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Playground@Landscape

Internationales Fachmagazin für Spiel-, Sport- und Freizeitanlagen

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08.08.2013 - Ausgabe: 4/2013

Bewegungsparcours im Außenbereich

Ein Interview mit Steffen Strasser,

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Playground@Landscape: Der Verband hat einen neuen Ausschuss innerhalb des BSFH gegründet: Outdoor-Fitness. Was möchte der BSFH damit erreichen?
Steffen Strasser (Obmann des AA): Im Mai dieses Jahres fand in Paderborn die Auftaktsitzung der BSFH-Arbeitskreises "Bewegungsparcours im Außenbereich" statt. Zunehmend sehen wir, dass sich das Bedürfnis der Menschen, sich im öffentlichen Raum zu bewegen, in den letzten Jahren stark zugenommen hat. Leider hat es dabei auch Entwicklungen gegeben, die nicht immer gut waren. So kam es z.B. häufiger vor, dass Bewegungsgeräte strategisch ungünstig in einen Kinderspielplatz hinein gebaut wurden, ...
Als Untergruppe des BSFH ist es uns wichtig, dass die entstehenden Bewegungsräume qualitativ gut geplant und ausgestattet werden. Deshalb wollen wir als Informationsforum für kommunale Entscheider und Landschaftsarchitekten zur Verfügung stehen.

P@L: Outdoor-Fitness – nur ein Trend?
Steffen Strasser: Wir denken, dass der generationsübergreifende Bewegungsraum nicht nur ein Trend, sondern die logische Konsequenz des seit Jahren anhaltenden und nicht aufzuhaltenden demographischen Wandels ist. Gerade auch unter dem Gesichtspunkt der eigenverantwortlichen Gesundheitsprävention wird es zunehmend wichtiger, den Fitness-bewussten Menschen auch konzeptionell und qualitativ gute Lösungen für individuelle Bewegungsmöglichkeiten anzubieten.
Bewegungsräume sind ja zumeist keine reinen "Fitnessstudios im Freien", sondern auch Begegnungsstätten für diejenigen, die sich fit halten wollen. Der Wunsch danach kennt eigentlich keine Altersbegrenzung und beschränkt sich natürlich nicht nur auf die sogenannten Senioren.

P@L: Welche Ziele hat sich die „Gruppe“ gesteckt?
Steffen Strasser: Wir wollen Bewusstsein schaffen, dass Bewegungsräume im öffentlichen Raum ein Mittel sind, um für drängende gesellschaftliche Problemstellungen wie Adipositas Lösungswege anzubieten. Neben der physischen Komponente der Gesundheitserhaltung und dem körperlichem Wohlgefühl, hat ja Bewegung in einer Gruppe auch eine starke soziale Komponente. Deshalb haben wir uns zum Ziel gesetzt, die Idee von Bewegungsparcours zu fördern.

P@L: Gehen den Kommunen die Ideen aus, so dass Spielplätze im Zweifel abgebaut werden? Könnte nicht als sinnvolle Maßnahme ein Mehrgenerationen-Bewegungsraum entstehen?
Steffen Strasser: Grundsätzlich ist es schade um jeden Kinderspielplatz der abgebaut wird! Die Bedeutung von Spielplätzen für die kindliche Entwicklung wird bei solchen Entscheidungen häufig nicht bedacht. Besonders bedauerlich ist es aber, wenn lediglich finanzielle Gründe dazu führen. Manchmal führt aber auch die Altersentwicklung der Bewohner im "Viertel" dazu, dass es sehr viel weniger Kinder gibt und der dortige Spielraum kaum in Anspruch genommen wird. In solchen Fällen kann die Einrichtung eines Bewegungsraums eine sinnvolle Alternative sein.

P@L: Also ein Muss für jede Kommune?
Steffen Strasser: Dies ist letztlich unvermeidlich wenn man den demographischen Wandel berücksichtigen will. So wie die Idee von öffentlichen Räumen, die dem Spiel von Kindern gewidmet ist, sich durchgesetzt hat, wird auch der öffentliche Bewegungsparcours eine Entwicklung sein, das sich durchsetzen wird. Schon heute gibt es viele Kommunen, die flächendeckend in ihrem Gebiet solche Angebote schaffen wollen und bereits damit begonnen haben.

P@L: Wie sieht es in puncto Sicherheit aus, Stichwort Norm?
Steffen Strasser: Seit Mai 2012 existiert eine neue DIN-Norm für Fitnessgeräte im Außenbereich, die DIN 79000. Sie sorgt für mehr Sicherheit und bildet übrigens auch die Basis für die europäische Normung. Sie sehen, dass Europa dieser Idee folgen wird!

P@L: Wie sieht der optimale Bewegungs-Parcours aus? Welche Anforderungen sollte dieser haben?
Steffen Strasser: Wir sind der Überzeugung, dass es einen idealtypischen Parcours nicht gibt. Er muss immer auf die individuellen Bedürfnisse seines Standortes und der Nutzer abgestimmt werden. Entscheidend ist, dass es bei der Gestaltung des Bewegungsparcours einen ausgewogenen Mix geben muss, zwischen gutem Standort, zielgruppenorientierter Geräteauswahl und konzeptioneller Umsetzung.

P@L: Wie viele Klimmzüge schaffen Sie?
Steffen Strasser: ...den ersten schaffe ich immer... :-)

 

Das Interview führte Thomas R. Müller (Playground@Landscape)
 

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(Erster Beitrag erschienen in der Playground and Landscape Ausgabe 4 / 2019).