Better City, Better Life

Better City, Better Life

Wichtig für die Stadt von morgen sind Vielfalt und Gleichgewicht – nicht Gleichheit. Erst durch ihr Zusammenspiel entstehen ihre besondere Lebensqualität und Lebensenergie. Darum gilt es, diese Vielschichtigkeit zu bewahren – ohne dabei auf Innovation und Technik zu verzichten. Dieses ganz eigene, individuelle Gesicht Deutschlands will die Bundesrepublik glaubhaft und nachhaltig umsetzen. Der deutsche Beitrag zum Thema „Better City, Better Life“ lautet daher: balancity – eine Stadt in Balance zwischen Erneuerung und Bewahren, zwischen Innovation und Tradition, zwischen Urbanität und Natur, zwischen Gemeinschaft und Individuum, zwischen Arbeit und Freizeit, zwischen Globalisierung und nationaler Identität.

Der Grundgedanke von balancity spiegelt sich bereits in der Architektur wider. Eine Stadt ist ein gebautes Sinnbild für die Balance von Vielfalt und Dichte, gebildet aus unterschiedlichen historischen Schichten, Räumen, Funktionen und Atmosphären. Der Wandel der Industrie von der Produktion zur Dienstleistung hat in vielen Städten große Fabrik- und Lagerflächen dem öffentlichen Leben freigegeben, die zu attraktiven Park- und Wohnanlagen umgewandelt worden sind. Der Naturraum, die Landschaft hält Einzug in die Stadt. Die historisch gewachsenen Antipoden Stadt und Landschaft verzahnen sich im zeitgenössischen europäischen Städtebau zu einem Organismus des Miteinanders. Das entstehende Bewusstsein für nachhaltige, energieeffiziente Lebenskonzepte führt zu einer Integration der Natur in städtische Räume und Architekturkonzeptionen. Die Architektur des Deutschen Pavillons ist wie ein dynamischer, urbaner Organismus, eine begehbare dreidimensionale Skulptur gedacht und spiegelt die Vielfalt des Lebens in der Stadt und der Landschaft in Deutschland wider.

Vier große Ausstellungskörper sind Sinnbild für das Spiel der Kräfte aus Tragen und Belasten, Anlehnen und Stützen. Für sich allein betrachtet befindet sich jeder Körper in einem labilen Gleichgewicht. Erst im Zusammenspiel der Körper miteinander entsteht ein stabiles Gleichgewicht. Das spiegelt die Idee von balancity im architektonischen Sinne wider. Die Körper bilden ein großes Dach über der Landschaft, das den Besuchern Schatten spendet und vor Regen schützt. Es entsteht ein spannungsvoller Wechsel von Innen- und Außenraum, von Licht und Schatten, von Gebautem und Natürlichem, von Stadt und Landschaft.

Der Besucher von balancity begibt sich auf eine Reise durch eine Stadt der Ideen. Er bewegt sich wie in einer realen Stadt - zu Fuß, auf Rollbändern oder über Rolltreppen - durch unterschiedlich inszenierte Stadträume, die Themen präsentieren: Angefangen beim Hafen geht es durch einen Garten und Park, über ein Stadtplanungsbüro und eine Fabrik, vorbei am Depot, dem Atelier und dem Stadtplatz bis in die Energiezentrale, das Kraftwerk der Stadt.

Die Botschaft des Deutschen Pavillons lautet: Es ist durchaus erstrebenswert in einer Stadt zu leben, wenn sie sich in Balance befindet - im Gleichgewicht zwischen Erneuern und Bewahren, Innovation und Tradition, Stadt und Natur, Gemeinschaft und Individuum, Arbeit und Freizeit.

Reise durch die Stadt der Ideen

Der Stadtrand: Ausgewählte Beispiele stehen für eine ökologische und nachhaltige Entwicklung moderner deutscher Städte. So unterstreicht der Solarpark Brandis / Waldpolenz als eines der größten Solarkraftwerke der Welt Deutschlands Vorreiterrolle als Erzeuger erneuerbarer Energien, während der Schwarzwald für die perfekte Balance zwischen stadtnaher Erholung und nachhaltig betriebener Forstwirtschaft steht.

Der Hafen: Das Ende des Tunnels öffnet sich zu einem tiefblauen Unterwasserraum mit Wassergeräuschen, Luftblasen, Spiegelungen und Reflexionen. Auf einer Rolltreppe durchstoßen die Besucher scheinbar die Wasseroberfläche und betreten ein beeindruckendes zukunftsweisendes Stadtbild: die Hamburger HafenCity mit blauem Himmel, Möwengeschrei und Menschen. Typische Hafengeräusche und ein spektakuläres Panorama von nachhaltigen Vorzeigebauten wie der Elbphilharmonie, dem Science Center oder dem Unilever-Gebäude lassen die Besucher in die dynamische Stadtatmosphäre von balancity eintauchen. Hier geht es nicht nur um Erneuern, sondern auch um Bewahren; es geht darum, auf alten Wurzeln Neues zu bauen.

Das Planungsbüro: Aus einer städtischen Skyline entfaltet sich ein neuer, großer Raum mit überdimensional großen Plänen, Modellen und Skizzen, die aus den Wänden und dem Boden ragen. Thema sind hier innovative und nachhaltige Stadtentwicklung und städtische Infrastruktur als ein lebendiger Prozess. Als Beispiele dienen u.a. die HafenCity Hamburg als Europas größtes innerstädtisches Projekt nachhaltiger Stadtentwicklung, die Solarsiedlung am Schlierberg in Freiburg mit ihren Plusenergiehäusern oder der Umbau von Großwohnsiedlungen, der demonstriert, wie man durch gezielten Rückbau und planvolle Landschaftsarchitektur veraltete Plattenbausiedlungen revitalisieren kann. Auch soziale Nachhaltigkeit wird in diesem Raum thematisiert: Das Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser zeigt, wie Menschen unterschiedlicher Herkunft und Generationen miteinander in Dialog treten und voneinander profitieren können.

Der Garten: Der Besucher betritt den Garten von balancity, der Energie, Kraft und Lebensfreude ausstrahlt. Der Raum ist eine Inszenierung aus Bildern, Geräuschen und dreidimensionalen Objekten, die die Bedeutung von privaten Grünflächen und Momenten der Erholung inmitten der modernen und pulsierenden Metropolen erlebbar machen. Riechstationen mit Blumen-, aber auch Grillduft versetzen die Gäste von balancity in deutsche Gärten. Thematisiert werden Formen typisch deutschen Grüns wie etwa der Schreber- oder der Schulgarten, aber auch nachhaltige Integrationsprojekte wie die Interkulturellen Gärten. Kinder können von hier aus den nächsten Raum über eine große Rutsche erreichen.

Das Depot: Ein großer Raum, in dem warme Holztöne dominieren, empfängt jetzt den Besucher auf seinem weiteren Weg. Hochregalartige Strukturen bis zur Decke sind gefüllt mit innovativen Design-Produkten, mit Dingen, die zu einem besseren Leben in der Stadt beitragen. Auch für die kleinen Besucher gibt es viel zu entdecken: Innovative Spielzeugkreationen bekannter deutscher Hersteller lassen Kinderherzen höher schlagen - von Playmobil über fischertechnik bis hin zum Kosmos Experimentierkasten. Im Anschluss daran betreten die Menschen eine hoch technisierte Produktionshalle, die Fabrik.

Der Park: Im deutlichen Wechsel zur betriebsamen Fabrik folgt ein Stadtraum mit Tageslichtatmosphäre, der Ruhe und Heiterkeit ausstrahlt. Aus einer umgekehrten Blumenwiese hängen Schauglocken mit 360°-Panoramen von oben herab und lassen die Besucher im wahrsten Sinne des Wortes in öffentliche Grünanlagen deutscher Städte eintauchen. Parks aus ganz Deutschland sind hier vertreten, darunter der Englische Garten in München, die Wilhelma in Stuttgart, der Landschaftspark Aqua Magica in Bad Oeynhausen oder der Bibelgarten St. Johanniskloster in Schleswig. Am Ende des Raumes lassen sich außerdem besondere Geschichten im Inneren von Traumkugeln entdecken.

Der Stadtplatz: Der Stadtplatz ist das Zentrum von balancity; er ist der Ort, an dem sich die Stadtbewohner begegnen – mit Raum für gemeinsame Erlebnisse, Kommunikation und freie Meinungsäußerung. Hier treffen die unterschiedlichsten Kulturen und Generationen aufeinander, entstehen Blickkontakte und gemeinsame Aktivitäten. Und er ist die Bühne für Kunst und Kultur. Die Stadt mit ihren Menschen und deren Begegnungen wird zu einer vielfältigen, lebendigen und pulsierenden Metropole, in der das Leben Spaß macht.

Das Forum: Gegenseitiges Verstehen, miteinander lachen und voneinander lernen, gemeinsam nach Lösungen für die Zukunft suchen - das sind die Grundlagen erfolgreicher Zusammenarbeit. Das Forum in balancity ist das Verbindungsglied zwischen Deutschland und China und steht für Dialog und Austausch. Hier präsentiert sich „Deutschland und China – Gemeinsam in Bewegung“.
Das Forum präsentiert Beispiele, die zeigen, wie Ideen und Impulse einzelner Menschen zur Energie und zur Lebensqualität der Städte beitragen können.

Die Energiezentrale: Hier entsteht die Energie, die eine Stadt zum Leben braucht. Die Energiezentrale ist das Herz von balancity und das Highlight des Deutschen Pavillons, die Quelle von Kraft und Lebensfreude. Dabei sind es die Besucher selbst, die die Quelle dieser Energie sind. Die Ideen, Gedanken und Impulse der verschiedenen Menschen werden in ein Gleichgewicht gebracht und kreieren eine Stadt in Balance.
Die Besucher betreten einen eindrucksvollen, energiegeladenen Raum, der mit einer spannungsvollen Lichtchoreografie bespielt ist, und verteilen sich auf drei Ränge. Von dort blicken sie auf das zentrale Element: eine Kugel. Sie hat einen Durchmesser von drei Metern, und ihre Oberfläche ist mit rund 400.000 LEDs besetzt. Im Laufe der siebenminütigen Show entstehen auf ihr Bilder, Farben und Formen. Sie stehen für Impulse aus Deutschland zum EXPO-Thema „Better City, Better Life“. In den Bildwelten der Kugel, die von Vielfalt und Gegensätzlichkeiten erzählen, bauen die Besucher selbst eine gemeinsame Stadt der Zukunft, in der sich alle wohlfühlen und in der alles seinen Platz hat, eine Stadt, die von Gegensätzen lebt und deren Vielfalt zur Lebensqualität aller beiträgt. Auf der Kugel entsteht ein Stadtbild, in dem sowohl das Erneuern als auch das Bewahren wichtig sind, in dem sich unterschiedliche Kulturen ergänzen und bereichern und verschiedene Generationen sich gegenseitig unterstützen und helfen. Es wird gezeigt, wie wichtig es ist, selbst etwas für die Stadt der Zukunft zu tun, dass es auf jeden einzelnen ankommt und dass man – im wahrsten Sinne des Wortes – gemeinsam etwas verändern und bewegen kann: www.expo2010-germany.com.

Schweden

Außerhalb des schwedischen Pavillons befindet sich eine besonders ins Auge fallende Attraktion – eine große Spielanlage vom Unternehmen Hags im Stile von Pippi Langstrumpfs „Villa Kunterbunt“. Die Spielanlage vor dem schwedischen Pavillon wird während der gesamten sechsmonatigen Ausstellungsdauer in Shanghai aufgebaut bleiben. Thematische Schwerpunkte des schwedischen Pavillons auf der Expo sind Technik, Innovation und unsere Lebensweise. „Jeden Tag kommt eine Vielzahl von Menschen hierher, um die Spielanlage zu bewundern und zu nutzen“, sagt Jörgen Svärd, Vertriebsleiter bei Hags. Auch viele Erwachsene sind davon angetan und schauen gerne für einen Moment vorbei. Parkbänke laden zum Verweilen und Ausruhen ein. Schweden ist das einzige Land, das auch Aktivitäten außerhalb des Pavillons präsentiert. Die Tatsache, dass die Spielanlage kostenlos genutzt werden kann, lockt viele Menschen an. „Es ist eine große Ehre für Hags, an dieser Expo teilzunehmen“, so Jörgen. „Dies bietet uns eine einzigartige Gelegenheit, unsere Produkte in China zu präsentieren, und wir hoffen, neue Kontakte anbahnen und bestehende Kontakte in diesem Land ausbauen zu können.“
 

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