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Internationales Fachmagazin für Spiel-, Sport- und Freizeitanlagen

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Klettern in der Stadt – Möglichkeiten in der Planung

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Der Klettersport ist seit vielen Jahren sehr beliebt und durch die Errichtung von Kletterhallen und –wäldern mittlerweile auch für viele Stadtbewohner außerhalb der Berge durchführbar. Doch viele Kletterfreunde zieht es trotz solcher Einrichtungen im Stadtgebiet an die frische Luft. Von daher entstand vor einigen Jahren die „Buildering“-Bewegung, die das Klettern an Gebäuden und Konstruktionen im urbanen Umfeld forcierte. „Klettern in der Stadt“ wurde hierbei wörtlich genommen. Mauern, Häuserfassaden, Brücken, Kräne, Dächer – alles konnte einen Anreiz für die mehr oder weniger passionierten Kletterer bringen.

Die Frage nach der Legalität, der Sicherheit und dem Risiko stellt sich dabei natürlich fast automatisch. Zum einen gibt es seitdem einige Spots, an denen das Klettern sogar erlaubt ist und entsprechende Sicherheitsmaßnahmen, wie Befestigungsringe an den Bauwerken befestigt wurden, zum anderen wurden auch Häuserwände mit Klettergriffen versehen, bei denen man die Außenfassade emporklettern kann. Für einen richtigen Boulderer, einem Kletterer ohne Gurt und Seil, sind solche Einrichtungen aber keine Herausforderung. Hier wird auch gerne das Risiko gesucht, vor allem wenn man hinterher in den sozialen Medien mit entsprechenden Bildern oder Videos auf die eigene Leistung aufmerksam machen kann. Dass man dabei unter Umständen unerfahrene Nacheiferer zu gefährlichen Aktionen verleiten kann, spielt meist keine wesentliche Rolle. Es muss aber auch nicht gleich der Wolkenkratzer sein, in der Regel spielt die technische Herausforderung für einen Boulderer eine wichtigere Rolle als die Höhe. Ein explizites gesetzliches Verbot Fassaden oder Gebäude zu beklettern gibt es übrigens nicht, einzig und allein Vergehen wie Hausfriedensbruch oder Erregung öffentlichen Ärgernisses müssen die Kletterer befürchten.

Nun spielt bei der Planung von Gebäuden, Brücken oder Mauern das Thema „Bekletterbarkeit“ nur eine untergeordnete Rolle. Auch wenn es bei Schallschutzwänden beispielsweise durchaus auch gelungene Lösungen mit Klettervorrichtung gibt. Dem Boulderer, der das Risiko sucht, wird ein Planer ohnehin niemals gerecht werden, aber für alle, die draußen Klettern möchten, gibt es durchaus Lösungen, die in die Stadtgestaltung gerade im Bereich Spiel- und Freizeitareale integrierbar sind.

Auf vielen Spielplätzen findet man beispielsweise schon kleine Kletterwände oder –würfel, wo Kinder ohne zusätzliche Sicherung in geringer Höhe aber schon Klettertechniken erproben können. Deutlich mehr Herausforderung versprechen Kletterfelsen. Künstliche Felsnachbildungen in beliebiger Gestaltung für Groß und Klein bieten durchaus ein Klettervergnügen und sind meist gut in die Gestaltung einer Anlage integrierbar. Hier sollten allerdings Sicherheitsbestimmungen wie Fallschutz und Material stimmen, denn die Verkehrssicherheit spielt hier natürlich eine große Rolle. Mehr als drei Meter Höhe sind deswegen nur schwer zu realisieren. Es gibt aber auch Kletterfelsen bis 20 Meter Höhe, wo dann allerdings nur mit Sicherungsseil dran geklettert werden darf.

Als größere Herausforderung gibt es einige meist von Klettervereinen betriebene Anlagen, wo an alten Gebäuden und Bauwerken unter sicherheitstechnischer Aufsicht geklettert werden kann. Vor allem alte verlassene Industrieanlagen bieten sich hierfür an. Hier kann man schon mal einen alten Fabrikschornstein oder ein altes Lagerhallendach erklettern. Für die Stadtplanung sind solche Areale aber kaum umsetzbar.

Aber es zeigt sich, dass es durchaus Lösungen gibt für Kinder und Erwachsene einfache Klettermöglichkeiten in der Stadt zu errichten. Gerade für Anfänger und erfahrene Kletterer sind dies gute Installationen, um zu üben. Ob man andere mit solchen Einrichtungen vom „Buildering“ abhält, ist allerdings fraglich, denn wie beim Parkour ist für viele die herkömmliche Stadtgestaltung der größte Anreiz und geplante Anlagen können nicht so viel Originalität bieten. Für den erfahrenen Kletterer kann es als Herausforderung sowieso nur heißen: ab ins Gebirge und an echten Felsen klettern!

TT

Foto: X-Move GmbH

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