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Internationales Fachmagazin für Spiel-, Sport- und Freizeitanlagen

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20.04.2020 - Ausgabe: 2/2020

Spiel-Arena mit vielen Sport- und Spielmöglichkeiten für alle Altersgruppen

Von Christoph Stöldt (Freiraumplanung Sigmund Landschaftsarchitekten GmbH)

Photo
© Freiraumplanung Sigmund Landschaftsarchitekten GmbH

Mit der Neuentwicklung eines Wohnquartiers auf dem Gelände des ehemaligen ‚Wenge-Stadions‘ realisierte die Gemeinde Eningen unter Achalm den Neubau eines attraktiven Spiel- und Freizeitgeländes. Resultierend aus der Spielplatzkonzeption für das gesamte Gemeindegebiet ist dies der zweite „Leuchtturmspielplatz“ im Ort mit einem Spiel- und Bewegungsangebot für alle Generationen.

Grundlegende Planungsidee ist die Transformation der bisherigen Nutzung als Stadion in die neue Nutzung als Spiel und Freizeitgelände: der alte Sportplatz wird zur „Spielarena“. Damit erfolgen ein „Sichtbarmachen“ der Geschichte des neu gestalteten Ortes und eine intensive Auseinandersetzung mit den ursprünglichen Nutzungen. So werden die Themen wie Leichtathletik, Ballsportarten und Turnen aufgenommen und mit den jeweiligen Spielangeboten neu interpretiert.

 

Bei der Auswahl der Einzelstationen waren die Hauptaspekte, Motorik zu fördern, Gleichgewicht zu schulen, Fantasie zu beflügeln, Geschicklichkeit zu erproben, alle Sinne zu erleben, Herausforderungen zum Klettern, Laufen, Rutschen, Balancieren bereit zu stellen – und vor allem Spaß zu haben. Das Arrangement zum Gesamtergebnis war denn wieder der Leitidee der „Spielarena“, dem Stadion geschuldet.

Die ovale Arena wird durch verschiedenfarbige Fallschutzflächen zur Laufbahn mit Start, Ziel und Hindernissen. Um die Arena wird ein großzügiger Sitzbereich als Stadiontribüne hergestellt. Geschützt durch eine intensive Eingrünung kann so in der „Nordkurve“ auch geklettert und balanciert werden, während neben der „Südtribüne“ sich vielfältige Spielstationen in den Hang einbetten.

Die Stadiontribüne löst sich seitlich in den Kurven in einzelne Sitz- und Spielsteine auf, welche die erste Nutzung des Geländes als Steinbruch symbolisieren.

Vorhandene Bäume wurden erhalten und mit zahlreichen Neupflanzungen erweitert. Insbesondere der erhaltene Baumbestand bietet von Anfang an eine angenehme Atmosphäre und richtig Schatten sowohl für die Sitz- als auch die Spielbereiche.

Der Hauptspielbereich, die Spielarena, wird durch eine entsprechende Geländemodellierung unter Berücksichtigung der vorhandenen Topographie in Anlehnung an die klassische Stadionform ovalförmig ausgebildet und nach außen hin mit einer verdichteten Eingrünung aus Bodendeckern, Sträuchern und Bäumen gefasst. In der Arena finden sich eine Kletteranlage, eine Seilnetzpyramide, der sogenannte ‘Kommentatorenturm‘ und ein Sand- und Matschbereich, welcher die ehem. Weitsprunggrube aufgreift. Das Erlebnis Wasser, das wie immer die größte Anziehung auf die Kinder hat, kann hier erfahren werden.

In den geböschten Kurvenbereichen finden sich diverse Balancier- und Kletterelemente zur Bewegungs- und Geschicklichkeitsförderung. Die Arena-Bereiche sind barrierefrei erreichbar und bieten ein inklusives Spiel- und Bewegungsangebot.

Um die Arena herum bieten verschiedene Nebenplätze weitere Aktivitäts- und Ruheangebote. Vom Kleinkinderbereich (‘Trainingsplatz‘) mit Sandspielfläche und Spielhäuschen (‘Wurstbude‘) über die „Gegengerade“ mit großzügigem Stadion-Vorplatz mit Sitzmöglichkeiten und ebenerdiger Zugangsmöglichkeit über eine Boule-Bahn als Einzelbahnanlage und einen Bereich für Outdoor-Fitness, einer Rasenfläche für freies Spiel und einer Calisthenics-Anlage mit integrierten Bodeneinbautrampolinen sind vielfältige Aktivitäten für alle Generationen möglich.

Durch den sehr abwechslungsreichen, kleinräumigen und häufigen Wechsel der Belagsflächen mit Pflaster, Kies Sand, Holzschnitzel, Rasen und bunte Kunststoffbeläge werden die haptischen und taktilen Erfahrungen und vor allem die Phantasie in den Spielabläufen gefördert.

Die unterschiedliche Farbgebung der Kunststoffbeläge erzeugt nicht nur ein abwechslungsreiches und fröhliches Bild, sie gliedert die unterschiedlichen Nutzungen und regt die Kreativität an. Die orange gestaltete Laufbahn lädt zum richtig toben und „Gas geben“ ein, und der blaue Nebenplatz mit seiner Ideen-gebenden Beschriftung zum konzentrierten Training im Calisthenicsbereich.

Die Anordnung und gegenseitige Zuordnung der Geräte und Bereiche ermöglicht ein generationsübergreifendes Spielen und Trainieren miteinander. Die Boule-Bahn, die Outdoor-Fitness-Geräte und auch die Calisthenics-Anlage sollen nicht nur Kinder und deren Begleiter in die Spielarena locken! Auch die Begleitung der spielenden Kinder kann sich beim Beaufsichtigen vielfältig bewegen, trainieren oder entspannt ausruhen oder besser noch mitspielen.

Ein durch den Spielplatz mäandrierender Fußweg sorgt für eine gute, barrierefreie Erreichbarkeit vom neuen Wohngebiet her genauso wie von der direkt am Spielplatz liegenden Bushaltestelle in der Wengenstraße. Die ehemalige Stadiongaststätte ist an das Gelände direkt angebunden und bietet Eltern die Möglichkeit, eine kleine Auszeit zu nehmen, während ihre Kinder in Sichtweite spielen.

 

Mehr Informationen:

 Freiraumplanung Sigmund Landschaftsarchitekten GmbH

Albstraße 8

72661 Grafenberg

Tel.: 07123-97380-0

Web: www.fp-sigmund.de

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(Erster Beitrag erschienen in der Playground and Landscape Ausgabe 4 / 2019).