Die Region Bamberg rollt noch diesen Sommer auf Deutschlands modernster Pumptrack-Anlage

Von Robin Specht (RadQuartier.com)

Die Region Bamberg rollt noch diesen Sommer auf Deutschlands modernster Pumptrack-Anlage

Der Ursprung und die Idee einer neuen Freizeitanlage stand für die kleine Gemeinde um Herrn Bürgermeister Wolfgang Möhrlein schon recht lange fest. Monate, sogar jahrelang wurden Vorschläge sondiert, Ideen in Workshops erarbeitet, Skateanlagen geprüft und etwaige Standorte für eine neue Sportanlage in Betracht gezogen. Doch keines der ausgearbeiteten Konzepte konnte den Gemeinderat und die Jugend so recht überzeugen die Ideen weiter auszuarbeiten oder gar Geld zu investieren. Der neu in sein Amt eingetretene Stadtjugendpfleger Franz Bezold sollte im Winter 2018 die Wendung dieses eingefahrenen Problems bringen und alles auf den Kopf stellen. Der 25-Jährige nebenberufliche Fitnesstrainer, schaute sich die verfahrene Situation, die angestrebten Ziele des Projekts sowie die Wünsche der Jugend genau an. Dabei wurde schnell klar, Litzendorf braucht etwas Neues, Frisches und Einzigartiges - sonst gibt es für dieses Problem maximal eine Notfalllösung.

Wie so oft im Leben, so sollte auch hier die erste Idee die richtige sein und das Bauchgefühl nicht trügen, denn der ambitionierte Mountainbiker Franz erinnert sich, dass nur wenige Monate zuvor im oberfränkischen Selb, Bayerns größte asphaltierte Pumptrack Anlage eröffnete. Seither kamen Besucher von Jung bis Alt und aus allen Ecken Deutschlands auf diese öffentliche und städtische Sportanlage, so dass diese nahezu überlaufen wird. So schnell war die Idee einer Pumptrack Anlage für die Gemeinde Litzendorf geboren und noch schneller wurde der telefonische Kontakt zum Unternehmen RadQuartier aufgenommen, , welches als Fachunternehmen für die Umsetzung von Bike- und Pumptrackanlagen u.a. die erwähnte Sportanlage in Selb errichtet hat. Nur wenige Tage sollten vergehen, bis das erste Abstimmungsgespräch Anfang Dezember mit Bürgermeister Wolfgang Möhrlein, Günther Rahm und RadQuartier Gründer und Geschäftsführer Robin Specht im Rathaus stattfand, bei dem der Jugendpfleger Franz Bezold von seiner neuen Idee berichtete und alle anderen Beteiligten das Wort Pumptrack wohl zum ersten Mal überhaupt hörten. Doch die Vision einer solchen Anlage für die Gemeinde gepaart mit den eindrucksvollen Bildern der Anlage aus Selb und der Leidenschaft hinter der Idee überzeugte alle Anwesenden dieser nach zu gehen und eine Umsetzung zu prüfen.

Noch am selben Tag wurden mögliche Standorte gesichtet und eine Grobplanung an das RadQuartier Team vergeben.

Noch vor Weihnachten letzten Jahres konnten die ersten Planungen, die Konzeption und ein Kostenüberschlag dem Gemeinderat präsentiert werden. Dabei wurde die nahezu unbenutzte und kaputte asphaltierte Fläche, welche Jahre davor als Eisstock- und Basketballplatz diente, in der Konzeption so umgestaltet, dass diese danach eine familienfreundliche und moderne Sportanlage in Form einer asphaltierten Pumptrack Anlage ist. Die individuell für dieses Grundstück ausgearbeiteten 3D-Designentwürfe und das Planungsunternehmen schafften es innerhalb weniger Minuten den Gemeinderat zu begeistern, so dass dieser einstimmig die weiteren Planungsschritte genehmigte. Bei den danach durchgeführten Jugendbeteiligungsworkshops wurden natürlich auch die zukünftigen Sportler und Interessenten informiert, mit einbezogen und nach ihren Wünschen und Ideen für ihre Region befragt.

Doch nicht nur die Interessensgemeinschaft und der Zuspruch um das neue und gefühlt so lange in der 6.074 Einwohner-Gemeinde gesuchten Projekts sollten wachsen, auch die Planungen und Konzeptionen entwickelten sich zu einem so rund abgestimmten und perfekten Bild, dass auch die Regierung von Oberfranken die Tragweite eines solch geplanten Leuchtturmprojekts erkannte und ihre Unterstützung mit 80% durch das Sachgebiet Städtebau zusagte. Schon in der nächsten Ratssitzung im Januar diesen Jahres wurden die finalen Pläne der neu geplanten Freizeitanlage neben dem bestehenden Fußball- und Tennisplatz präsentiert und zur Ausschreibung freigegeben.

Eine fast 1.000 m² große innovative Sportanlage, die durch Wellen, Kurven, Hindernisse und den Mountainbikesport-orientierten Obstacles dazu dienen soll, dass sich mehr als 15 Sportarten, Jung und Alt, Anfänger und Profi auf einer alters- und sportartübergreifenden Pumptrack Anlage vergnügen können.

Das sogenannte Pumpen, verantwortlich für die Namensgebung dieser Anlagen, ist das gezielte Be- und Entlasten während der Fahrt, welches den Nutzern ermöglicht ganz ohne zu pedalieren oder anzuschieben immer wieder Schwung zu generieren und weiter den in einer Endlosschleife angelegten Kursdesign zu folgen. Durch die mit speziellem Asphalt ausgestattete Oberfläche können dort vom klassischen Skateboarder, Inline Skater, Scooter-Fahrer, BMXer, Longboarder und auch alle Arten von Bikes und Mountainbikes bis hin zum Rollstuhl Sportler (WCMX Athlete) diese Sportanlage nutzen. Doch der Projektleiter des Bauunternehmenshatte sich mit seinem Team aus Sportwissenschaftlern, Architekten, Fachplanern und Profi-Athleten etwas ganz besonderes überlegt. Neben dem großen Hauptkurs, der nicht nur verschiede Lines,  Fahrlinien und Variationen bereitstellt, sollte durch die hohe Frequentierung dieser Anlagen auch etwas für die jüngsten Nutzer entstehen und so wurde kurzerhand ein über 100 m² großer Kids und Laufrad Kurs mit in die Gesamtanlage eingeplant. Nicht nur das koordinative und motorische Fähigkeiten so schon im Kindesalter trainiert und dadurch Unfallprävention und Spaß an Bewegung vereint werden, vielmehr vereint eine solche Freizeitanlage in dieser Kombination perfekt  Familien und Menschen. Das komplette Design der Anlage wurde so konzipiert, dass trotz asphaltierter Oberfläche sehr viel Wert auf Naturverbundenheit gelegt wurde. Dies hatte zur Folge, dass eine eigens für Mountainbike/BMX angelegte mit Sprüngen präparierte und aus spezieller Erde geformte Strecke (Jumpline) noch in den Pumptrack integriert wurde, welche ebenfalls als Gesamtrundkurs in Kombination mit dem Pumptrack befahrbar ist. Das moderne Stadtbild runden dabei Bäume und neu angelegte Grünflächen im Innen- und Außenbereich ab. Doch als i-Tüpfelchen darf sicher die zeitgesteuerte Flutlicht-Anlage sowie die unsichtbar im Asphalt verbaute Rundenmessanlage mit digitalen Displays erwähnt werden.

Nach der in diesem Frühjahr durchgeführten Ausschreibung und einem weiteren Zuschlag der Gesamtumsetzung an die Firma RadQuartier, ging es im gleichen Tempo weiter. Schon Anfang April begannen der Rückbau der kaputten Sportfläche und der Abbruch der alten Asphaltdecke. Kurz danach rollten auch schon die ersten Bagger an, um die etlichen hundert Tonnen Mineralgemisch zu einem Rundkurs zu formen. In nur wenigen Wochen verwandelten die sogenannten Trail Builder und Pumptrack-Designer die in der Gemeinde bis dato in Vergessenheit geratene Fläche zu einem neuen Gesprächsthema. Von Baustellenbesichtigung zu Baustellenbesichtigung und vor allem nach den durchgeführten Jugendbeteiligungsworkshops veränderte sich die neue hüglige Landschaft hinter dem Bauzaun fast täglich, bis zu dem Zeitpunkt an dem Tonnen über Tonnen von 185 Grad heißen Asphalt geliefert wurden. In händischer Feinstarbeit verwandelte das Team in wenigen Tagen die Baustelle in einen Pumptrack.

Die darauffolgenden Arbeiten wie die Installation der Flutlichtanlage, die Begrünung des gesamten Parks, dem Einbau des Induktionsschleifensystems sowie des Beschilderungskonzepts beendeten die Umsetzung in nur sechs Wochen noch Ende April.

Da die Gemeinde Litzendorf jedoch noch die Arbeiten, die im investierten Gesamtmaßnahmenpaket von 300.000 Euro enthalten sind, selbst durchführt, wie die Entsieglung und den Neubau der Straße direkt zum Pumptrack, müssen sich alle noch mit der Eröffnung der Anlage bis zum Sommer diesen Jahres gedulden.

Einen kleinen Vorgeschmack jedoch gab es schon für die fleißigen Jugendlichen und Sportler des Workshops, welche unter Anleitung der Profi-Athleten des RadQuartiers die ersten Testfahrten an einem Sonntag im Mai absolvieren durften. Leider bleibt dies für Nutzer, der durch den TÜV sicherheitstechnisch abgenommenen Anlage, bis zur offiziellen Eröffnung am 14.Juli 2019 um 14 Uhr eine Ausnahme. Denn erst ab dann wird die modernste Pumptrack Anlage in Deutschland den Bauzaun öffnen, das unsichtbare Rundenzählsystem mit Displays aktivieren, die Flutlicht Spotlights anschalten und die ersten offiziellen Fahrten bei dem großen Openingevent mit Sportlern aus der ganzen Bundesrepublik feierlich eröffnen.

 

Foto: Robin Specht (RadQuartier.com)

 

<< zurück