bautec / Grünbau Berlin 2016 setzt Impulse

bautec / Grünbau Berlin 2016 setzt Impulse

Nach vier Messetagen zogen die bautec 2016 und die Grünbau Berlin eine positive Bilanz. 35.000 Besucher informierten sich bei 500 Ausstellern aus 17 Ländern über innovative Produkte und Services sowie aktuelle Entwicklungen in der Branche. Die Aussteller und Fachbesucher zeigten sich mit dem Ausgang der Messe sehr zufrieden.

Im Zentrum der Messe stand der energetische Systemverbund von Gebäudehülle und Gebäudetechnik, Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Architekten, Planern und Handwerkern wurde ebenso viel geboten wie interessierten Hausbesitzern: Das Angebot umschloss neben modernsten Baustoffen für Dach, Wand und Fassade auch Gebäudetechnik in den Bereichen Sanitär, Heizung und Klima sowie Bausysteme und technische Ausstattungen für den Alt- und Neubau.

Brandaktuellen Themen wie dem derzeitigen Wohnungsnotstand in Ballungsräumen und dem Fachkräftemangel in der Branche trug die Messe im fachlichen Rahmenprogramm und mit einer eigenen Ausstellung zum Thema „Wohnungsbau: kostengünstig – schnell –nachhaltig“ Rechnung.

Diese erstmals veranstaltete Sonderschau erntete viel Lob, allen voran von Seiten der Politik. Dr. Barbara Hendricks, Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), sowie Bau-Staatsekretär Gunther Adler informierten sich in Halle 24 bei 18 Unternehmen über zukunftsweisende Lösungsansätze und Handlungsempfehlungen.. „Die bautec ist die führende Messe für die Baubranche, alle Fachverantwortlichen sind hier. Die Sonderschau in Halle 24 hat mich besonders interessiert. Wir müssen rasch, qualitätsvoll und kostengünstig bauen, viele Beispiele haben mich überzeugt“, sagte Dr. Barbara Hendricks.

Karel Heijs, Geschäftsbereichsleiter der bautec: „Die positive Resonanz der Aussteller und Fachbesucher hat uns gezeigt, dass die bautec die aktuellen Marktbedürfnisse der Branche versteht, und diese sowohl in der Fachschau als auch im Rahmenprogramm gekonnt abbildet. Wir werden diesen Weg auch in 2018 konsequent weitergehen.“

 

Messe Grünbau

Im Rahmen der bautec fand dieses Jahr zum fünften Mal die Grünbau Berlin unter dem Motto „Außenräume gestalten, bauen und pflegen“ statt. Auf 5000 m² Fläche präsentierten Hersteller, Dienstleister und Händler ihre Ideen und Produkte im Bereich Urbane Gestaltung, Freizeit-, Sportanlagen, Spielplätze sowie Baumaschinen und Pflegegeräte.

Im Rahmen der Grünbau fanden am 16. Februar die SPIELRAUM:TALKS in Kooperation mit dem Deutschen Kinderhilfswerk und der Fachzeitschrift Playground@Landscape statt. Verschiedene Referenten aus den Bereichen Landschaftsarchitektur, Wissenschaft und Verwaltung befassen sich in Ihren Vorträgen dort u.a. mit den Themen „Partizipative Spielraumgestaltung“, „Investitionsstau“ und „inklusive Spielplatzgestaltung“ . Höhepunkt der Veranstaltung mit über 100 Teilnehmern war eine Podiumsdiskussion, die der Frage nachging, ob es zu wenige Freiräume für Kinder in den Städten gebe. Laut dem entsprechenden Landesgesetz müsste es in Berlin 350 Hektar an Spielplatzflächen geben, tatsächlich sind es mit 240 Hektar gerade einmal zwei Drittel davon, sagte dort Thorsten Kühne, Stadtrat im Bezirk Pankow. In einigen innerstädtischen Bereichen werden sogar nur 30 Prozent der geforderten Größe erreicht. „Es gibt zu wenig Raum für Kinder ebenso wie für alte Menschen, wir müssen allen Generationen gerecht werden“, so der Leiter des Grünflächenamtes Heilbronn, Hans-Peter Barz. Angesichts des immensen Aufwandes, der für den Artenschutz betrieben werde, stelle sich die Frage: „Machen wir uns die gleichen Gedanken über uns?“ Für den Stadtplaner Peter Apel geht es auch um andere Freiflächen wie Brachen, Naturräume und Straßen. Der Mangel an Spiel- und Freiräumen habe bereits gewaltige Auswirkungen auf die heutige Kindergeneration, so der Soziologe Peter Höfling. Dies zeige sich in Übergewicht ebenso wie in der abnehmenden Kompetenz mit Risiken umzugehen. Es sei an der Zeit, über bestehende Normen nachzudenken sowie bestehende Grauzonen und flexible Bereiche besser zu nutzen, betonte Jörg Lippert vom Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen. „Wir müssen frecher werden“, so das Fazit von Peter Apel. Schließlich seien nach dem Baugesetz im Rahmen der Bürgerbeteiligung auch Kinder und Jugendliche zu hören und die UN-Kinderrechtskonvention, die in Deutschland ebenfalls ein Gesetz ist, räume den Kindern ein Recht auf Spiel und altersgemäße aktive Erholung ein.

Peter Menke, Vorstandsvorsitzender, Stiftung Die Grüne Stadt sagte zur bautec::„Ich bin in diesem Jahr zum dritten Mal auf der bautec und sehe eine stete Weiterentwicklung. Die Messe wird immer größer und überregionaler und hat bundesweiten Anspruch mit vielen internationalen Besuchern. Ich wünsche mir mehr lebendiges Grün auf der Messe. In dieser Hinsicht stellt die Grünbau Berlin einen erfreulichen Bestandteil der Messe dar, den ich mir verstärkt wünsche.“

 

Weitere Statements Grünbau:

Esther Piehl, Projektleiterin bautec:

„Die bautec 2016 hat mit ihren Themen Wohnungsbau und grüne Stadtentwicklung den Nerv der Baubranche getroffen und damit regional und überregional für wichtige Impulse gesorgt. So überzeugte die GRÜNBAU BERLIN Landschaftsarchitekten und Planer mit einem spannenden Vortragsprogramm und einer attraktiven Ausstellung rund um grüne Urbanität sowie kinder- und jugendfreundliche Spielraumgestaltung.“

 

Claudia Neumann, Deutsches Kinderhilfswerk e.V.

„Das Deutsche Kinderhilfswerk freut sich sehr über die außerordentlich gute Resonanz auf die SPIELRAUM:TALKS. Bereits zum vierten Mal bot uns die Messe Berlin die Gelegenheit, spielraumrelevante Themen zu präsentieren und mit interessierten Vertretern aus Planung und Verwaltung, aber auch Pädagogik, Politik und Wohnungswirtschaft zu diskutieren. Damit konnten wir ein wichtiges Fachforum im norddeutschen Raum etablieren.“

 

Jens Zumblick, Ulrich Paulig & Co. merry go round OHG:

„Als in der Hauptstadtregion stark verwurzeltes Unternehmen waren wir mit dem Besucherzuspruch auf der bautec recht zufrieden. Gerade die Spielraumtalks im Rahmenprogramm haben sehr wesentlich dazu beigetragen, dass wir unsere Zielgruppe aus der Region erreichen konnten. Es wäre wünschenswert, die Bautec als Messe im Osten der Republik weiter zu etablieren. Entscheidend wird sein, dass es in kommenden Veranstaltungen gelingt, mit dem Spiel- und Freiraumthema eine Messehalle weitgehend zu füllen. Eine Alternative zur GaLaBau wird die Bautec auf absehbare Zeit nicht sein.“

 

Klaus Peter Gust, SIK-Holzgestaltungs GmbH:

„Die GrünBau Berlin 2016 war vor allem für viele Fachbesucher aus Berlin und Brandenburg interessant. Das teilweise sehr spannende thematisierte Vortragsprogramm in der Halle 25 zog viele interessierte Nutzer, und Planer auch aus anderen Regionen an. Das Vortragsforum und unser Messestand wurden gut besucht,  und so konnten auch wir uns über Langeweile nicht beklagen.

Den diskutierten Themenschwerpunkten:

-          Draußenspielen und Rückbau von Kinderspielplätzen

-          Kindergärten ohne Spielgärten, darf es nicht geben.

-          Öffentliche Vergabe von Aufträgen nur an FSC-Zertifizierte Unternehmen als Grundsatz

… wird mit Sicherheit in Zukunft noch mehr Aufmerksamkeit für die gesunde Entwicklung unserer Kinder und zum Schutz unseres ökosozialen Umfeldes gewidmet werden müssen.

Das Bündnis Recht auf Spiel beim Deutschen Kinderhilfswerk verfasste eine Resolution zu den Kinderrechten und das Bundesministerium für Umwelt und Bauen gab das Formblatt 248 zum Thema FSC heraus.

Für die Branche der Kinderspielplatzgerätehersteller war es, trotz großer Anstrengungen der Messe Berlin, ein recht bescheidener Auftritt. Leider ist das Interesse der namhaften Hersteller nach Berlin zu kommen, doch sehr gering. Den Vergleich zur FSB-Köln oder zur GaLaBau-Nürnberg hält die Messe nicht stand. Daran konnte auch das interessante Vortragsprogramm, organisiert vom DKHW und der Fachzeitschrift Playground@Landscape, nichts ändern. 

Wir fordern mehr Raum für Kinder. Wenn sich Politiker, Gerätehersteller, Planer, Eltern und Spielraumgestalter nicht gemeinsam für dieses Ziel engagieren, entziehen wir unseren Kindern in der Zukunft das Recht auf eine gesunde Entwicklung.“

 

Julia Köhler, Berliner Seilfabrik GmbH & Co.:
„Wir sind froh, dieses Jahr wieder auf der Grünbau/ bautec dabei gewesen zu sein! Wir haben einen deutlichen Besucherzuwachs an unserem Stand vermerkt und haben sowohl mit interessanten Menschen aus der Region Berlin/ Brandenburg als auch mit internationalem Publikum  über spannende Projekte gesprochen. Wir würden uns freuen, wenn die Messe vor allem im Bereich Spielplatzausstattung weiter an Bedeutung gewinnt und glauben: gerade für die Region, ist die Messe inkl. Rahmenprogramm eine interessante Plattform für die Branche.“

 

Foto: Messe Berlin

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