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Playground@Landscape

Internationales Fachmagazin für Spiel-, Sport- und Freizeitanlagen

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„Hier geht’s mir gut!“

Von Martin Karl, Dipl. Ing. (FH) (Planungsbüros Freiraum Plan)

Photo
© Freiraum Plan

Im Haus für Kinder in München Bogenhausen werden 24 Krippen-, 50 Kindergarten-, und 25 Hortkinder betreut. Innerhalb des Hauses bilden Krippe, Kindergarten und Hort eine Einheit. Die Räume und der Garten sind so gestaltet, dass sie zur Verwirklichung kreativer Ideen anregen und viel Platz zum Spielen, Toben und Bewegen bieten – es den Kinder gut geht.

 

Entstehungsgeschichte – mit Hindernissen: Die Stadt München war gefordert! Der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz ab August 2013 besteht. Geeignete, unbebaute Grundstücke sind rar. So war auch bei diesem Projekt die Lage und Form des Grundstücks für einen Bau einer Kindertageseinrichtung eine Herausforderung. Architektur und Freiraumplanung waren hier besonders gefordert. Um allen Ansprüchen, wie Emissionsschutz, Naturschutz und den Forderungen der Baubehörde gerecht zu werden und zudem das Projekt an der vielbefahrenen Straßenkreuzung nicht scheitern zu lassen, mussten mehrmals Tekturen in allen Gewerken angefertigt werden. Das Ergebnis der Mühen aller Beteiligten kann sich sehen lassen! Bei den Architektouren der Bayerischen Architektenkammer wurde die Gesamtanlage ausgewählt und in den Bereichen Architektur und Freianlagen gewürdigt. 


 Konzept der Freianlagen – Wo sind sie?

Durch die spezielle Form des Grundstücks, die hohe, geforderte Schallschutzmauer zur Straße und dem ausladenden Baumriegel im Westen ergab sich nur eine schmale langgezogene Freifläche mit seitlicher Böschung.
 Wie sollte planerisch mit dieser Situation umgegangen werden?

Wieviel Bewegungsfläche steht den Kindern zur Verfügung?

 

Umsetzung – Eine Idee muss her!

Grundsätzlich wurde die Freifläche in zwei Bereiche unterteilt. Der Kleinkinderbereich im nördlichen Gartenhof und der eher offene südliche Bereich, das Spielzimmer für die größeren Kinder. 

In beiden Spielbereichen dominiert eine Schallschutzwand aus Beton mit einer Höhe von 4.5 Meter bis 6.0 Metern. Es galt nun die Vorteile der prägenden Wände in Bezug zum Kinderspiel herauszuarbeiten und trotz der Dominanz den Gesamteindruck freundlich erscheinen zu lassen. 

Die Idee entstand, Spielfunktionen perlschnurartig an den Wandbereichen anzugliedern, um möglichst viel freie Bewegungsfläche zu erhalten. Spielhäuser aufgehängt wie ‚Vogelhäuschen‘ an der langen Wandfläche und vorgelagerte, hochaufragende Stammrudimente mit eingearbeiteten Spielelementen sollen der Wand die beklemmende Höhe nehmen. Zusätzlich ermöglichen einzelne Fenster in der Betonwand Durchblicke von Innen nach Außen und umgekehrt. 

Eine der Grundideen ist die vertikale Begrünung auf beiden Seiten der Wände. Im Spielbereich der Kinder werden auch einzelne Baumstämme mit robusten und starkwüchsigen Klettergehölzen berankt. Ein „dschungelartiger“ Eindruck soll im Laufe der Jahre entstehen und die Wand als Schallschutzmauer immer mehr in den Hintergrund rücken lassen. Die farbliche Gestaltung der Ausstattung wurde in Anlehnung an den Hochbau festgelegt.

 

Kleinkinder Spielbereich - Gartenhof

Der Spielhof, 3-seitig von Mauern umgeben, ist der ruhigste Raum des Gartens. Ein aus Granitblöcken und Findlingen eingefasster Sandspielbereich mit Häuschen, Rutsche und angrenzender Matschanlage mit Brücke über einen “Bach“, bietet hier den Kleinsten vielfältige Spielfunktionen auf engstem Raum. 

Das Wasser der Schwengelpumpe wird in einer gepflasterten Rinne gefangen und kann am Ende wieder frei versickern. Die Terrassenflächen entlang der Fassade sind als naturnaher, voll versickerungsfähiger Pflasterbelag aus Beton ausgebildet. Die blauen und grünen Stämme nehmen die Strenge der Schallschutzwand und bieten Befestigungsmöglichkeiten für die knallig roten Sonnensegel. 

 

Süd-westlicher Bereich - Naturraum

Der schmale Spielbereich mit seiner Böschung zur höher gelegenen Grundstücksgrenze verkörpert den Waldrandcharakter und ist Verbindungsglied zum südlich gelegenen Spielzimmer.

Im Kronenbereich der Bäume bleibt der Spielbereich naturbelassen. Der Gehölzaufwuchs in der Böschung dient als Versteckmöglichkeit und  zur Hangsicherung. Das Laub der Bäume wird im Herbst natürlicher Bestandteil. Im Winter kann sogar mal gerodelt werden. 

 

Südlicher Bereich - Spielzimmer
 Das Spielzimmer selbst ist eine vertiefte, eben ausgebildete Fläche und wiederum geprägt durch die umfassende Lärmschutzwand und den Baumgürtel. Wilder Wein und die kleinfruchtige Kiwi sorgen für eine rasche Begrünung der Wände und Stämme. 

Das Spielangebot ist hier auf die größeren Kinder der Einrichtung abgestimmt. Balancieren, Klettern und Hangeln, Rutschen, Schaukeln

Als Rückzugsgebiete, zum Beobachten der Fußgänger und Fahrradfahrer durch die Fenster oder für Rollenspiele sind die „Vogelhäuschen“ bestens geeignet.
 Durch ihre platzsparende Anordnung entsteht doch noch eine ebene Fläche für freies Spiel, die auch für Feste und Veranstaltungen freigehalten wird.

Auf Grund des Schattendrucks der Bäume und dem Nutzungsdruck der knapp 100 Kinder wurden für den gesamten Freibereich des Gartens Holzhäcksel als Bodenbelag gewählt.

 

Weitere Informationen:

Freiraum Plan

Rottenried 6

82205 Gilching

Fon 0049-(0)8105-271706

www.freiraumplan.de

 

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