Inhouse-Seminar der Firma Trofil am 22.03.2012 in Hennef bei Bonn

In den Produktionshallen des Kunstrasenherstellers Trofil trafen sich am 22.03.2012 Zuhörer aus den Kommunen, Architektenbüros, Vereinen und der Industrie, um alles zum Thema Kunstrasen, Normung, Qualität und Preis zu erfahren.

Inhouse-Seminar der Firma Trofil am 22.03.2012 in Hennef bei Bonn

Wenn schon alles um Kunstrasen geht, dann auch auf einem hauseigenen Kunstrasenfeld. Nicht nur das: in den Produktionshallen hatten die Teilnehmer im Anschluss an die Veranstaltung die Möglichkeit, live die Produktion eines Kunstrasens zu sehen.
Dabei stellte Herr Wedell die Frage wie man als Hersteller Kundennutzen beschreibt und eine optimale Ausführung der Kundenbedürfnisse finden kann. Außerdem regte der Geschäftsführer von Trofil die Teilnehmer und Referenten zu einer neutralen und fachlichen Diskussion über die Frage Kunstrasen vs. Naturrasen, Preis und Produktion sowie die Normierung an. Ein weiteres Thema schnitt Herr Wedell mit der Nachhaltigkeit von Kunstrasen als „Ergänzung in und für die Natur“ bzw. den „Synergien zwischen Technik und Natur“ an. Dabei ging es um die Umweltverträglichkeit von Kunstrasen und dem Nutzen für den Menschen, der durch diesen im Einklang mit der Natur leben kann.
So begann Herr Wedell, der seit über einem Jahr als Geschäftsführer für das Start Up-Unternehmen Trofil tätig ist, seinen einführenden Vortrag. Dabei stellte er das in Hennef ansässige Unternehmen und seine Produktpalette vor. Alle Materialien, wie Garne, Zwirne und Texturierung, werden selbst ausgewählt und hergestellt. Das Mutterunternehmen von Trofil, Monofil, ist bereits seit 1984 mit Garnen und Fasern auch für den Kunstrasenmarkt tätig. Wichtig für Trofil ist Vielseitigkeit, um die Produktpalette flexibel den Wünschen der Kunden anzupassen. In dem heiß umkämpften Kunstrasenmarkt eine gute Strategie. Das Familienunternehmen setzt auf ein breites Spektrum von Produkten: vom Sportrasen bis zum bedruckten Messeeventboden ist alles möglich. Herr Wedell ist der Meinung, dass gute Qualität und ein hoher technologischer Standard dafür sorgen, eine kostenoptimierte Produktion langfristig in Deutschland zu ermöglichen. Durch Flexibilität, Kundenorientierung sowie die kooperative Zusammenarbeit mit Zulieferern, möchte Trofil seine Marktpräsenz weiter stärken und ausbauen.
Nach einer kurzen Pause folgte der Vortrag von Herr Dennis Frank vom Institut für Sportstättenprüfung aus Bad Laer mit dem Thema „Din SPEC 18035-7:2011-10 für Kunstrasenflächen“, ein Thema das derzeit eine große Kontroverse ausgelöst und die Branche verunsichert hat. Das ISP hat sich auf die Eignungsprüfungen im Labor in Bad Laer nach ISO 17025 spezialisiert und prüft unter der Leitung von Dr. Uwe Schattke unter anderem Sporthallen und Außenbereiche. Herr Frank stellte die wesentlichen Änderungen vor: der Kraftabbau soll erhöht werden, die vertikale Verformung verringert sowie der Feldmesspunkte von 6 auf 19 Punkte angehoben werden. Herr Frank wies darauf hin, dass die DIN SPEC keine Norm im klassischen Sinn ist, sondern eine Spezifikation SPEC und eine Anpassung an die europäische Norm bedeutet. Durch die Einführung neuer Prüfverfahren werden hohe Anforderungen an den Kunstrasen gestellt.
Herr Daniel Schockmann von der FA. Genan stellte in seinem Vortrag den Granulathersteller mit Stammsitz in Viborg (Dänemark) vor. Dabei ging er auf die Vorteile bei der Herstellung von Granulaten ein, die aus umweltunbedenklichen Stoffen wie Altreifen (müssen der europäischen Norm entsprechen) hergestellt werden und zu 90% die Kunstrasenplätze weltweit verfüllen.
Im Anschluss daran stellte Herr Björn Hammel von, der in Troisdorf bei Bonn ansässigen, Firma Progame Trocellen Group die Vorteile von Elastikschichten für Kunstrasen dar. In der Funktion vereinen beide eine gute Kombination aus Kraftabbau und vertikaler Verformung, so dass für den Sportler viele Vorteile, wie zum Beispiel: ein vermindertes Verletzungsrisiko, entstehen. Es ist eine vorgefertigte Bahnenware, für die auf der Baustelle kein Granulat und auch keine Bindemittel verwendet werden muss. Die Verlegung ist Maschinenunabhängig und geht schnell. Eine echte Alternative zum Gummigranulat.
Herr René Auerbach sowie Herr Stephan Viel, Mitarbeiter des Veranstalter TROFIL, stellten weitere Wirkungsbereiche des Unternehmens vor: neben dem GalaBau, gibt es auch zahlreiche Referenzbeispiele aus Indoorhallen, Kleinspielfeldern, Hockey, Golf und auch aus dem Privatgartenbereich. TROFIL zeigt, dass Kunstrasen in zahlreichen Bereichen einsetzbar ist. Kunstrasen ist ein vielseitiges Produkt und erreicht immer mehr Wirkungsbereiche.
Der Bereich der Sportplatzinstallation wurde von dem Niederländer Ron de Vlieger der Firma Henitech B.V. vorgestellt, der die wichtigsten Strukturen (Entwässerung, Unterbau und Konstruktion) anhand einiger Beispiele zeigte. Er betonte, dass durch gute Planung eines Sportplatzes, unter Berücksichtigung der Gegebenheiten bezgl. des Untergrundes, viele Fehler vermieden werden können. Bodengutachten als Basis für die Planung, und eine regelmäßige Bauabschnittkontrolle, sichern die Qualität und verhindern ungeplante Kosten.
Den Abschluss der Vortragsreihe bildete Herr Achim Höse von der Berleburger Schaumstoffwerke GmbH. Er referierte über Elastikschichten für Kunstrasensysteme im Ortseinbauverfahren und die Anforderungen sowie Belastungen im Bau und während der Nutzung. Weiterhin präsentierte er die Vorteile von synthetischem Fallschutz im öffentlichen Raum sowie die Möglichkeit diese Form von Boden auch als Sportboden in zahlreichen Variationen (Farbe, Ausführung) zu verbauen. Da das Material vielseitig einsetzbar ist, kann man es sowohl im Spielplatzbereich, als auch im Sportbodenbereich verwenden. Ein schönes Beispiel dafür ist die Tartanlaufbahn im Berliner Olympiastadion, in dem Usain Bolt 2008 seinen Weltrekord aufstellte. Auch heute läuft Bolt auf einer Trainingsbahn von BSW.
Fazit der gesamten Veranstaltung ist: Es wurde sich sehr ausführlich mit den verschiedenen Einsatzgebieten von Kunstrasen auseinander gesetzt. Die Teilnehmer bekamen ein sehr intensives Bild von einer Produktionsstätte. Außerdem wurde die Kontroverse der neuen DIN SPEC aufgenommen und diskutiert. Ebenso gab es einiges an Innovationen und Denkanstößen, die die Teilnehmer mit nach Hause nehmen konnten. Alles in allem eine sehr gelungene Veranstaltung, die hoffentlich eine Fortsetzung findet.
 

Trofil stellt auf der GaLaBau 2012 in Nürnberg aus: Halle 1, Stand 1-319

 

Fotos: Trofil

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