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Internationales Fachmagazin für Spiel-, Sport- und Freizeitanlagen

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19.02.2016 - Ausgabe: 1/2016

Wasserspielplatz als Marketinginstrument

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Die Menge jubelte, als Kaiser Wilhelm II. am 11. August 1899 das Schiffshebewerk Henrichenburg einweihte. Noch über 100 Jahre später sind die Besucher begeistert von diesem größten Bauwerk am Dortmund-Ems-Kanal. Der gigantische Aufzug liegt seit über 40 Jahren still. Im Museum wird die Geschichte des Hebewerks und der Menschen am Kanal wieder lebendig. Bei den "Hitlisten des Westens" wurde das Schiffshebewerk Henrichenburg von den Zuschauern des WDR auf Platz 1 der beliebtesten Industriedenkmäler in NRW gewählt. Sicherlich auch, weil die gesamte Familie eingebunden aktiv wird.

Am 1. April 2012 eröffnete der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) die neue Attraktion in seinem Waltroper Industriemuseum. „Highlight ist ein künstlicher Wasserlauf mit einem Modell des Schiffshebewerks“, freut sich LWL-Museumsleiter Dr. Arnulf Siebeneicker. Der Wasserspielplatz wurde bei einer kleinen Zeremonie in Anwesenheit von LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale und der Waltroper Bürgermeisterin Anne Heck-Guthe eröffnet.

„Was bietet das Spielareal? Einen Spielturm, auch in puncto Barrierefreiheit, so dass spielende Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam erkunden und spielen können. Spielerisch ist das Prinzip des Hebewerks zu erkennen und kann selbst durchgeführt werden: Highlight ist ein künstlicher Wasserlauf mit einem Modell des Schiffshebewerks, in dem die Kinder per Kurbel kleine Flöße auf und ab bewegen können. Es gibt verschiedene Möglichkeiten zum Überqueren des Wassers. Die Wasserstrecke ist einem Kanal nachempfunden. Die Wagemutigen erhalten ihren Kick durch unseren Tarzanschwinger. Der Spielplatz gibt die Möglichkeit, die Kraft des Wassers spielerisch zu erkennen, ebenso die Nutzung als Transportweg“, sagt Mario Hampel, Geschäftsführer des Spielplatzgerätehersteller Kinderland Emsland Spielgeräte.

 

Der Wasserspielplatz (aus der Sicht des Museumsleiters)

„Neben dem 1899 eingeweihten technischen Denkmal, mit dessen Hilfe die Lastkähne eine 14 Meter hohe Geländestufe am Dortmund-Ems-Kanal überwinden konnten, verfügt das LWL-Industriemuseum Schiffshebewerk Henrichenburg über ein großes Freigelände. Dazu gehören die Hafenbecken am Unterwasser und am Oberwasser, in denen die historischen Binnenschiffe aus der Sammlung des LWL-Industriemuseums vertäut liegen.

Der Wasserspielplatz befindet sich am 400 Meter langen Oberwasserbecken des Schiffshebewerks. Mit der Planung dieser Anlage haben wir ein doppeltes Ziel verfolgt: Die Kinder sollen fröhlich im Wasser herumtollen können und gleichzeitig die Möglichkeit haben, die Funktion des technischen Denkmals spielerisch zu „erfahren“. Dieser Plan ist erfolgreich umgesetzt worden. Die Kinder ziehen kleine Flöße über den Miniaturkanal und bewegen diese in einem Modell des Schiffshebewerks mit einer Kurbel nach oben oder unten. Mit einer archimedischen Schraube sorgen sie selbst dafür, dass das Oberwasser dieses Modells immer ausreichend gefüllt ist.

Der Wasserspielplatz hat die Attraktivität des Museums erheblich gesteigert. Schon zur offiziellen Eröffnung der Anlage am 1. April 2012 kamen 3.000 Besucher. Seitdem verwandelt sich das Areal bei schönem Sommerwetter regelmäßig in ein Planschbecken mit Liegewiese. Da in der näheren Umgebung attraktive Spielgelegenheiten Mangelware sind, haben sich viele Anwohner mit einer Familienjahreskarte versorgt, die ihnen für 19,70 Euro ganzjährig den Zugang zum Museumsgelände inklusive Wasserspielplatz verschafft. Günstig ist auch die Lage des Wasserspielplatzes direkt neben dem Hafengebäude, in dem die Sonderausstellungen des Museums gezeigt werden. Für Familien lässt sich ein Ausstellungsbesuch so gut mit einem Spielplatzaufenthalt verbinden“, sagt Dr. Arnulf Siebeneicker, Museumsleiter LWL-Industriemuseum, Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur, Schiffshebewerk Henrichenburg.

Der Spielplatz als Freibadersatz? „Wir hatten schon Besucher, die sich dort erst gesonnt und dann ‘oben ohne‘ unsere Ausstellung besucht haben“, sagt Vera Lengersdorf vom LWL-Industriemuseum. Wissenschaftliche Erkenntnisse, gepaart mit Spaß und Spiel. Aktives und passives Erleben: die Marketingleitung des LWL-Industriemuseum Schiffshebewerk Henrichenburg hat sinnvoll in den Spielplatz investiert.

 

Foto: LWL-Industriemuseum Schiffshebewerk Henrichenburg

 

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