Innovation bei Sportplatzbelägen

Innovation bei Sportplatzbelägen

Wer kennt das nicht: Fußball auf dem Tennenspielfeld - die häufig staubtrockenen, harten Plätze sind bei Spielern selten beliebt. Sie würden wohl eher zum Kunstrasenfeld mit elastischem Füllstoff für besseren Kraftabbau tendieren, aber diese Plätze sind in der Anschaffung wesentlich teurer. Der Bau eines Kunstrasenfussballspielfeldes mit elastischer Tragschicht und verfülltem Rasen kostet etwa 60 €/m2 (375.000 €), ein Tennenspielfeld nur rund 26 €/m2 (163.000 €)– eine zu große Differenz für viele Kommunen und Fußballvereine.

Eine Alternative zum Tennen- oder Kunstrasenspielfeld ist syntex-ground, ein neuer Sportbelag aus Feinsand, Vlieshäckseln und Polypropylenfasern, den die Dold Sportflächen GmbH aus Hardt im Schwarzwald entwickelt hat. Die Eigenschaften von syntex ground wurden vom Ingenieurbüro und Prüfinstitut Münster (MPI) in Berglen-Öschelbronn untersucht. Der Schichtenaufbau des Spielfeldes entspricht dem eines Tennenplatzes, wobei anstatt der Tennendecke das Feinsand-Vliesgemisch aufgetragen wird. Der Feinsand ist stark kantengerundet, was ein Verzahnen der Sandkörner untereinander reduziert, so dass die Sandschicht auch ohne häufige Pflegemaßnahmen locker bleibt. Hier werden hohe Scherfestigkeit und lockerer Sand vereint, damit ein Belag mit hoher Elastizität entsteht.
Das MPI untersuchte den Belag im Vergleich mit einem Tennenspielfeld genauer: „Die höhere Elastizität des syntex®-ground Spielfelds war zweifelsfrei spürbar“, sagt Marko Münster, ein von der IHK Stuttgart öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Sport-, Golf- und Reitplatzbau. In seinem Gutachten stellt er fest, dass der der Kraftabbau bei sechs durchgeführten Messungen im Mittel bei 33,1 % liegt, während Kraftabbaumessungen auf dem Tennenspielfeld Werte von im Mittel 15,6 % ergaben. Auch in Sachen Wasserdurchlässigkeit zeigt sich syntex-ground überlegen: Die
Wasserdurchlässigkeit des Sandbelages liegt um ca. das 20-fache über der Mindestanforderung an Tennenbeläge nach DIN 18035-5 und die Wasserspeicherfähigkeit liegt bei über 44 M.-%.
Als Fazit stellt Münster in seinem Prüfbericht fest: „Aufgrund der Spiel- und Pflegeeigenschaften ist der syntex-ground-Belag eine deutliche Verbesserung gegenüber den herkömmlichen Tennenspielfeldern und somit auch eine interessante Alternative zum Kunstrasenspielfeld.“
Soweit die (untersuchte) Theorie - doch was sagen die Nutzer? Wie sich das Spielfeld in der Praxis bewährt, zeigt sich an der Realschule Wolfach, wo der alte Tennenbelag vor einem Jahr durch syntex-ground ersetzt wurde.
Zunächst war der elastische Boden etwas ungewohnt. „Der Untergrund ist weicher und gelenkschonender als unser alter Tennenplatz“, fasst Sportlehrer Oliver Fritsch die positiven Reaktionen zusammen. Der Sportboden ist ein Allroundtalent und bei jedem Wetter gut bespielbar. „Im Sommer wird der Platz auch bei Hitze nicht hart, bei Regen ist der Belag zwar nass, aber das Wasser steht nicht, sondern läuft ab und der Boden bleibt fest“, erklärt Fritsch.
Ein großes Plus ist die reduzierte Verletzungsgefahr. Auch wenn es beim Fußballspielen mal etwas wilder zugeht, bleibt der Sportlehrer gelassen. „Bisher habe ich noch nicht erlebt, dass ein Kind, das hingefallen ist, sich aufgeschrammt hat“, sagt Fritsch.
Der Sportplatz mit syntex-ground ist eine deutliche Verbesserung - darin ist man sich an der Realschule Wolfach einig. Auch in der Stadtverwaltung ist man davon überzeugt.

Attraktiv ist aber nicht nur die Zufriedenheit der Nutzer, sondern auch der Preis. Mit etwa 38 €/m2 ist syntex-ground zwar teurer als ein Tennenplatz, jedoch wesentlich preisgünstiger als ein Kunstrasenplatz. Auch die Folgekosten sind beim Belagssystem der Dold Sportflächen GmbH gering.
Die Pflege des syntex-ground benötigt wenig Aufwand: „Von April bis Oktober sollte man den Platz ein- bis zweimal monatlich je nach Frequentierung beispielsweise mit einem Schlepprahmen (z.B. Speed Harrow) abschleppen. Dies egalisiert den Platz und wirkt der Verunkrautung entgegen“, erklärt Hersteller Christoph Dold.
Da syntex-ground ein wassergebundener Belag ist, sollte er in einem erdfeuchten Zustand gehalten werden, um eine dauerhafte Bindung der Komponenten zu erhalten. Bei trockenem Wetter ist es vor allem vor stärkeren Belastungen zweckmäßig, den Platz gut zu durchfeuchten.
Der Platz verzeiht sogar Terminschwierigkeiten bei der Pflege. So wurde nach Aussage der Gemeinde Wolfach das Spielfeld der Realschule ein Jahr lang gar nicht gepflegt, trotzdem blieb es gut bespielbar. „Unebenheiten und Spielspuren im sehr feinen Sandgemisch haben sich bei Regenfällen fast vollständig selbst ausgeglichen“, so die Aussage des Bauhofleiters.
Bei der Dold Sportflächen GmbH freut man sich über so viel Zuspruch. Fast ein Vierteljahrhundert hat man dort Erfahrungen mit der Herstellung von Reitplätzen gesammelt, die nun in den Bau der Sportflächen einfließen. Geschäftsführer Christof Dold konzentriert sich seit 2012 ganz auf den Sportplatzbau. Ideale Einsatzbereiche für den syntex-ground-Belag sieht der Hersteller bei stark beanspruchten Schulsport-, Freizeit- oder Trainingsplätzen, die ganzjährig bespielbar sein müssen, aber weder Kommune noch Verein ruinieren sollen.
Zu beachten ist auch die Einsatzmöglichkeit des Belags im Bereich „Fallschutz“. Die entsprechende Eignungsprüfung bescheinigt eine kritische Fallhöhe von 1,50 m, deswegen ist syntex-ground auch für Spielplätze eine überlegenswerte Alternative. Für die hohe Qualität bürgt der Hersteller mit seiner Auswahl der Materialien und einer bisher einzigartigen Mischtechnik deren Ergebnis ein durchgängiger, homogener und gleichbleibender Materialmix ist - kompakt, wasserdurchlässig und langlebig.
Auch die Umweltverträglichkeit ist bei syntex®-ground ein Thema. Tennenspielfelder bestehen häufig aus dem Tennenbelag auf einer dynamischen Schicht, die dazu verwendeten Rohstoffe aus Bergbau oder Schwerindustrie können mit Schadstoffen belastet sein.
Zur Herstellung von syntex®-ground wird zunächst einmal der bewährte Grundstoff Sand sorgfältig ausgewählt. Entscheidend für die Qualität sind hierbei Sieblinie und Reinheit (ohne Schluffanteile) sowie eine individuelle und bedarfsgerechte Beigabe der Zuschlagstoffe, sogenannter Stabilisatoren aus unverrottbaren synthetischen Textilhäckseln und Fasern. Die Vlieshäcksel aus Nadelvlies sind Produktionsreste aus der industriellen Fertigung und von derselben Qualität wie die eigentliche Verkaufsware. Zusätzliche verstärkend wirkt bei syntex-ground eine in geringer Menge beigemischte feine synthetische Faser, die gegebenenfalls zur Regulierung der Festigkeit des Bodens eingesetzt wird.
Nicht nur bei der Herstellung kann der Sportplatzbelag in Sachen Umweltschutz punkten: Nach dem Ausbau wird das komplette Gemisch im Reitplatzbau weiterverwendet. Somit müssen über Jahrzehnte keine neuen Kunststoffe hergestellt oder entsorgt werden. Vorteil für den Betreiber: er trägt keine Entsorgungskosten, sondern muss lediglich die Frachtkosten übernehmen.

Kontakt:
Dold Sportflächen GmbH
Geschäftsführer
Christof Dold
Landelhof 4
78739 Hardt
Tel.: 07422/7128
E-Mail: info@dold-sport.de
Internet: www.dold-sport.de

Bilder + Text: Dold Sportflächen GmbH
 

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