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Playground@Landscape

Internationales Fachmagazin für Spiel-, Sport- und Freizeitanlagen

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Realisierung einer barrierefreien Spiel- und Sportlandschaft

Von Lothar Köppel und Barbara Köppel (Köppel Landschaftsarchitekt)

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© Köppel Landschaftsarchitekt

Das bfz (Sozialpädagogisches Zentrum des Landes Kärnten) ist eine Einrichtung zur Förderung von beeinträchtigten Schulkindern und Jugendlichen mit besonderen Fähigkeiten im Alter von 6-20 Jahren. Zurzeit werden ca. 130 Schüler und Jugendliche aus ganz Kärnten betreut.

Ziel ist die möglichst weitgehende berufliche und soziale Integration. Grundlage dafür ist das pädagogische Ziel, das die Selbstbestimmung und Selbständigkeit der Kinder und Jugendlichen unterstützt. Eine modellhafte, barrierefreie Umgestaltung der Außenanlagen erweitert und bereichert in vielerlei Hinsicht pädagogische Lernmethoden und Ziele.

Nicht nur in Kärnten, sondern auch in Europa werden neue inklusive Maßstäbe gesetzt - für Spiel, Sport und Therapie, barrierefrei für alle Menschen. Übergeordnetes Ziel ist die Erstellung eines ganzheitlichen inklusiven Konzeptes zur Umgestaltung der Außenanlagen unter Nutzung der vorhandenen ökologischen Ressourcen. Bausteinartig wurden in Klagenfurt die Ideen, je nach Bereitstellung der finanziellen Mittel, umgesetzt.

An einem rollfreundlichen, barrierefreien Rundwegesystem mit wasserdurchlässigen, farbigen Belägen und Leitsystemen orientieren sich barrierefreie, vielfältige, innovative Spiel- und Sporteinrichtungen. Ziel war es auch, die gesamte Einrichtung für die Öffentlichkeit zu attraktivieren. Events, Wettbewerbe, Musik und Charity-Veranstaltungen sollen die Integration und das Verständnis für Kinder und Jugendliche mit besonderen Bedürfnissen, Behinderungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten wecken.

Gleichzeitig wurde bedarfsorientiert ein weiterer öffentlich zugänglicher, inklusiver, barrierefreier Spielplatz bzw. Freiraum zum Spielen in Klagenfurt geschaffen.

Mittels eines Funktionskonzeptes wurden über 30 innovative, barrierefreie Spielräume, Spielangebote bzw. Spielideen dargestellt.

Fun-Court und Spielhügel bis hin zu Bewegungsspielelementen in elementaren und ökologischen Spielräumen wurden neu konzipiert – barrierefrei. Diese wurden auch den Patienten des benachbarten Landeskrankenhauses barrierefrei zugänglich gemacht.

Bedingt durch die Co-Finanzierung von Land, Sponsoren, Förderinstitutionen und vielen ehrenamtlichen Helfern und Förderern konnten folgende mosaikartig zusammengestellten Bausteine für die neue barrierefreie Spiellandschaft realisiert werden:

Der barrierefreie Fun-Court besteht aus einem 24,00 Meter x 17,00 Meter großen Sportfeld.

Der Belag ist eine Jahreszeit unabhängige, rollifreundliche Kunstrasenfläche, auf der unterschiedliche Spielfeldgrößen, wie Fußball, Basketball oder Volleyball eingezeichnet sind. Dies ermöglicht eine multifunktionale, barrierefreie Nutzung der Spielfläche. Im Winter ist Eissport möglich.

International werden bereits Rolli-Bocciaturniere ausgetragen. Eine ideale Austragungsstätte für paralympische Wettkampfarten.

Ausgestattet ist der Fun-Court mit höhenverstellbaren Basketball- und Wurfkörben, Pfosten zur Befestigung eines Netzes für Volleyball / Tennis, Weitsprunganlage mit Gummi-Einfassung, Radabweisern und Sicherheitseinrichtungen.

Weiterhin ist der Fun-Court von einer umlaufenden, geschlossenen Holzbande in unterschiedlichen Höhen, von 1,00 Meter bis 3,00 Meter eingefasst, in der sich mehrere Tore zur Schaffung flexibler Spiel- und Sportsituationen befinden. Grundgerüst des barrierefreien Fun-Courts bildet eine Konstruktion aus naturbelassenen, ungleichmäßigen Robinienpfosten in unterschiedlichen Durchmessern und Höhen. 

Alle Einstiege sind barrierefrei ausgebildet.

Über den verschiebbaren, barrierefreien Toren befindet sich eine hohe Zuschauertribüne mit Absturzsicherung aus senkrechten Stäben und einer seitlichen Treppe mit Handlauf sowie einem darunter integrierten Stauraum.

Der barrierefreie Schaukelwald ist kommunikativ, halbkreis-förmig ausgebildet und besteht wie beim Fun-Court aus einer Robinienholzkonstruktion. In dieser sind unterschiedliche Schaukelelemente eingehängt, wie zum Beispiel ein Vogelnest und eine Brett-, Reifen-, Gurt- und Hängemattenschaukel.

Über einen wasserdurchlässigen, farbigen Gummifallschutz-Weg ist der Schaukelwald barrierefrei für alle Schüler erreichbar.

Mit über sieben Schaukeleinrichtungen haben gleichzeitig bis zu 20 Kinder die Möglichkeit, miteinander zu schaukeln. Durch die pädagogisch ausgefeilte Anlage ist die Kommunikation beim Schaukeln möglich und hat einen besonders hohen Spielreiz bzw. Spielwert. 

In unmittelbarer Nachbarschaft zum Schaukelwald befindet sich das Rollstuhlkarussell, das von drei Rolli-Fahrern und mehreren Kindern gleichzeitig  genutzt werden kann. 

Die eigens konstruierten, barrierefreien Tischtennisplatten stehen nur auf einer Mittelsäule und sind insbesondere von Rolli-Fahrern von allen Seiten aus bespielbar.

Benachbarte Hochbeete, die in haptisch interessante Recycling-Mauern eingebaut sind, sind barrierefrei. Also auch unterfahrbar. Die Hochbeete sind mit Duftpflanzen, verschiedenen Kräutern und Blütenstauden bepflanzt. Durch regelmäßiges Pflegen lernen die Schüler spielerisch Verantwortung zu übernehmen und kleine Erfolge stärken das Selbstvertrauen.

Der barrierefreie Spielhügel mit einem Höhenunterschied von ca. 4,00 Meter ist der  größte Bauabschnitt. Dieser ist über naturnah gestaltete Wege mit begleitendenden Duft- und Obstgehölzen und mit einer Steigung von max. 6% barrierefrei befahr- und bespielbar. Im und am Hügel befinden sich unterschiedliche Spielangebote, wie Balancierelemente, Rutschen und Aufstiege aus unterschiedlichen Materialien, wie Steine, Reifen, etc.  

Alle Ein- und Ausstiege wurden barrierefrei 45 cm über dem Gelände ausgebildet. Am „Hügelgipfel“ befinden sich zwei Holzplateaus als Aussichtspunkte, die mit einer befahrbaren Brücke miteinander verbunden sind. Auf der nordexponierten Seite ist der Spielhügel als Rodelhügel modelliert. Auch wird die bereits vorhandene Seilfähre in den Hügel integriert.

Ein durchfahrbarer Tunnel mit Licht- und Klangspielen, der unter dem Hügel nahezu eben durchführt, verbindet die nordwest exponierte Seite mit der süd-ost exponierten. Einen weiteren Höhepunkt bildet die Koordinationstreppe, an der Beweglich- und Geschicklichkeit erprobt sowie die Motorik trainiert werden kann. 

 

Fazit

Der multifunktionale Charakter des Spielangebotes soll alle Sinneskanäle ansprechen. Die natürliche Kreativität sowie der Hang zum selbstständigen Gestalten werden durch die vielen, in die Natur eingebundenen Spielgeräte gefördert. Im spielerischen Miteinander werden Grenzen und Regeln ausprobiert und akzeptiert.

 

 

 

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