Kletterturm über drei Etagen in der Shopping Mall Famplayland

Kletterturm über drei Etagen in der Shopping Mall Famplayland

Ende 2015 eröffnete im Osten von Bangkok unter dem Namen Central Festival East Ville eine riesige Shopping Mall. Die Intention der Betreiber war es, ein Einkaufszentrum zu errichten, dessen Angebot über die üblichen Konsummöglichkeiten hinausreicht. Unter dem Motto „Bangkok Escape“ sollten die stress- und verkehrsgeplagten Einwohner der Hauptstadt hier Ruhe und Erholung finden. Darüber hinaus hat sich die für sechs Milliarden Baht errichtete Shopping Mall mit Platz für 200 Geschäfte und Boutiquen sowie 100 Restaurants in der Zwischenzeit auch zu einer echten Touristenattraktion entwickelt. Neben einer Jogging-Strecke auf dem Dach gibt es seit Sommer letzten Jahres auch einen Indoor Freizeitpark für Kinder, der sich über mehrere Etagen erstreckt. Im so genannten „Famplayland“ können Kinder in geschützter Umgebung an zehn verschiedenen „Activity-Stations“ ihre physischen, mentalen und sozialen Fähigkeiten entwickeln.

Absolutes Highlight ist ein knapp neun Meter hoher Kletterturm mit einem 118 m³ großen Raumnetz im Innern. Der Turm erstreckt sich über alle drei Etagen des „Famplayland“ und besteht aus sechs übereinander gestapelten Raumzellen-Schichten. Um die notwendige Sicherheit zu gewährleisten, ist die Außenseite mit einem Kunststoffnetz ummantelt. In der obersten Etage ist eine circa acht Meter lange Tunnelrutsche angebracht und sorgt für einen rasanten Abgang.

Der Kunde war auf der Suche nach einem Spielgerät, welches den Begebenheiten des Spielbereichs bestmöglich gerecht wird. Ausgehend von einer relativ kleinen Grundfläche und einer 10,5 Meter hohen Deckenhöhe, bot sich ein Raumnetz an, um den vorhandenen Platz perfekt zu nutzen. „Die entscheidende Inspirationsquelle dafür bot das Berliner Raumnetz im Headquarter von Swarovski, welches sich ebenfalls über mehrere Etagen erstreckt.“, erinnert sich Eukrit Kraikosol, Head of Operations bei Park and Garden und Mitbetreiber von „Famplayland“.

„Anders als bei Swarovski waren im Indoorbereich der Shopping Mall keine Anschlagmöglichkeiten für Spannpunkte vorhanden.“, sagt Marius Kotte, Architekt bei der Berliner Seilfabrik und Leiter der Konstruktion und Entwicklung. „Die Lösung lag in der Verankerung der 8,5 Meter hohen Stahlpfosten im Boden, die das Außengerüst des Turmes bilden. Die Spannkugeln konnten innerhalb des Gerüstes an den Pfosten angeschlossen werden. Die oberen Kugeln sind durch Abspannseile in die richtige Position gebracht worden.“, so Marius Kotte. Damit ist der Kletterturm im „Famplayland“ die höchste freistehende Indoor-Installation eines Raumnetzes.

Bei Konstruktionen in bereits bestehenden, geschlossenen Räumen besteht nahezu keine Flexibilität hinsichtlich Maßabweichungen. „Wir mussten darauf achten, dass die Teile ohne große Maßtoleranzen zusammengebaut werden können, da auch das Raumnetz nicht viele Abweichungen erlaubt. Hier haben uns aber schon die Toleranzen des Rohrlieferanten Kopfzerbrechen bereitet, da diese bei 8,5 Meter langen Pfosten nicht unerheblich sind.“

Darüber hinaus sollte der Kletterturm möglichst luftig wirken. Das steigert für die Kinder das Höhenerlebnis und die Betrachter auf dem Boden haben einen guten Unterhaltungswert, die Kinder zu beobachten. Die transparente Gestaltung konnte sehr gut mit der Material- und Farbauswahl der Seile umgesetzt werden. Außer dem Außenskelett aus Stahlpfosten und Stahlringen sollten nur unterschiedliche Seilverknüpfungen verwendet werden; auch das ist sehr gut gelungen und macht das Klettererlebnis einzigartig.

Neben der optimalen Nutzung des vorhandenen Raumes, passt der Kletterturm auch konzeptionell sehr gut in den Freizeitbereich des Central Festival Eastville. Das Klettern im dreidimensionalen Raum fordert und fördert die Kinder. Es hilft ihnen dabei, ihre psychomotorischen Fähigkeiten und ihr dreidimensionales Vorstellungsvermögen zu entwickeln. Das Seil ist der passende Spielpartner. Es reagiert auf die Bewegung der Kinder. Jeder Schritt und jeder Griff bietet Bewegung.

Die frühe motorische und psychomotorische Entwicklung ist wichtig für das ganze Leben. Schon Kleinst- und Kleinkinder gilt es in diesen Bereichen zu fördern und zu fordern. Hier bietet sich auch gleichzeitig die Möglichkeit, einem anderen Bedürfnis gerecht zu werden. Kinder wollen hoch hinaus! Sie genießen den Ausblick bzw. die Übersicht. Hier ist alles so schön, wie auf Papas Arm und man ist endlich mal größer als das große Geschwisterkind.

„Der Turm ist eine angemessene Herausforderung für die Kids und es gibt ihnen ein Gefühl, etwas erreicht zu haben, wenn sie an der Spitze des Turmes angekommen sind. Die Rutsche ist dann die perfekte Belohnung für den Aufstieg durch das Netz“, fasst Eukrit Kraikosol zusammen.

Neben dem Turm bietet das „Famplayland“ noch weitere Möglichkeiten der Beschäftigung für die Kleinen. Diese umfassen eine Hängebrücke, mehrere Trampoline, ein aufblasbares Luftpolster, auf das gesprungen werden kann, große blaue Bausteine sowie ein interaktives Spiel-Display auf dem Boden. Für die jüngsten Besucher gibt es eine kleine Spielhöhle mit gepolstertem Spielbereich. In unmittelbarere Nähe befindet sich ein kleines Restaurant. Von hier aus haben die Eltern den perfekten Blick auf ihre spielenden und kletternden Kinder.

 

Foto: Berliner Seilfabrik GmbH & Co.

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