Krise drückt kommunale Steuereinnahmen

Krise drückt kommunale Steuereinnahmen

Wie das Statistische Landesamt Rheinland-Pfalz im Dezember in Bad Ems mitteilte, waren hierbei die kreisfreien Städte mit einem Rückgang um rund 25 Prozent stärker betroffen als die Landkreise mit rund 14 Prozent. Besonders die für die Kommunen wichtigen Gewerbesteuereinnahmen fielen der Statistik zufolge in den ersten drei Quartalen um rund 21 Prozent auf 961 Millionen Euro. Auch der wichtige Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer schrumpfte in diesem Zeitraum um 21 Prozent auf nun 620 Millionen Euro. Als einziger Landkreis konnte Mainz-Bingen einen leichten Zuwachs der Steuereinnahmen verbuchen (plus 1,9 Prozent). Den stärksten Rückgang gab es im Landkreis Vulkaneifel mit einem Minus von rund 37 Prozent. Unter den kreisfreien Städten hatte Kaiserslautern den geringsten Schwund zu verkraften (minus 0,4 Prozent), den höchsten Ludwigshafen (minus 39 Prozent).
Der Rückgang der Steuereinnahmen dürfte vor allem durch starke Gewinneinbrüche bei den Unternehmen zu erklären sein, sagte der Präsident des Statistischen Landesamtes, Jörg Berres. Die Rezession habe in der Folge auch die an die Erträge der Unternehmen geknüpften Einnahmen der Kommunen sinken lassen.

Das Statistische Landesamt in Bad Ems hat unter dem Titel »Rheinland-Pfalz regional« die aktuelle Ausgabe der Veröffentlichung »Kreisfreie Städte und Landkreise in Rheinland-Pfalz - Ein Vergleich in Zahlen« vorgelegt. „Die amtliche Statistik verfügt über eine Fülle von Daten, mit denen die Lebensverhältnisse und die Wirtschaftslage in den verschiedenen Regionen des Landes miteinander verglichen werden können“, so Präsident Jörg Berres. Die Publikation »Kreisfreie Städte und Landkreise« sei seit Jahren ein bewährter Baustein in einem umfassenden regionalstatistischen Angebot. „Mit zahlreichen Tabellen, Grafiken und Karten bietet das Nachschlagewerk übersichtliche Informationen aus vielen Themenbereichen, die von der Bevölkerung über die Bildung, den Tourismus bis zum Weinbau reichen“, so Berres.

Eine Auswahl

• Zum 31. Dezember 2008 waren in den Landkreisen 143.110 und in den kreisfreien Städten 50.652 Unternehmen registriert, für die im Jahr 2006 ein steuerbarer Umsatz und/oder sozialversicherungspflichtig Beschäftigte gemeldet waren. Über 20.000 hatten ihren Sitz in der Stadt Mainz oder im Landkreis Mainz-Bingen. In der Stadt Koblenz und den benachbarten Landkreisen Westerwaldkreis, Mayen-Koblenz und Neuwied waren weitere rund 35.000 Unternehmen ansässig.
• In Rheinland-Pfalz gibt es 435 Pflegeheime und 390 Pflegedienste. Der Versorgungsgrad mit verfügbaren Plätzen für vollstationäre Pflege zeigt, gemessen an der Zahl der über 65-Jährigen, große Unterschiede zwischen den einzelnen Landkreisen und kreisfreien Städten. Mit Abstand die meisten Plätze je 1.000 Personen über 65 Jahre stehen in der Stadt Speyer zur Verfügung (71), gefolgt von Koblenz und dem Donnersbergkreis mit jeweils 60.
• Ende 2008 kamen im Land auf 100 Einwohner unter 65 Jahre 7,3 Bezieherinnen und Bezieher von Arbeitslosengeld II bzw. Sozialgeld nach SGB II (»Hartz IV«). Während diese sogenannte SGB II-Quote in keinem der Landkreise über 10 Prozent lag, übertraf sie in sieben der zwölf kreisfreien Städte diese Marke. Die höchste Quote hatte die Stadt Pirmasens mit 17,5 Prozent zu verkraften.
• Die kreisfreien Städte liegen bei der Arbeitsplatzdichte weit vor den Landkreisen, Durchschnittlich kommen in den kreisfreien Städten auf 1.000 Einwohner knapp 673,5 Arbeitsplätze, wobei die Spannweite von 929,4 in Koblenz bis 473,1 in Worms reicht. In den Landkreisen beträgt die Arbeitsplatzdichte durchschnittlich 377,9. Den höchsten Wert erreicht mit 467,7 der Landkreis Bernkastel-Wittlich, den niedrigsten der Landkreis Südwestpfalz (242,7).
• Große Spannweiten gibt es bei der Besuchsquote unter 3-Jähriger in Kindertagesstätten. In Worms besuchen 7,8 von 100 Kindern dieser Altersgruppe eine Tageseinrichtung, in Trier sind es 21,9. Unter den Landkreisen hat der Landkreis Südwestpfalz mit 26,4 die höchste Besuchsquote, am niedrigsten liegt sie im Landkreis Vulkaneifel (11,2). Im Durchschnitt besuchen in den Landkreisen 16,7 von 100 Kindern unter 3 Jahren eine Tageseinrichtung, in den kreisfreien Städten sind es 14,4.
• Nur noch fünf der zwölf kreisfreien Städte wiesen im Jahr 2008 einen positiven Wanderungssaldo auf. Unter den 24 Landkreisen gab es nur noch drei Kreise, in denen mehr Menschen zu- als fortzogen.
• Das verfügbare Einkommen je Einwohner war in den Landkreisen mit im Durchschnitt 18.102 Euro höher als in den kreisfreien Städten (17.126 Euro). Der stärkste Anstieg gegenüber dem Jahr 2000 war im Landkreis Trier-Saarburg zu verzeichnen.

Die Veröffentlichung »Rheinland-Pfalz regional - Kreisfreie Städte und Landkreise Rheinland-Pfalz - Ein Vergleich in Zahlen«, Ausgabe 2009, umfasst 144 Seiten und wird im DIN A4-Format (Pappband, Klebebindung) zum Preis von 11,50 Euro angeboten. Die aktuelle Ausgabe wird als PDF-Datei (3.528 kB) zum kostenfreien Herunterladen angeboten (www.statistik.rlp.de). Auch die PDF-Dateien der Ausgaben 2004 bis 2008 stehen zum Download bereit.

 

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