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Internationales Fachmagazin für Spiel-, Sport- und Freizeitanlagen

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Erlebnisreiche Spiel- und Kletterwelten auf der 8. Sächsischen Landesgartenschau

Kristin Schwabe (Landesgartenschau Frankenberg/Sa. gGmbH)

Eine Vision wird Wirklichkeit: Fast vier Jahre lang wurde das knapp elf Hektar große Gelände in und um die Stadt Frankenberg/Sa. geplant, bebaut und bepflanzt. Nun ist es endlich soweit: Vom 20. April bis 6. Oktober ist Landesgartenschau in Frankenberg. Über 300 Veranstaltungen an 170 Tagen und zwei neu geschaffene naturnahe Erlebnisräume laden auf elf Hektar Fläche zum Naturgenießen, Kulturerleben und Aktivsein ein.

„Natürlich mittendrin“ ist das Motto der 8. Sächsischen Landesgartenschau in Frankenberg und wie eine Pflanzenranke hält es die vielen Facetten dieser Großveranstaltung zusammen. Die beiden neu geschaffenen Erlebnisräume in der Zschopauaue und dem Mühlbachtal wurden bewusst so gestaltet, dass Besucherinnen und Besucher hier tief in die Natur eintauchen und mit allen Sinnen genießen können. Hier kann man die Natur nicht nur in ihrer vollen Pracht bestaunen, sondern auch riechen, schmecken, fühlen und hören. Zahlreiche Lern- und Mitmachangebote, zum Beispiel im Rahmen des Grünen Klassenzimmers, laden zur aktiven Auseinandersetzung mit der natürlichen Umwelt – wie Blumen, Pflanzen, Tieren und dem Element Wasser ein.
 

Erlebnis- und Begegnungsräume – für eine nachhaltige Stadtentwicklung

Auf dem ca. 11 Hektar großen Ausstellungsareal sind im Rahmen des Gartenschaukonzeptes des Berliner Landschaftsarchitekturbüros „Weidinger Landschaftsarchitekten“ zahlreiche moderne, ökologisch durchdachte Daueranlagen entstanden, die als Park oder Sport-, Spiel- und Freizeitbereich das Leben in der Stadt – auch über die Gartenschau hinaus – nachhaltig positiv beeinflussen sollen.

Grenzen aufheben, fließende Übergänge schaffen – dieser Intention folgt die neu geschaffene Stadt- und Landschaftsplanung in Frankenberg/Sa.. Moderne Sichtachsen, wie die neue Rad- und Gehwegbrücke über die B169 verknüpfen gekonnt das Ausstellungsgelände in der Zschopauaue mit der Innenstadt, um diese in den Mittelpunkt zu setzen. Das Element Wasser rückt mehr ins Zentrum und verbindet auf elegante Weise die drei Erlebnisräume Zschopauaue, historische Altstadt und Paradiesgärten im Mühlbachtal miteinander.

Räume für Bildung und Begegnung schaffen, Natur und Gartenkultur erlebbar machen – das ist das große und langfristig angelegte Ziel der Landesgartenschau in Frankenberg/Sa.. Zu den dabei entstandenen landschaftsplanerischen und architektonischen Highlights zählen:

 

Naturerlebnisraum Zschopauaue (6,1 ha)

Westlich des mittelalterlichen Stadtzentrums, in der Auenniederung des Zschopautals, liegt der belebte Hotspot des Gartenschauareals. Hier ist immer etwas los, denn hier konzentrieren sich die verschiedenen Sport- und Spielangebote:

 

Physikalischer Spielplatz

Kinder sind „Selbstlerner“ und daher eigenem Antrieb bestrebt, täglich neue Dinge zu entdecken und die Welt spielerisch kennenzulernen. Und genau dafür wurde der Physikalische Spielplatz – in enger Zusammenarbeit mit Schüler des Frankenberger Luthergymnasiums, deren Ideen in die Planung eingeflossen sind – konzipiert.

Zahlreiche Spiele und Schaukästen laden zum Experimentieren und Entdecken ein. Darunter Klangrohre und Rohrtelefone für Akkustikübungen, konkave und konvexe Spiegel für optische Experimente und ein Memory mit drehbaren Würfeln als Gedächtnistraining.

Interessante optische Effekte lassen sich zudem mit dem begehbaren, vier Meter hohen Kaleidoskop erzeugen. Spannende Experimente können auch mit einem Blasebalk erzeugt werden, der Luft in eine Plexiglasröhre pumpt, wodurch verschiedene leichte Objekte (z. B. Federn, Tischtennisbälle) zum Fliegen und Herumwirbeln gebracht werden.

Für jede Menge Spaß an der Bewegung sorgt auch die große Trampenschaukel. Auf ihr können die Kinder spüren, welche Kräfte bei der Beschleunigung wirken. Die Holzhackschnitzel, mit denen der Boden des Spielpatzes ausgelegt wurde, bieten mit einer Schnittstärke von 40 mm ausreichend Fallschutz.

 

Sparkassen-Kletterpark (Niedrigseil-Klettergarten)

Der Niedrigseil-Klettergarten besteht im Wesentlichen aus zwischen Bäumen und Pfählen gespannten Seilen und Netzen in Schritthöhe, welche durch ihre unterschiedliche Anordnung verschiedene Parcours bilden. Die Konzeption des Niedrigseilgartens orientiert sich eng am kindlichen Bewegungsdrang. Mit Kletter- und Balancierstrecke, Netzen, Seilen und Haltelianen können Kinder und Erwachsene hier ihre Balance und Geschicklichkeit testen.

Der Spielplatz wird von einem Spazierweg umrundet, eine kleine Sitzfläche aus farbigem Asphalt dient als Einstiegsfläche in die Kletter- und Balancierlandschaft. In der Mitte der Anlage befindet sich ein kleines Podest für Ruhepausen.

 

enviaM-Kraftstrecke (Geschicklichkeitsparcours)

Auf der Zschopauinsel, in unmittelbarer Nachbarschaft zur Energieerzeugungsanlage der enviaM, befindet sich die enviaM-Kraftstrecke. Die Nähe zur Energieerzeugungsanlage gab den Impuls, dem Spielplatz einen industriell, „energieumwandelnden“ Charakter zu geben. Die Haltekonstruktionen sollen an „Traversensysteme“ erinnern.

Entlang des Geschicklichkeitsparcours können Kinder und Jugendliche ihre Ausdauer, Beweglichkeit und Koordinationsfähigkeit durch verschiedene Übungen trainieren.

In regelmäßigen Abständen werden die verschiedenen Trainingsmöglichkeiten durch rote Stützenkonstruktionen optisch voneinander getrennt. Eine Abfolge von Turn- und Klettergeräten und ein Hindernisparcours ermöglichen den Wettkampf auf Zeit. Aber auch gezielte Einzelübungen an Klimmzugstangen und Barren sind hier möglich.

 

Neue Schrägseilbrücke über die B169

Einen weiteren architektonischen Glanzpunkt erhält die Stadt Frankenberg/Sa. mit der neuen Schrägseilbrücke über die B169, die aufgrund ihrer außergewöhnlichen Form von den Frankenbergern den Spitznamen „die Schlange“ erhalten hat.

Die neue Rad- und Gehwegbrücke ist insgesamt 262 Meter lang, 2,50 Meter breit und wiegt insgesamt 320 Tonnen. Das Besondere an der Brücke ist, dass Geh- und Fahrbahn an einem 20 Meter hohen Pylon mit schräg gespannten Seilen aufgehängt sind.

„Die Schlange“ verbindet auf elegante Weise den neu entstandenen Naturerlebnisraum Zschopauaue mit seinen vielfältigen Sport-, Spiel- und Freizeitmöglichkeiten und das ebenfalls neu entstandene Teilstück des Zschopautal-Radweges mit der historischen Altstadt von Frankenberg/Sa. Ziel ist es, durch die neu geschaffene Verbindung die Altstadt mehr zu beleben und Radfahrern sowie Fußgängern eine sichere Überquerung der verkehrsreichen Bundesstraße zu ermöglichen.

Der Pylon der neuen Brücke bildet ein weithin sichtbares städtebauliches Zeichen, das abends effektvoll beleuchtet ist. Die Beleuchtung des Fußweges erfolgt integriert im Handlauf des Geländers. Mit der durchgehenden energiesparenden LED-Beleuchtung lässt sich eine blendfreie Ausleuchtung des Gehbereiches herstellen.

Vom Scheitelpunkt der Brücke im Bereich des Pylons ergeben sich großartige Ausblicke auf die Zschopauaue und den Stadtkern. Das Steigungsverhältnis der Brücke mit einer maximalen Steigung von fünf Prozent ermöglicht eine Nutzung durch Radfahrer sowie eine barrierefreie Wegeführung von der Stadt in die Natur. Für eilige Fußgänger ist als „Shortcut“ zusätzlich eine Treppenanlage neben der B169 vorhanden.

 

Kleinkinderspielplatz (Spielplatz Nord)

Im Norden des Naturerlebnisraumes Zschopautal geht die Landschaftsgestaltung in die natürliche Flussaue über. Markante Blickpunkte sind hier die neue, schlangenförmige Rad- und Gehwegbrücke, deren Form an den mäandrierenden Mühlbach angelehnt ist, und der davorgelegene Kleinkinderspielplatz. Die Anordnung der Geräte auf dem Spielplatz greift ebenfalls abstrakt die Gestalt der Brücke auf. Zwischen den vertikalen Pfosten aus Douglasienkantholz wurden fächerförmig Segmente angeordnet, in denen die Kinder klettern, balancieren und rutschen können. Die Anlage umfasst zwei Steilkurven, die zum Klettern und Krabbeln anregen. Der dazwischen liegende Wellensteg verbindet die Steilkurven und verfügt über mehrere Sandkräne, die zum Spiel mit Sand anregen. Eine Sitzkugel mit kleiner Rutsche dient zum Ausruhen.

Sand ist hier das zentrale Element, das die Kinder durch Sandeimer mir Zugketten, Holzrinnen und Sandrutschen nach Herzenslust zum Spielen nutzen können. In Anlehnung an den Sand, wurde die Anlage auch bewusst in Gelb gestaltet.

 

Paradiesgärten Mühlbachtal (4,7 ha)

Das Mühlbachtal liegt im Zentrum der Stadt und bildet eine wichtige Grünverbindung zwischen der historischen Innenstadt und den Wohngebieten im Osten Frankenbergs. Mit dem romantischen Tal und den großzügigen Grünanlagen ist hier ein Ort zum Energieauftanken und „Seelebaumelnlassen“ entstanden. Parallel zum renaturierten Mühlbach verläuft der neu angelegte Geh- und Radweg, der barrierefrei die Frankenberger Innenstadt mit dem Stadtpark verbindet.

Zu den wichtigsten Attraktionen im Mühlbachtal zählen:

  • Färbergarten: Hier gibt es spannende Infos und Mitmachangebote rund um

das Thema Farbherstellung aus natürlichen, heimischen Pflanzen. So färbt sich zum Beispiel durch die Zugabe von Salz, Rotkohl in ein kräftiges Blau. Hätten Sie das gewusst?

  • Rosenhang und Steingarten
  • Imkerei – mit angeschlossenem Informationszentrum
  • Naturlehrpfad: Entlang des Pfades erfahren die Besucher spannende Fakten über die angelegten Biotope und ihre Bewohner. Außerdem gibt es verschiedene Informationspunkte, die auch mit Fern- und Horchrohren, für eine noch intensivere Naturbeobachtung, ausgestattet sind.
  • Miniaturschau: Hier werden die wichtigsten Sehenswürdigkeiten aus dem Landkreis Mittelsachsen und die Rathäuser von Frankenbergs Partnerstädten vorgestellt.
  • Das grüne Klassenzimmer: Das Konzept zielt darauf ab, bei Kindern und Jugendlichen den Spaß am Erforschen der Natur zu wecken und ihnen anschaulich und spielerisch biologische Zusammenhänge aufzuzeigen. Dafür finden während der gesamten Gartenschau zahlreiche Veranstaltungen und Workshops statt.

 

Wasserspielplatz mit Kletterareal 

Wasser ist das beherrschende Element in den Paradiesgärten des renaturierten Mühlbachtals. Daher ist Wasser auch ein prägendes Element des hier entstandenen Spielplatzes. An verschiedenen Stationen können Kinder hier mit Wasser spielen, seinen Lauf umleiten und in verschiedene Gefäße füllen.

Die Nachbarspielanlage wurde mit verschiedenen, hochwertigen Spielgeräten ausgestattet. Als Pfosten wurden Robinienstämme verwendet, die leicht verdrehte Wuchsform soll den natürlichen Charakter des Mühlbachtals unterstützen.

Außerdem wurde die Anlage bewusst kreisförmig errichtet, um in Anlehnung an das Element Wasser, eine fließende Wirkung zu erzielen. Zudem fühlen sich Kinder in Kreisformen auch eher „beschützt“.  Eine kleine Holzbrücke leitet die Kinder spielerisch ins Innere des Kreises.

Der Wasserspielplatz und das benachbarte Kletterareal wurden bewusst mit naturbelassenem Holz – ohne Farbanstrich – gestaltet, um die ökologische Wertigkeit des hier neu entstandenen Erlebnisraumes „Paradiesgärten Mühlbachtal“ zu unterstreichen.

Foto: Sven Lehmann

Die beschriebenen Spielareale wurden unter anderem von folgenden Unternehmen umgesetzt: WERKFORM  -  SPORT GERLACH, Spielgeräte und Außenmöblierung GmbH Ulrich Paulig & Co. merry go round™ OHG SPIEL-SPASS-FREIZEIT Klaus Kriehn 

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