Städte schlagen Alarm – Unternehmen helfen

Städte schlagen Alarm – Unternehmen helfen

Unternehmen wie die Deutsche Telekom AG, Molkerei Alois Müller GmbH & Co. KG, Campina GmbH & Co. KG oder die Sparda-Bank Hannover-Stiftung setzen sich für Kinderspielplätze und Fitness-Parcours ein.

Der Deutsche Städtetag schlägt angesichts neuer Daten zur Finanzlage der Kommunen Alarm und richtet einen Hilferuf an Bund und Länder. Die Präsidentin des kommunalen Spitzenverbandes, Oberbürgermeisterin Petra Roth aus Frankfurt am Main, sagte Anfang Februar 2010 in Berlin: „Die Folgen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise werden 2010 in den Kommunen immer stärker spürbar. Ein Teil der Städte steht vor dem Kollaps und droht handlungsunfähig zu werden. Dort ist die im Grundgesetz garantierte kommunale Selbstverwaltung in Gefahr.“

Der Deutsche Städtetag veröffentlichte im Rahmen seiner jährlichen Finanzpressekonferenz die aktuelle Prognose der kommunalen Spitzenverbände zur Finanzlage der Städte, Landkreise und Gemeinden in den Jahren 2009 und 2010.
„Die schon seit Jahren bestehenden strukturellen Finanzprobleme vieler Städte spitzen sich zur Zeit dramatisch zu. Rekorddefizite in zweistelliger Milliardenhöhe, eine explodierende Verschuldung durch kurzfristige Kredite, der stärkste Steuerrückgang seit Jahrzehnten und ungebremst steigende Sozialausgaben kennzeichnen die Situation“, erklärte die Städtetagspräsidentin. Petra Roth weiter: „Unser Land braucht handlungsfähige Städte. Gerade in der Krise darf das Vertrauen der Menschen in die zahlreichen kommunalen Leistungen nicht erschüttert werden. Wir wollen diese Dienstleistungen in guter Qualität sichern, etwa die Kinderbetreuung weiter ausbauen, unseren Beitrag für die Schulen leisten und einen verlässlichen öffentlichen Nahverkehr anbieten. Diese Leistungen für die Bürgerinnen und Bürger können aber für die Zukunft nur gesichert und verbessert werden, wenn Bund, Länder und Kommunen gemeinsam die Grundlagen dafür schaffen.“

Die Einnahmen der deutschen Kommunen werden 2010 deutlich zurückgehen. Gleichzeitig steigen die Ausgaben – trotz erheblicher Sparanstrengungen der Kommunen. Die Folge: Jede dritte Kommune kann keinen ausgeglichenen Haushalt vorlegen, und die Verschuldung der Städte und Gemeinden steigt. 60 Prozent der Kommunen planen nun, kommunale Leistungen zu reduzieren. Und 84 Prozent der Kommunen haben vor, Gebühren und Steuern zu erhöhen bzw. einzuführen. Das sind die aktuellen Ergebnisse einer Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young, die auf einer Umfrage unter 300 deutschen Kommunen beruht.
Die Mehrheit der deutschen Kommunen (68 Prozent) bezeichnet die eigene Finanzsituation als schlecht oder sehr schlecht. Jede dritte deutsche Kommune musste für das Jahr 2010 sogar ein Haushaltssicherungskonzept verabschieden – das heißt: Diese Kommunen können keinen ausgeglichenen Haushalt vorlegen und müssen ihre Finanzplanung der Aufsichtsbehörde zur Genehmigung vorlegen.
„Bürgermeister und Kämmerer durchforsten derzeit ihre Haushalte in allen Bereichen auf Sparpotenziale“, beobachtet Hans-Peter Busson, Partner bei Ernst & Young. „Jetzt gilt es, Einnahmen zu steigern und auf der anderen Seite die Ausgaben zu senken. Das wird für die Bevölkerung schmerzlich sein, aber eine andere Lösung gibt es nicht, da die Verschuldung der meisten Kommunen bereits viel zu hoch ist, meint Busson.

Einige Unternehmen sehen sich in diesen schwierigen Zeiten in der Pflicht und unterstützen den Bau von - zum Beispiel Kinderspielplätzen.

Deutsche Telekom AG

Mit den „Bonner Chancen“ erhalten Kinder und Jugendliche in Bonn neue Spiel- und Lernmöglichkeiten.

Die Deutsche Telekom AG hat den Wettbewerb „Bonner Chancen“ ins Leben gerufen, weil sie sich als führendes Unternehmen mit Sitz in Bonn den Bürgern der Stadt besonders verbunden fühlt. Mit dem Förderwettbewerb „Bonner Chancen“ engagiert sich die Deutsche Telekom für die Kinder und Jugendlichen in der Bundesstadt. Ziel des Projekts ist es, das Bildungs- und Freizeitangebot für Heranwachsende nachhaltig zu verbessern, um ihnen ein sorgloseres Aufwachsen zu ermöglichen und ein anregendes Umfeld für das Leben in der Stadt zu bieten. Seit dem ersten Aufruf im Jahr 2004 hat die Deutsche Telekom den Wettbewerb jährlich mit einem anderen Schwerpunktthema fortgeführt. Dabei leistet die Deutsche Telekom Hilfe zur Selbsthilfe: Denn die Bonner Bürger sind aufgerufen, konkrete Projektideen zu benennen, bei denen Förderbedarf besteht..

Den Auftakt bildete 2004 der Aufruf, Projektvorschläge einzureichen, wie die Bonner Spielplätze ansprechender gestaltet werden können. Sieben Spielplätze wurden mit Hilfe der „Bonner Chancen“ renoviert und neu gestaltet. Die Verbesserung von Spielmöglichkeiten auf Schulhöfen und in Freizeiteinrichtungen blieb auch in den Folgejahren stets ein wichtiges Anliegen, zu dem zahlreiche Bewerbungen eingingen. Im Jahr 2009 lautete das Motto: „Das lernen wir spielend“. Es konnten Schulen sowie Freizeiteinrichtungen prämiert werden, die Möglichkeiten des außerschulischen Lernens schaffen. Die mit jeweils bis zu 20.000 Euro geförderten Gewinnerprojekte reichten von einer Forscher-Höhle zur Durchführung von AGs und einer Streuobstwiese, in der Kinder aus städtischer Umgebung Natur hautnah erleben und erlernen können, bis hin zur Einrichtung des neuen Spielraums in der Karl-Simrock-Schule mit Spielgeräten, die die Kinder selbst entworfen und gebaut haben.
Ausführliche Informationen zum gesellschaftlichen Engagement der Deutschen Telekom gibt es unter www.telekom.com/verantwortung

Molkerei Alois Müller GmbH & Co. KG

Mehr Bewegung für Deutschland – die Molkerei Alois Müller baut Initiative für einen gesunden Lebensstil weiter aus.

Nur ein Drittel der deutschen Erwachsenen (42 Prozent der Männer, 33 Prozent der Frauen) ist für mindestens zwei Stunden pro Woche sportlich aktiv. Etwa ein Drittel treibt gar keinen Sport. Diese Zahlen sind alarmierend, denn Bewegungsmangel ist häufig der Grund für Übergewicht und zahlreiche andere körperliche Beschwerden. Um dieser Fehlentwicklung aktiv entgegenzusteuern, engagiert sich die Molkerei Alois Müller für mehr Bewegung und eine gesunde Ernährung in Deutschland: Die Trimm Dich-Initiative von Müller® wurde 2008 in Zusammenarbeit mit dem DOSB ins Leben gerufen und ist Nachfolger der beliebten Trimm Dich- Aktion des DOSB aus den 1970er-Jahren. Namensgeber ist „Trimmy“, das Maskottchen der Trimm Dich-Initiative (www.trimmy.de). Im Rahmen einer Ausschreibung erhielten die Städte Münster, Duisburg, Leipzig und München einen modernen Trimm Dich-Parcours für ihre Stadtparks. Da das Engagement von Müller® langfristig angelegt ist, sollen jedes Jahr vier weitere Parcours folgen.

Aktuell: Hildesheim trimmt sich und hat ein neues Sportangebot für jedermann: am 28. Juli 2010 wurde der Müller® Trimm Dich-Parcours im Naherholungsgebiet am Hohnsensee offiziell der Stadt übergeben. Dr. Kay Brummer, erster Stadtrat von Hildesheim, freut sich: „Der Müller® Trimm Dich-Parcours ist eine echte Bereicherung für unsere sportliche Stadt. Besonders toll ist, dass hier Bewegungsmöglichkeiten für alle Generationen geschaffen werden.“

„Unsere Initiative ‚Müller® bewegt Deutschland’ steht ganz im Zeichen des Breitensports: Wir möchten den Spaß an der Bewegung wecken und das Bewusstsein für einen gesunden Lebensstil fördern“, so Anja Meisel, Leiterin Public Relations bei Müller®. „Dabei geht es uns nicht um den Leistungsgedanken. Wir möchten einen Beitrag für einen gesunden Lebensstil leisten, in dem wir allen Einwohnerinnen und Einwohnern von Hildesheim ein Angebot für mehr Bewegung im Alltag machen.“ Frank Wodsack vom LandesSportBund Niedersachsen e.V. führt weiter aus: „Deutschland braucht mehr Sport, um der weit verbreiteten Bewegungsarmut und oftmals zu einseitigen Ernährung entgegen zu wirken. Mit dem Müller® Trimm Dich-Parcours erhält Hildesheim mehr Lebensqualität.“ Das freut die Kommune.

Die Molkerei Alois Müller und der LandesSportBund Niedersachsen e.V., als Vertreter des Aktionspartners DOSB, übergaben den Geräte-Parcours, hergestellt von der playparc Allwetter-Freizeit-Anlagenbau GmbH, 4Fcircle - der Original Fitness-Parcours, der nach modernsten sportwissenschaftlichen Erkenntnissen entwickelt wurde. Und die Molkerei Alois Müller entlastet so den einen und den anderen kommunalen Haushalt in Sachen Spiel- und Sportplatz.

Sparda-Bank Hannover-Stiftung und Hit-Radio Antenne Niedersachsen

Neue Spielplätze für Niedersachsen! Hit-Radio Antenne Niedersachsen und die Sparda-Bank Hannover-Stiftung packen´s an. Überall in Niedersachsen fehlen Kindern geeignete Spielmöglichkeiten, vorhandene Spielplätze befinden sich teilweise in einem sehr schlechten Zustand oder sind gar baufällig und zum Spielen viel zu gefährlich. Hit-Radio Antenne Niedersachsen und die Sparda-Bank Hannover-Stiftung wollen das ändern - es ist allen Beteiligten eine Herzensangelegenheit, Niedersachsens Kindern tolle Spielplätze zu bauen - ein großartiges Gefühl wie alle zusammenarbeiten und Unmögliches möglich machen. Hunderte Bewerbungen von Stadtverwaltungen, Kindergärten, Elternverbänden, Fördervereinen und vielen mehr sind eingegangen.

„Unsere Stiftung hat in diesem Jahr zum Dritten Mal die Aktion "Schollmayer's Spielplatz S.O.S" gemeinnützig gefördert. Da sich das Geschäftsgebiet unserer Bank über Niedersachsen, Bremen und Nordrhein-Westfalen (Ostwestfalen-Lippe) erstreckt, haben wir im ersten Jahr zunächst in Niedersachsen, dann im Folgejahr auch in Bremen und in diesem Jahr zum ersten Mal auch mit sehr viel Erfolg in NRW sowie wieder in Niedersachsen Spielplätze gefördert.
Die Aktion in Niedersachsen wurde in Zusammenarbeit mit Hit-Radio Antenne Niedersachsen als "Schollmayer's Spielplatz S.O.S" umgesetzt.
Die Anzahl der zu vergebenen Plätze und die Regionen werden jedes Jahr neu festgelegt. Die ursprüngliche Idee haben wir Hit-Radio Antenne Niedersachsen zu verdanken, da ihnen die negativen Ergebnisse eines budnesweiten Spielplatztests des TÜV Rheinland auffielen. Unsere Stiftung ist da als langjähriger Partner gerne eingesprungen.
Im Staatshaushalt und auch auf Landesebene fehlen oft die finanziellen Mittel neue Spielplätze zu bauen oder bestehende in Stand zu halten. Hier fühlen wir uns u. a. aus unserer Stiftungssatzung heraus verantwortlich zu helfen.
Der Vorteil dieser Aktionen? Wir sind ein Kooperationsteam mit professionellem Know-How. Der Radiosender versteht es, die bedürftigen Fälle ausfindig zu machen, der Spielplatzbauer playparc versteht es, hochwertiges und sicheres Spielgerät in kürzester Zeit aufzustellen und mit den Verantwortlichen vor Ort Ehrenamtliche zu mobilisieren. Das unterstützt unsere Stiftung schnell und flexibel mit den erforderlichen Fördermitteln,“ sagt Tania Rubenis, Pressesprecherin Sparda-Bank Hannover-Stiftung.

Erster Gewinnerort 2010: Celle, der Spielplatz Westfeld Ecke Dasselsbrucher Straße. „Ein großes Hallo“ herrschte am 31. Mai 2010 auf diesem Spielplatz, als „Der Schollmayer“ von Hit-Radio Antenne die Übergabe der neu gestalteten Anlage einleitete. Sonst waren nie so viele Kinder dort; kein Wunder bei dem bisher wenig einladenden Zustand des Platzes. Nun aber sind moderne Geräte hinzu gekommen: Ein Balancierparcours und ein Spielturm mit Treppe und Rutschstange. Von 7 Uhr morgens bis 15 Uhr wurde gebaggert, gestampft und montiert. Am frühen Morgen war Moderator Uwe Bentlage vor Ort, er kommunizierte mit seinem Sender die Live-Reportagen über den Baufortschritt. Nun aber war es geschafft. Die offizielle Übergabe konnte stattfinden. „Der Schollmayer“ moderierte und überließ die Übergabe der Vertreterin des Förderers und dem Ortsbürgermeister. Irene Ripp von der Stiftung Sparda-Bank betonte das Anliegen, sinnvolle Freizeitbeschäftigung für Kinder schaffen zu wollen. Die Sparda-Bank Hannover-Stiftung hat in dieses Projekt 15.000 Euro investiert.

Ortsbürgermeister Michael Schwarz dankte der Stiftung insbesondere vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Finanzsituation, zumal eine derartige Aufwertung des Spielplatzes in den nächsten vier bis fünf Jahren nicht möglich gewesen wäre. So freue er sich, dass unserem höchsten Gut – den Kindern – jetzt diese Freizeitbeschäftigung ermöglicht werde.

Martin Engelhard, bei der Stadt Celle unter anderem zuständig für Spielplätze, hatte das richtige Gespür, als er den Spielplatz in Westercelle für die Aktion bei Hit-Radio Antenne einreichte. Unter dem Motto: „Neue Spielplätze für Niedersachsen“ hatte der Sender zusammen mit der Sparda-Bank dazu aufgerufen, „renovierungsbedürftige“ Spielplätze zu benennen. 154 Bewerbungen von Stadtverwaltungen, Kindergärten, Elternverbänden, Fördervereinen aus ganz Niedersachsen waren in der kurzen Zeit eingegangen, aus dem Raum Celle circa zehn. Das nun ausgerechnet – aber sehr zu Recht – der Westerceller Spielplatz auserkoren wurde, war ausgesprochenes Losglück. Alle Bewerbungen kamen in einen „Lostopf“. Die bei den täglichen Verlosungen gezogenen Plätze wurden dann besichtigt und bei sichergestellter Dringlichkeit, Baumöglichkeit und optimalen Bedingungen (Zugänglichkeit für den Einsatz von schwerem Gerät) wieder im „Lostopf“ versenkt. Daraus wurden dann die Plätze gezogen, die aufgewertet werden. In 2010 werden insgesamt sechs Spielplätze aufgewertet, Celle war der erste. Die Aktion läuft seit 2008, seitdem wurden schon 20 Spielplätze umgebaut.

Campina GmbH & Co. KG

Für Reparaturen oder neue Geräte haben die Bezirke in Berlin kein Geld. Die Folge: Rutschen werden gesperrt statt repariert, Klettergerüste abgebaut. Während 1997 in den Bezirken nur ein Spielgerät im Jahr entfernt oder zerstört wurde, sind es nun zwölf – jeden Monat eines. Vandalismus ist das zweite Problem. Es sind die Kinder, die darunter leiden, wenn Jugendliche ihre Plätze mutwillig zerstören. Im Frühjahr 2004 ging die Campina-Spielplatzinitiative „Unser Platz zum Spielen“ mit
einem Aufruf an Berliner und Brandenburger Kinder und Elterninitiativen an den Start. Die Resonanz war gewaltig: Kinder, Jugendliche und Elterngruppen schickten über 200 Bewerbungen für die Sanierung und Modernisierung ihrer Spielplätze. Eine
unabhängige Jury wählte in Berlin die bestens Vorschläge aus, die unter der Federführung der Bezirke und mit finanzieller Unterstützung von Campina Mark
Brandenburg umgesetzt wurden.
„Das setzt positive Zeichen“, sagte Marina Hirschmüller, die am Bezirksamt Pankow für die Spielplatzplanung zuständig ist. Denn schon ein einfaches Spielgerät kostet 15000 Euro. „Dafür fehlt das Geld“, so Hirschmüller. Auch Pankow hatte sich deshalb bei der Campina Aktion mit dem Humannplatz in Prenzlauer Berg beworben.
„Unser Platz zum Spielen“ war auch deshalb ein großer Erfolg, weil zahlreiche
Elternvertreter, Jugendgruppen und Schülerinitiativen sich aktiv an der Konzeption und Umsetzung der Modernisierungsmaßnahmen beteiligt haben. Senatorin Ingeborg Junge-Reyer würdigte das Engagement aller Beteiligten als beispielgebend. „In Zeiten knappen Kassen sind bürgerschaftliches Engagement und Leistungen der Wirtschaft wichtige Elemente für das Gedeihen unseres Gemeinwesens“, unterstrich die Senatorin für Stadtentwicklung bei der feierlichen Einweihung des sanierten Spielplatzes „Humannplatz“.

2005: Die Spielplatzinitiative ging weiter. Campina, größter Schulmilchanbieter in Berlin-Brandenburg, und die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport hatten Anfang April 2005 mit einem öffentlichen Aufruf die Initiative „Unser Platz zum Spielen macht Schule“ gestartet.

Hintergrund: Ein Blick in die Schulstatistik gibt Auskunft: In Berlin gab es im Jahr 2005 circa 880 Schulen mit rund 240.000 Schülern. Circa 50 Prozent der Schulen gehören zur Kategorie Grundschulen (1. bis 6. Klasse). Auf Grund der Richtlinien haben alle Grundschulen in Berlin und Brandenburg einen Spielplatz bzw. einzelne Spiel- und Sportgeräte installiert. Viele der Spielgeräte sind nicht mehr zeitgemäß oder in schlechtem Zustand. Für die nötigen Modernisierungen und Erweiterungen fehlen oft die nötigen finanziellen Mittel.
Mit dem neuen Schulgesetz, das in einer Rekordzeit von wenigen Monaten verabschiedet wurde, verschärfte sich die Lage. Die Zahl der Kinder an
den Grundschulen stieg deutlich. Weil die Kinder bereits mit 5 Jahren eingeschult
werden, kommt ein ganzer Jahrgang hinzu. Auf den Schulhöfen sind zukünftig viele
ganz junge Kinder zu finden, für die Spielplätze eine besonders wichtige Funktion
haben. Die Spielangebote in den Grundschulen sind auf diese neuen Anforderungen
häufig nicht eingestellt. Hinzu kommt, dass – bedingt durch die Verlagerung der
Hortbetreuung in die Verantwortung der Schulen – die Grundschulkinder vermehrt auch nachmittags auf den Schulhöfen zu finden sind. Alles in allem besteht aktueller Handlungsbedarf auf den Schulhöfen. Und genau hier setzte die Spielplatzinitiative von Campina Mark Brandenburg an.
Im Vordergrund stehen dabei folgende Aufgaben: Modernisierung von vorhandenen stationären Spielanlagen an den Schulen. Schaffung von Spielräumen. Anschaffung von neuen stationären Spielgeräten und pädagogisch sinnvolle Erweiterung der Spielanlagen. Bei Schulhöfen mit Platzproblemen Anschaffung von mobilen Spielgeräten, die nur zu den Schul- und Pausenzeiten zum Einsatz kommen. Anschaffung von kindgerechten Sportgeräten auf dem Schulhof.

Für die Verbesserung der Spielraumsituation auf den Schulhöfen wurden von Campina im Rahmen dieser Initiative insgesamt 50.000 Euro bereitgestellt, die aus dem Verkaufserlös von Milch- und Milchprodukten von Campina Mark Brandenburg stammen. Insgesamt hatten sich 280 Schulen aus Berlin und Brandenburg um die ausgelobte Förderung beworben. Von Berliner Schulen wurden 160 Bewerbungen eingereicht, dies ist ein Anteil von 36 Prozent aller Grundschulen. Eine unabhängige Jury – bestehend aus Jugendlichen des Landesschülerausschusses Berlin, Eltern, Lehrern, Vertretern des Senats, des Deutschen Kinderhilfswerkes und von Campina – haben daraus die sieben genannten Projekte ausgewählt.

Und die Campina-Initiative ging im Jahr 2006 und 2007 auch in die dritte und vierte Verlängerung: Aufruf zur Initiative „Unser Platz zum Spielen – Bewegung macht Schule“. Unter dem Motto „Bewegung macht Schule“ errichtete Campina Mark Brandenburg in Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport, der Freien Universität Berlin und dem Deutschen Kinderhilfswerk im WM-Jahr an ausgewählten Schulen Bewegungsbaustellen. Insgesamt stattete Campina 20 Grundschulen mit Bewegungsbaustellen aus. Die zur Verfügung stehende Mindestsumme betrug 20.000 Euro. Im Jahr 2007 startete die Aktion erstmals in Nordrhein-Westfalen.

Fazit

„Die Finanzsituation der deutschen Kommunen ist katastrophal“, fasst Busson von der Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (www.de.ey.com) die Lage zusammen. „Die Folge wird eine weiter steigende Verschuldung der Kommunen sein. Viele deutsche Städte sind im Grunde bankrott. Sie werden die Schuldenkrise nicht aus eigener Kraft lösen können – schon weil die Sozialausgaben immer weiter steigen und die Einsparmöglichkeiten gerade bei den besonders betroffenen Kommunen schon ausgereizt sind“, stellt Busson fest. „Die Kommunen haben inzwischen einen Großteil ihrer Autonomie verloren, ihre Handlungsoptionen sind extrem begrenzt. Sie brauchen wieder einen größeren Gestaltungsspielraum und müssen stärker selbst über ihre Ein- und Ausgaben entscheiden können“.
Wohl der Kommune, die den einen oder anderen Sponsor zur Finanzierung des einen oder anderen Kinderspielplatz im Rücken hat.


Fotos: Deutsche Telekom AG
 

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