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Internationales Fachmagazin für Spiel-, Sport- und Freizeitanlagen

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15.10.2020 - Ausgabe: 5/2020

Fitness-Studio unter freiem Himmel - mit Seeblick

Photo
©Barzflex GmbH

Wer kennt sie nicht, die Bilder von Fitnessbegeisterten in den USA, welche am Venice Beach bei strahlendem Sonnenschein ihre Muskeln stählen, um sich danach Abkühlung im Ozean zu verschaffen? In der Südkärntner Tourismushochburg St. Kanzian wurde direkt am Klopeiner See eine Sportanlage für Alt und Jung eröffnet.

Bei sommerlichen Temperaturen tauschen sportaffine Menschen gerne ihre Sport- gegen Badekleidung und das herkömmliche Fitnesscenter gegen eine Outdoorlocation, möglichst nahe am Wasser. Doch während Outdoortraining richtiggehend boomt, finden sich nur wenige Trainingsareale bzw. Fitnessparcours in der Nähe des kühlen Nass. 

 

Fitness Beach am Klopeiner See 

Der 1,8 Kilometer lange und 800 Meter breite Klopeiner See befindet sich im Süden von Kärnten (Österreichs südlichstes Bundesland). Im Sommer erreicht er bis zu 29 Grad Celsius und ist damit einer der wärmsten Badeseen Österreichs. Rund um den See führt eine durchgehende Promenade von mehr als 5 Kilometern. Die gesamte Promenade ist ein Hotspot für Touristen, aber auch für die Einwohner der umliegenden Gemeinden (Kommunen). Während das Südufer vor allem für Sportliebhaber Platz für Radfahren, Laufen oder auch Volleyball bietet, ist das Nordufer eher als Restaurantmeile bekannt. Auch mit dem Kinderwagen und Rollstuhl kommt man entlang der gesamten Strecke gut voran. 

Vor drei Jahren entstanden die ersten Überlegungen durch den Tourismusverband Südkärntens, am Rande des Klopeiner Sees eine Anlage zu planen, welche – ähnlich dem Vorbild Venice Beach – einem breiten Zielpublikum die Möglichkeit bietet, kostenfrei zu trainieren. René Novak, Projekt- und Eventmanager, aber vor allem selbst passionierter Sportler, brachte rasch seine eigene Begeisterung für diese Idee zum Ausdruck und überzeugte Daniel Orasche, den Geschäftsführer des Tourismusverbandes, mit seinen konkreten Plänen. Er wurde zum Projektleiter ernannt und brachte ein ausgefeiltes Konzept zu Papier, welches durch drei Kärntner Maturanten (Abiturienten) ausgearbeitet wurde. 

Es gab einige Vorschläge hinsichtlich der Location, doch für Novak war rasch klar, dass der Outdoorfitnesspark beim Strandbad Süd am besten aufgehoben ist. „Bei der Wahl meines ausführenden Projektpartners fiel meine Wahl auf die Barzflex GmbH, weil hier selbst Sportler am Werk sind und mich dadurch sowohl bei der Planung als auch bei der Durchführung optimal unterstützen konnten. Gemeinsam haben wir ein Paradies für jeden Sportler geschaffen“, erklärt Novak. Das österreichische Unternehmen plant und konzipiert Workoutparks, welche durch eine ausgeklügelte Materialauswahl, Dimensionierung der Steher und Elementverbindung ein Optimum für den Benutzer erreichen möchten. Sie arbeiten von Anbeginn nach dem Credo: Von Sportlern – für Sportler. Dies soll vor allem durch die enge Zusammenarbeit mit den Organisationen, Vereinen und Personal Trainern rund ums Training mit dem eigenen Körpergewicht gelingen. Durch eine Exklusivpartnerschaft mit dem deutschen Spielplatzbauer Emsland-Kinderland ist auch die Realisierung von großen Freizeitanlagen - inklusive Spiel- bzw. Motorikbereich – möglich.

 

Fitnessparadies für Jung und Alt 

Auf 550 m² entstand im Frühjahr 2018 eine Sportanlage für Alt und Jung, die neben einem vielseitig verwendbaren Workoutpark für Bodyweighttraining auch eine Sprintstrecke, einen Yogasteg und drei Spinningräder bietet. Zusätzlich befindet sich der Fitnesspark an einem äußerst pittoresk-angelegten Platz neben dem Wald, welcher durch eine großflächige Steinschlichtung vom Seebad abgegrenzt ist – eine einmalig schöne Location, die bereits höchste Beliebtheit als Motiv für Sportfotografien und -videos genießt.

Die Akzeptanz für das neue Fitnessareal war von Anbeginn hoch – Menschen jeden Alters und jedes Trainingslevels finden hier zusammen und lernen voneinander in respektvollem Miteinander. Auch ein regelmäßiges Gruppenprogramm wird mittlerweile von einigen lokalen Trainern angeboten. Vor allem Jugendliche begeistern sich für die Workshops rund um den Trendsport „Calisthenics“, für welchen der Workoutpark prädestiniert ist. Aber auch klassisches Gruppentraining für jedermann / -frau zur allgemeinen Stärkung und Stabilisierung der Muskulatur findet sich auf dem wöchentlichen Stundenplan. Auf der Tartanstrecke, welche mit rotem Kunststoff auch bei Hitze kühl bleibt, werden unter anderem Zumba-Trainings abgehalten. Yoga unter freiem Himmel ist auch eines der Angebote, die Jung und Alt gerne in Anspruch nehmen.

 

Pandemie lockt Sportler nach draußen 

„Es sollen noch mehrere Freiluft-Fitnessplätze am Klopeiner See entstehen“, sagte Daniel Orasche, der Geschäftsführer der Tourismusregion Klopeiner See-Südkärnten. „Der Sport-Beach kann von unseren Gästen und von allen Einheimischen kostenlos genutzt werden. Der Betrieb läuft ganzjährig. Es wird immer wieder Angebote mit unseren Guides geben, die das Training bei Bedarf begleiten“, erklärte Orasche.

Dies ist der wirtschaftlichen Stabilität der Region zuträglich, motiviert aber auch Touristen und Gemeindebürger zu gesundheitsförderndem Sport, da das Fitnessprogramm im Angebot der Aktiv Card Südkärntens inkludiert ist. Daher wurden auch die Kosten von rund 90.000 Euro durch den Tourismusverband und die Gemeinde von St. Kanzian finanziert.

„Wir unterstützen gerne alles, was der Gesundheit unserer Bürger dienlich ist“, so der Bürgermeister Thomas Krainz.

Durch den Lockdown aufgrund COVID-19 ist die Beliebtheit dieses Projekts nur noch gestiegen. Viele Menschen vermeiden Gruppensport im Innenbereich und wollen ihr Training nach draußen verlegen. Der Fitnessbeach bietet eine inspirierende, sportliche Umgebung für jeden, weshalb hier auch Eltern mit ihren Kindern gerne zum gemeinsamen Training zusammenkommen.

„In Zeiten der globalen Pandemie setzen allgemein mehr Menschen auf Outdoorsport. Das haben wir auch an der erhöhten Nachfrage anderer Tourismusregionen bemerkt. Das Projekt des Fitness Beach Klopeiner See wird bestimmt noch an vielen ähnlichen Orten realisiert werden“, erzählt Florian Schachner, Geschäftsführer der Barzflex GmbH. Es ist zu erwarten, dass im Laufe der nächsten Jahre noch viele Gemeinden bzw. Kommunen diesen Trend aufgreifen und somit die Gesundheit der Bevölkerung unterstützen werden.

 

 

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