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„Grüne Asche“ –wie Tennenplätze sich schnell zu Naturrasenplätzen wandeln

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Der Tennenplatz hat weitestgehend ausgedient. Obwohl er wegen seiner fast unbegrenzten Haltbarkeit, dem niedrigen Unterhaltsaufwand und seiner relativ hohen Auslastungskapazitäten von Kommunen und Sportanlagenbetreibern sehr geschätzt wird, haben ihn die heutigen Nutzer meist endgültig abgeschrieben. Unbeliebt war die „Asche“ schon immer, doch jetzt, wo es eine Vielzahl von neuen Optionen gibt, stehen vor allem die Fußballvereine im Zugzwang. Die Tenne muss weg, was Neues muss her. Und so entstehen vielerorts vor allem Kunst- und Hybridrasenplätze. Ein nicht ganz günstiges Unterfangen – die Umbaukosten beginnen bei ca. 350.000 Euro und liegen meist über 500.000 – und aufgrund oft klammer kommunaler Haushalte müssen die Vereine in vielen Fällen selbst finanziell aktiv werden.

Dort, wo das Geld knapp ist, sind preisgünstige Alternativen gerne gesehen. Und dabei rückt immer wieder ein Verfahren in den Fokus, welches im Vergleich zu herkömmlichen Umbauten in Natur-, Hybrid- oder Kunstrasenplätze sehr viel kostengünstiger daherkommt: die so genannte „grüne Asche“. Diese Umbaumethode ist keine Neuentwicklung, sondern schon seit über 20 Jahren bekannt. Dabei wird der vorhandene Tennenbelag mit rund 500 t Sand sowie Substraten gemischt und auf dieser neuen Oberfläche nach der Düngung ein Sportrasen ausgesät. Das klingt recht einfach und ist auch in der Praxis nicht sonderlich schwer umzusetzen. Wichtige Voraussetzungen sind hierbei allerdings, dass einerseits der vorhandene Tennenbelag für einen solchen Umbau geeignet ist und andererseits eine funktionierende Drainage und eine Möglichkeit zur Bewässerung vorhanden sein sollten. Die Umbaukosten inkl. Einrichtung einer Bewässerungsanlage liegen meist bei rund  80.000 – 130.000 Euro. Sollte allerdings die Drainage noch nachgebessert  werden müssen, kann es schnell über 100.000 Euro teurer werden.  Trotzdem sind die Umbaukosten deutlich niedriger als bei anderen Umbauvarianten.

Die „grüne Asche“ ist also kostentechnisch eine echte Alternative. Sie unterscheidet sich aber in der Bespielbarkeit durchaus auch von einem klassischen Naturrasenplatz. Da die Sedimentschicht des Tennenplatzes noch vorhanden bleibt, ist der Platz deutlich härter als herkömmlicher Natursportrasen. Die Entwickler der „grünen Asche“ versprechen sich dadurch eine bessere Belastbarkeit, da die Graswurzeln in der Sedimentschickt einen besseren Halt finden. Auch das Laufverhalten soll dadurch verbessert werden, das Naturrasengefühl aber vorhanden bleiben. Über 800 Nutzungsstunden könnten pro Jahr möglich sein, rechnen sollte man aber bei der Planung lieber mit 600 – 700. Die Umbauzeit ist relativ kurz, in der Regel kann nach wenigen Monaten der Spielbetrieb aufgenommen werden, es hängt allerdings auch von der Witterung ab, wie gut und schnell der Rasen anwächst.

Der neue Sportplatz muss dann natürlich wie jeder andere Naturrasen auch, regelmäßig und gut gepflegt werden. Damit liegt er bei den Kosten im Unterhalt über denen eines Kunstrasenplatzes. Auch die Nutzung ist je nach Wetter, vor allem im Winter, eingeschränkt. Teile des Trainingsbetriebes, vor allem Ausdauertraining, sollten besser nicht auf dem Naturrasenplatz erfolgen und stark beanspruchte Zonen, wie die Mitte des Spielfeldes, sollten bei Nutzung außerhalb des Spielbetriebes geschont werden. Zudem liegt, wie bereits erwähnt, die jährliche Nutzungszeit bei nur rund 700 Stunden, wenn man deutlich mehr benötigt, wird der Weg nicht an einem Kunstrasenplatz vorbei führen oder man bleibt bei der ungeliebten Tenne.

In der abschließenden Betrachtung ist zu sagen, dass die Umbauvariante „Grüne Asche“ durchaus eine Alternative zum Kunst- oder Hybridrasenplatz sein kann. Der Umbau ist deutlich günstiger und der Naturrasen hat seine spielerischen Vorzüge. Man muss allerdings mit einer deutlich geringeren Anzahl von Spielstunden (gegenüber Tenne und Kunstrasen) und witterungsbedingten Einschränkungen klarkommen sowie eine vernünftige Pflege gewährleisten können.

TT

foto: SSV Overrath 1919 e.V.

 

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