nur positive Erfahrungen. „Nicht nur dass die Spielplätze fantasievoller und schöner werden, auch mit Vandalismus und Graffiti-Schmierereien haben wir kaum noch Probleme. Ich denke, das hat etwas damit zu tun.“

Unter dem Motto „Magdeburg – Stadt an der Elbe“ waren drei Kategorien entwickelt
worden, die in die Gestaltung einfließen sollten: Elblandschaften/ Flusslandschaften/heimische Tier und Pflanzenwelt, Transport/Binnenschifffahrt und die Rotehornsage als Legende zur Namensgebung des Parks waren die Anhaltspunkte, mit denen die Planer aus
dem Eigenbetrieb Stadtgarten und Friedhöfe (SFM) Kinder in Schulen und Kindertageseinrichtungen zum Malen und Basteln ihrer Wünsche animierten. Die auf Basis der Zeichnungen und Modelle gewonnenen Vorstellungen konnten in die Ausschreibung der Spielgeräte und somit
n den Wettbewerb der Spielgerätehersteller einfließen.

Bei der Ideensammlung beteiligten sich Kinder und Jugendliche folgender Einrichtungen: das Hegelgymnasium, der Hort der Grundschule "Am Elbdamm", die Sonderschule "Am Wasserfall",
die Kindertageseinrichtung Mandala, das Evangelische Schulkinderhaus Hegelstraße, das Familienhaus Magdeburg e.V. und die Grundschule "Am Glacis". Ergänzend ist zu erwähnen, dass die Idee zum Bau des Spielplatzes im Stadtpark aus der Spielplatzflächenkonzeption 2010-2015 (2025) der Landeshauptstadt Magdeburg hervorging. Hier stellte sich der Bereich im Stadtpark als eine zentrale Fläche mit überregionalem, touristischem Potential dar. Zudem gab es im Stadtpark
nur eine weitere Spiel- und Freizeitfläche am Fort XII/ Jägerhütte, sodass durch die Spielplatzflächenkonzeption ein ausgeprägter Bedarf ermittelt werden konnte.

Die große Besonderheit des Spielplatzes „Am Aussichtsturm“ besteht darin, dass sich die Spiel- und Freizeitfläche in eine historische, denkmalgeschützte Parkanlage einfügt. Der Stadtpark Rotehorn wurde 1871 zunächst auf 25 Hektar geplant und von Gartendirektor Paul Niemeyer gestaltet.
Ende der 1890er Jahre wurde ein weiterer Teil, die Elbinsel nahe der Alten Elbe, von Gartendirektor Johann Gottlieb Schoch zu einer Parkanlage ausgebaut. Heute umfasst die historische Parkanlage eine Fläche von rund 200 Hektar und ist somit der größte Park der Landeshauptstadt.

Die Spiel- und Freizeitfläche verfolgt einen integrativen Anspruch und bietet mit ihren verschiedenen Bereichen Betätigungsmöglichkeiten für unterschiedliche Altersgruppen. So ist beispielweise die „Biberburg“ für Kinder zwischen drei und sechs Jahren gedacht. Der Elbschlepper „Rotehorn“ sowie die sich darauf befindende Matschanlage sind barrierefrei mit dem Rollstuhl zu befahren. Ein weiterer Bereich ist mit Outdoor-Fitnessgeräten versehen, die Senioren und Erwachsene zur körperlichen Betätigung animieren sollen. Außerdem ist die Spiel- und Freizeitfläche mit zwei Tischtennisplatten und verschiedenen Brettspieltischen ausgestattet.

Aufgrund seiner zentralen Lage repräsentiert die Spiel- und Freizeitfläche die Ottostadt Magdeburg. Die Planung wurde durch den Eigenbetrieb Stadtgarten und Friedhöfe Magdeburg realisiert.
Fotos: SFM (Eigenbetrieb Stadtgarten
und Friedhöfe Magdeburg) /// Spielart GmbH
 

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