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Internationales Fachmagazin für Spiel-, Sport- und Freizeitanlagen

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Im Stadtpark Erding ist ein neuer Wasserspielplatz entstanden

Von Elisa Scheibl und Martin Rist (NRT Narr Rist Türk Landschaftsarchitekten BDLA Stadtplaner & Ingenieure)

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Elisa Scheibl / Martin Rist Dipl.-Ing. (FH) Landschaftsarchitektin Dipl.-Ing. (FH) Landschaftsarchitekt BDLA und Stadtplaner

Im Juli 2019 wurde der zweite Teilbereich des Stadtparks in Erding feierlich vom Herrn Oberbürgermeister Gotz wiedereröffnet und erfreut sich seither großer Beliebtheit bei allen Altersgruppen. Ein besonderes Highlight ist der neue Wasserspielplatz „Herzogburg Aerding“, dieser ist vor allem bei den jüngeren Besuchern mit ihren Familien sehr beliebt. Aber auch der Bewegungsparcours mit den ausgewiesenen Laufstrecken bietet den Schulen, den Sportlern und der Seniorengruppe viele Möglichkeiten sich zu bewegen.

Beim zweiten Teilbereich der Sanierung und Umgestaltung des Stadtparks in Erding war wie im ersten Teilbereich auch das wichtigste Ziel der Planung, eine sensible und naturschutzfachlich abgestimmte Pflege des Gehölzbestandes, welche das Nutzungsspektrum des Parks an die aktuellen und zukünftigen Bedürfnisse der Bevölkerung anpasst und eine am Leitbild des historischen Landschaftsparks orientierte Raumaufteilung mit vielfältigen Blickbeziehung schafft. Der wertvolle Baumbestand kommt durch diese Maßnahmen besser als bisher zur Geltung und die ökologische Diversität des Bestandes wurde verbessert.

 Durch die Öffnung des alten Teichs an zwei Stellen zur Sempt ist eine schöne Wasserlandschaft entstanden und gleichzeitig wurde die Wasserqualität verbessert. Die neue Aussichtsplattform in diesem Bereich, lässt einen schönen Blick auf die neue Wasserfläche mit den zwei Inseln bis hin zum anderen Ufer zu und lädt zum Verweilen ein.

 

Eine weitere Aufwertung der Wasserlandschaft erfolgte im Bereich des bestehenden Altarmes im Nordwesten. Die Anlage eines Holzsteges von der Semptbrücke nach Norden zum Altarm mit einer Aussichtsplattform kann für naturpädagogische Aktivitäten (Führung von Schulklassen oder interessierten Besuchergruppen), aber auch für ein schönes Picknick genutzt werden. Im nordwestlichen Bereich entstand zusätzlich durch die uferferne Führung des Hauptweges, ein naturnaher, ökologisch wertvoller Auenbereich.

Am Haupteingangsbereich des Streichelzoos / der Volieren entstand eine neue Sitzstufenanlage. Sie ergänzt die bereits bestehenden Anlagen am Ostufer der Sempt. Ziel ist, die vorhandenen Flussböschungen an einigen ausgewählten Stellen durch Sitzstufenanlagen zugänglich zu machen und dadurch den Nutzungsdruck durch die Parkbesucher zu kanalisieren. Diese zugänglichen Bereiche wechseln sich mit den naturnahen, nicht betretbaren Abschnitten ab.

Nördlich der zentralen Wiese im Westteil des Stadtparks ist ein wichtiger Nutzungsschwerpunkt entstanden, welcher sich durch seine optimale Südwest-

Orientierung mit entsprechend guter Besonnung auszeichnet. Zielgruppe ist vor allem die ältere Generation, Erwachsene und Senioren. Unter den schönen alten Bäumen sind in verschiedenen Räumen zielgruppenbezogene Nutzungen untergebracht, wie die Schachfelder, die Boule-Bahn und die Fitnessgeräte für Erwachsene und Senioren.

Ergänzt wird das Angebot durch verschiedene Sitzmöglichkeiten im gesamten Stadtpark. Das Infosystem des Stadtparks erläutert die Geschichte, die unterschiedlichen Bereiche und ihre Besonderheiten und die vielfältigen Nutzungen und Funktionen.

Der bereits realisierte Kelten-Spielplatz im Zentrum des ersten Bauabschnittes ist von der Konzeption, Spielidee und Geräteauswahl her eher für die Altersgruppe 6 – 12 Jahre ausgelegt, auch wenn er zahlreiche Elemente für die jüngeren Altersgruppen im Nahbereich der Hütten enthält. Daher entstand im zweiten Bauabschnitt ein zweiter Spielplatz, welcher eher auf die Altersgruppe 3- 6 Jahre ausgerichtet ist. Da es sich hierbei aufgrund der zentralen Lage um eine der wichtigsten innerstädtischen Spielräume mit erheblichem Potential für die Freizeit- und Erholungsnutzung aller Altersschichten handelt, hat der Spielplatz – wie auch schon beim Weniadunum – ein Leitthema im Sinne eines `Brandings´ d.h. einer Markenbildung erhalten, welches ihm im städtischen Spielplatz-System ein Alleinstellungsmerkmal verschafft.

Wichtig ist, dass der Spielplatz in erster Linie ein Spielplatz bleibt, der sich – bei aller Originalität - dem Gesamtkonzept des Parks unterordnet und auch ohne das Wissen um die historischen Zitate voll nutzbar für Kinder und Eltern ist. Die historischen Kompartimente sollen sozusagen als zweiter Layer über dem Spielplatz liegen und für den Interessierten (also auch z.B. für Schulklassen) einen zusätzlichen Kulturgenuss bzw. ein pädagogisches Erlebnis bieten. Zur Erläuterung ist im Pavillon der Tisch als Schautafel konzipiert.

 Mit Blickrichtung zur historischen Situation wurde der Oberbegriff `Altstadt Erding´ als Leitthema gewählt.

Die historische Altstadt ist geprägt durch ihre Insellage zwischen den Flüssen Sempt und Fehlbach (`Wasserburg Erding´). Daher war die Grundidee, im westlichen Teil der Anlage einen Spielbereich in der maßstäblichen Form des Erdinger Altstadt-Ovals auszubilden, der – analog zur realen Situation – von einem bespielbaren Wassergraben bzw. Wasserring mit niedrigem Wasserspiegel (0 bis 20cm) umgeben ist. Eingefasst wird diese Insel in Teilen von einer sitzhohen Ziegelmauer mit bastionsartigen Ausbuchtungen, welche die Stadtmauer symbolisiert, die beidseits benutz- und bespielbar ist. Die Kinder (und natürlich auch die Erwachsenen) können darauf sitzen, liegen, sandeln, pritscheln oder sie auch für Rollenspiele einsetzen. Die Übergänge vom Aufenthalts- und Umgebungsbereich auf die Insel erfolgen durch Öffnungen in der „Stadtmauer“ über unterschiedlich gestaltete Brücken / Stege / Furten an den geografisch entsprechenden Orten der vier Stadttore Erdings. Die Innenstruktur dieser Spielinsel in Form einer durchgängigen vielgestaltigen Kletterkombination auf etwas höherem Niveau orientiert sich an dem Straßenkreuz der Altstadt, auch die Aufweitung des Marktplatzes wird nachgebildet. Einige der typischen historischen Nutzungen sind als konkrete Spielsituationen / ‘Hütten‘ nachgebildet (z.B. Loderer an der Mühle oder Glockengießer) und bieten den Kindern Aufenthalts- und Rückzugsmöglichkeiten. Der Höhepunkt der Insel im wahrsten Sinne des Wortes ist eine turmartige, besteigbare Kletterkonstruktion (`Der Altstadtturm´). Bei der Planung wurde auch darauf geachtet, dass Teile der Anlage barrierefrei und im Sinne der Inklusion konzipiert sind.

Der großzügige Sandspielbereich im Osten des Areals ist mit verschiedenen Spielmöglichkeiten wie Sand- und Wasserspielgeräten und Findlingen aus Granit etc. ausgestattet. Der Sandbereich wird im Süden durch einen Platz abgeschlossen, der sich an die Hangkante des ehemaligen Sempthochufers schmiegt; er bietet den Eltern bzw. Aufsichtspersonen Sitzmöglichkeiten. Hier befindet sich auch der Infopavillon und eine Hanggeländerutsche.

Die Eingänge in den Spielplatz sind durch zwei Tore (zum Aufenthaltsbereich und direkt zur Insel) markiert. Ergänzend ist an der westlichen Spielplatzflanke zum öffentlichen Weg hin, eine schützende und raumbildende Holzpalisadenreihe entstanden.

Richtung Norden, jenseits des Sandbereiches, sind die Schaukeln untergebracht und danach eine ausgedehnte, offene Wiesenfläche zum Spielen. Unter dem alten Baumbestand sind diverse Kletter- und Balanciergeräte, die mit der Insel über den Wasserring verbunden sind.

Durch die Wiese hindurch schlängelt sich ein angelegter Bachlauf, der in der Sempt mündet. Ursprungs- und Quellpunkt des Bächleins ist der Wasserring um die Insel. Hier wird das Thema „Wasserförderung, Wasserspeicherung, Wasserableitung“ spielerisch thematisiert und zum Leitmotiv des gesamten Spielplatzes gemacht. Entsprechende Spielgeräte wie Pumpen, Gerinne und Stauwehre sind vorgesehen, um das Befüllen des Wasserringes und des Bachlaufes durch die Kinder zu ermöglichen.

Das Pendant zu diesen intensiv genutzten und bespielten Wiesenbereichen bildet die zentrale Wiese im Westen innerhalb der ehemaligen Flussschleife der Sempt. Hier darf ein Sonnenbad genommen oder das Mittagsschläfchen gehalten werden oder man sitzt einfach auf den wegebegleitenden Mauern und genießt den Blick in den Park. Die intensiveren und extensiveren Wiesenflächen werden durch den Mahd-Rhythmus flexibel gesteuert und gegeneinander abgegrenzt.

 Auch im zweiten Abschnitt war der Stadt und den Planern wichtig, dass der Stadtpark ein Ort der Begegnung und dem friedlichen Mit- und Nebeneinander ist.

 


Weitere Informationen:

 

NARR RIST TÜRK

Landschaftsarchitekten BDLA,

Stadtplaner & Ingenieure

Isarstraße 9

85417 Marzling

Tel.: 08161 98 928 0

Web: www.nrt-la.de

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