Bewegte Pause in Singapur

Bewegte Pause in Singapur

“Celebrate your Roots – discover your Wings”, so lautet das Leitbild der German European School in Singapur (GESS) und meint damit ein Schulprofil, in dessen Zentrum die Vermittlung der europäischen Werte Respekt, Offenheit und Gemeinschaftssinn steht. Dabei richtet sich die Privatschule in der asiatischen Metropole an Schüler bzw. Vorschüler aller Altersstufen zwischen 18 Monaten und 18 Jahren und hat den Anspruch, jeden Schüler in der Schulgemeinschaft kennenzulernen, seine persönlichen Stärken und Interessen zu entdecken und diese im Rahmen eines ganzheitlichen Ansatzes zu fördern und zu fordern. Dabei setzt die Schule nicht nur auf Qualität während, sondern auch außerhalb des Unterrichts. So sieht das Schulkonzept vor, dass die Pausen das vor allem kognitive Lernen im Unterricht durch Bewegung ergänzen und unterstützen sollen. Auch der soziale Umgang miteinander soll in den Pausen gefördert werden.

Zu Beginn des Schuljahres 2018/ 2019 wurde ein neues und voll auf die Ansprüche der GESS ausgerichtetes Schulgebäude an der Dairy Farm Lane eröffnet. Alle Schüler des vorschulischen Bereiches, der Grund- und Sekundarschule sind jetzt zusammen unter einem Dach. Der Schulneubau schlägt ein spannendes neues Kapitel in der Geschichte der GESS auf, da die zwei vorherigen Schulgelände in einem eigens errichteten Schulgebäude mit brandneuen Einrichtungen zusammengeführt wurden.

Entsprechend des ganzheitlichen Ansatzes der Schule ist im Zuge der Neugestaltung des Campus in Singapur ein breites Bewegungs-, Entspannungs- und Spieleangebot entstanden. Neben verschiedenen Sportbereichen, die u.a. einen Fußballplatz sowie ein olympisches Schwimmbecken miteinbeziehen, sticht besonders der ebenfalls neugestaltete Spielbereich in den Innenhöfen des Schulkomplexes hervor. Dieser teilt sich in insgesamt vier Bereiche und richtet sich an alle Altersklassen.

Im ersten Hof befinden sich zwei verschiedene Kombinationen aus Spiel- und Seilspielhäusern der Greenville Reihe der Berliner Seilfabrik, die durch unterschiedliche Brückenelemente miteinander verbunden sind. Die Basis der Seilspielhäuser sind dreidimensionale Netze aus Seilen, welche im Innern der so genannten "DoubleBoos" aufgespannt sind. „Solche Raumnetze eignen sich perfekt für Schulhöfe“, sagt Patrick Lee, Experte für Spielplätze und Schulhofplanung in Singapur und Geschäftsführer von CT-ART. „Sie bieten genug Platz für viele Kinder gleichzeitig und sind damit besonders attraktiv gegenüber einfachen Rutschen oder Schaukeln, an denen immer nur ein Kind seinen Spaß hat, während die anderen Kinder anstehen und warten müssen.“ Nebenbei fördert das gemeinsame Spielen im Raumnetz das Sozialverhalten der Schüler, indem es zwangsläufig zu Interaktionen kommt. Das Klettern im dreidimensionalen Raum schult zudem in besonderem Maße die psychomotorischen Fähigkeiten und das dreidimensionale Vorstellungsvermögen der Schüler, welches sich u.a. positiv auf den Mathematikunterricht auswirkt.

Der Spielplatz des ersten Hofes geht nahtlos in einen überdachten Bereich über. Hier können die Schüler auf einem Niedrigseilgarten klettern, der aus fünf verschiedenen Kletterelementen besteht. „Da die einzelnen Elemente verschiedene Schwierigkeitsgrade aufweisen, sind sie für Kinder unterschiedlicher Altersklassen attraktiv“, weiß Patrick Lee. Damit erfüllt das Klettergerät eine ganz wesentliche Anforderung des Auftraggebers, dem es wichtig war ein Bewegungsangebot zu schaffen, dass altersübergreifend angenommen wird.

Durch die komplett offene Gestaltung der Seilspielgeräte sind diese maximal transparent. So haben Lehrer aus jeder Perspektive die Möglichkeit ihre Schüler im Blick zu haben, auch wenn sich viele Kinder gleichzeitig auf dem Klettergerät befinden.

Diese besonders für Schulhöfe positive Eigenschaft besitzt auch die wellenförmige Spielskulptur "Shout“, die sich im zweiten Spielbereich der Schule befindet. In einem Rahmen aus gebogenen Stahlrohren erstreckt sich ein Flächennetz mit unterschiedlichen Maschenweiten. Neben einem Netztunnel, der den Kletterring rundum bekletterbar macht, verfügt die Spielskulptur über zahlreiche Anbauelemente wie Kletterteller, Banister und Gummimatten.

Insgesamt haben auf dem Spielgerät mehr als 200 Kinder gleichzeitig Platz, um sich in den Schulpausen ausgiebig zu bewegen. Die unterschiedlichen Anbauelemente sowie die Höhenunterschiede innerhalb der Struktur machen den „Shout“ ebenfalls für alle Altersklassen attraktiv. Zudem bietet die abstrakt gehaltene Struktur viel Platz für Fantasie. „Die Schüler können immer wieder neue Eingänge nutzen um das Spielgerät zu erklimmen, erspielen und zu erfahren“, sagt Patrick Lee. „Das bietet jede Menge Möglichkeiten die eigenen Spielideen zu verwirklichen und unterstützt somit den Gedanken der Schule, die individuellen Interessen eines jeden Einzelnen zu fördern.“

Das zweite große Spielgerät in diesem Bereich ist eine Kombination aus drei unterschiedlich hohen "Greenville" Trii-Häusern, die durch Netztunnel miteinander verbunden sind. Hier oben finden die Schüler Raum für Rückzug und können sich nach einer herausfordernden Kletterpartie ausruhen, um anschließend wieder fit für den Unterricht zu sein.

Abgerundet wird dieser Spielbereich durch zwei Nestschaukeln und einem drehenden Spielpunkt. Beide Geräte bieten Spielfunktionen, die sich positiv auf die Entwicklung der Kinder auswirkt. Während schaukeln in besonderem Maße das vestibuläre System, also die Fähigkeit Körperbewegungen, Augenbewegungen und Gleichgewicht zu koordinieren, fördert, verstärkt Drehen das kinästhetische Bewusstsein, indem das Kind lernt, zu vermeiden runterzufallen oder mit anderen Spielkameraden zu kollidieren.

Im dritten Spielbereich der GESS wurde eine Kombination zweier Spielhäuser der Produktlinie "SpookyRookies" installiert, die speziell auf die Bedürfnisse von Kleinkindern zugeschnitten ist. Die beiden verschiedenen Zugangsmöglichkeiten einer flachen Rampe sowie einer kleinen Treppe ermöglichen einen altersgerechten Einstieg und bieten gleichzeitig eine spannende Herausforderung für die Kleinen. Darüber hinaus schult der Gang über die engmaschige Netzbrücke oder eine Rutschpartie in der Kleinkindrutsche das Gleichgewicht und fördert so den nächsten Entwicklungsschritt. Patrick Lee ist zufrieden: „Mit dem Tresen im unteren Bereich des größeren Häuschens bieten die Spielhäuser den idealen Raum für Rollenspiele. Auf spielerische Weise werden so Sprache und soziale Kompetenzen wie Empathie aufgebaut.“

Neben dem hohen Spiel- und Bewegungswert fällt besonders die klare, organische und natürliche Designsprache auf, die sich durch alle Spielbereiche zieht. „Durch die natürlich anmutende Farbwahl sowie der Verwendung von Bambuspaneelen im Bereich der Fassadenelemente, ist es gelungen, die grüne Umgebung des "Bukit Timah Nature Reserve", welcher sich direkt vor den Schultoren der GESS befindet, aufzugreifen", sagt Marius Kotte, Leiter der Abteilung Konstruktion und Entwicklung bei der Berliner Seilfabrik. „Intention war es, diese stimulierende Umgebung durch das natürliche Design in den Schulhof zu übertragen."

Mit der Neugestaltung des Außenbereiches der GESS ist es auf eindrucksvolle Weise gelungen Spiel- und Bewegungsraum zu schaffen, der nicht nur altersklassenübergreifend attraktiv ist, sondern die Schüler gleichzeitig auf neuronaler, sozialer und psychomotorischer Ebene fördert. 

Foto: Berliner Seilfabrik GmbH & Co. 

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