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Internationales Fachmagazin für Spiel-, Sport- und Freizeitanlagen

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Der familienfreundliche Sportplatz – Eintagsfliege oder Evergreen?

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Seit Mitte der 1990er Jahre ist der familienfreundliche Sportplatz mit seinem Trend zur Multifunktionalität und seinen generationsübergreifenden Angeboten aus dem weiten Feld der Sport- und Bewegungsräume nicht mehr wegzudenken. Deutschlandweit werden Anlagen, die sowohl für den vereinsgebundenen als auch den informellen Sport, für Kommunikation, Zeitvertreib, Entspannung und Spielen geeignet sind, geplant, gestaltet und umgesetzt. Heraus stechendes Merkmal bei der Planung ist dabei der Einbezug zahlreicher Akteure. Künftige Nutzer, lokale Experten, Betroffene sowie Vertreter sozialer Gruppen werden früh in den Planungsprozess eingebunden um möglichst bedarfsgerechte Anlagen zu schaffen und eine hohe Akzeptanz durch die Bürger zu gewährleisten. Jedoch hat bisher nur selten eine Evaluation der Anlagen stattgefunden.

Wer nutzt diese Anlagen? Sind dort tatsächlich mehrere Generationen aufzufinden? Und nimmt die Attraktivität einer solchen Anlage über die Zeit ab? Wie ist es also um die Nachhaltigkeit dieser Anlagen bestellt?
Eine kürzlich in Kooperation von ikps (Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung) und lsbh (Landessportbund Hessen) durchgeführte Studie ging diesen Fragen nun auf den Grund. Im JahnPark in Bad Hersfeld (Hessen) wurden bereits zum zweiten Mal die Besucher zu ihren Nutzungsgewohnheiten befragt und die diesjährigen Ergebnisse mit denen aus dem Jahr 2002 verglichen. Darin wurde vor allem eines deutlich: der JahnPark ist nach wie vor ein attraktiver Bewegungs- und Naherholungsraum für zahlreiche Zielgruppen, aber bei weitem keine Eintagsfliege.

JahnPark Bad Hersfeld

Der JahnPark umfasst sowohl einen Kunstrasenplatz für den Fußballsport als auch einen in etwa ebenso großen Freizeitbereich. Hier finden sich neben einer 110 Meter-Laufbahn, weiteren leichtathletischen Anlagen und einem Kleinspielfeld auch ein Trendsportbereich mit Basketballkörben, Beachvolleyballfeldern, einer Funbox, einer Skate-Anlage sowie einer asphaltierten Fläche für Inline-Hockey, die im Winter vereist werden kann. Außerdem gibt es ein breites Angebot für Kleinkinder und Kinder – ein Barfußpfad und ein Klangwald sowie ein Kletterwald und ein Balanceparcours sind ebenso zu finden wie ein grünes Klassenzimmer der benachbarten Schule. In diesem Jahr wurde deren Schulhof bewegungsfreundlich umgestaltet, so ist am Rande der Anlage im Übergang zum Schulgelände ein weiterer Bereich im JahnPark entstanden. Das Vereinsheim mit Kiosk, an dem ein Marktplatz mit Sommerstockbahn und Bouleanlage angegliedert sind, bildet mit der kostenlos zur Verfügung stehenden Minigolfanlage einen weiteren Bereich. Darüber hinaus erschließt eine Finnenbahn das gesamte Gelände.

Nach der Eröffnung der Anlage vor etwa zehn Jahren waren insbesondere Jugendliche der neuen Attraktion gegenüber sehr aufgeschlossen und machten damals zahlenmäßig die Hauptnutzergruppe aus. Heute haben sich zu den Jugendlichen auch Kinder und vor allem Ältere hinzugesellt, welche den JahnPark mehrmals in der Woche besuchen und ihn regelmäßig für ihre sportlichen Aktivitäten nutzen, so dass eine Nutzung von verschiedenen Altersgruppen und damit auch eine soziale Kontrolle nahezu jederzeit gegeben ist.

Diese Gruppe von regelmäßigen Nutzern wird erweitert durch eine Gruppe von Menschen, die den JahnPark als attraktives Ausflugsziel, beispielsweise am Wochenende, besucht. Sie kommen meist nicht aus dem Stadtgebiet, sondern nehmen eine etwas weitere Anreise in Kauf, um in den JahnPark zu gelangen und schätzen die vielfältigen Möglichkeiten, die sich ihnen im JahnPark bieten.
Mädchen und Frauen, welche auf den traditionellen Sportplätzen eher selten anzutreffen sind, werden vom Angebot im JahnPark ebenso angezogen wie Jungen und Männer. Die Studie konnte für einige Bereiche im JahnPark sogar eine stärkere Frequentierung durch Frauen nachweisen als durch Männer. Demnach gewährleisten vielfältigen Möglichkeiten im JahnPark eine ausgeglichene Nutzung durch beide Geschlechter.

Erfreulich ist darüber hinaus eine in den letzten Jahre zu beobachtende Zunahme der Anzahl der Nutzer mit Migrationhintergrund. Der JahnPark scheint daher nicht nur generationsübergreifenden, sondern auch integrativen Charakter zu besitzen und damit auch für das Zusammenleben der Bürger in Bad Hersfeld eine bedeutende Rolle zu spielen.

Außerdem lassen die teilweise sehr langen Nutzungsdauern der Besucher vermuten, dass der JahnPark nicht nur eine gut besuchte Sportgelegenheit, sondern darüber hinaus auch ein attraktiver Begegnungsort ist, der als Treffpunkt in der Freizeit dient.
Über die Jahre hat sich der JahnPark in Bad Hersfeld also zu einem attraktiven Sport- und Begegnungsort gemausert, der aus der Stadt kaum mehr wegzudenken und über die Stadtgrenzen hinaus als attraktives Ausflugsziel bekannt ist. Der familienfreundliche Sportplatz ist und bleibt also ein Dauerbrenner.


Zur Autorin:
Maren Reyer, Diplom-Sportwissenschaftlerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung, Stuttgart (Kontakt: reyer@kooperative-planung.de)

 

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