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Internationales Fachmagazin für Spiel-, Sport- und Freizeitanlagen

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15.10.2020 - Ausgabe: 5/2020

Bewegtes Wasserspielerlebnis mit T-Rex, Triceratops & Co.

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©Koenig / Ernst Maier Spielplatzgeräte GmbH

„Der alte Wasserspielplatz war in die Jahre gekommen“, erklärt Wildpark Poing-Chef Josef Festl den Bau der Dinosaurier-Wasserspielanlage. „Zudem brauchten wir ein Wasserspielareal mit einer größeren Kapazität, damit dort mehr Kinder spielen können.“ 

Eine Anlage zu entwickeln, auf der möglichst viele Kinder in Bewegung sind, war die einzige Vorgabe von Josef Festl, dessen Wildpark-Idyll auf 570.000 m² einen immer größer werdenden Besucheransturm erlebt. Ansonsten ließ er Roland Koenig, Produktentwickler des Herstellers Ernst Maier Spielplatzgeräte GmbH, freie Hand bei der thematischen und funktionellen Gestaltung des neuen Wasserspielplatzes. Das Thema dafür war schnell gefunden: „Kinder lieben Dinosaurier und in einen Wildpark passen diese Urzeit-Giganten natürlich bestens“, so Roland Koenig. Aus seiner Handzeichnung heraus entstand ein multifunktionelles Wasserspielareal, das stundenlanges Entdecken, Bewegen, Lernen und Spielen für eine große Anzahl Kinder jeden Alters ermöglicht. Josef Festl gefiel die Idee von einer Kombination aus kreativem Wasserspiel und riesigen Dinosauriern in seinem Wildpark - und so konnten die Planungen beginnen.

Für die Realisierung des Großprojekts wurde ein Team aus Experten der NRT-Landschaftsarchitekten, der Niedermeier Garten- und Landschaftsbau GmbH, der Ernst Maier Spielplatzgeräte GmbH, des Planungsbüros für Energie- und Gebäudetechnik GmbH (PEG),  der X³ Architekten, sowie der Firmen Kölbl und LH-Elektro zusammengestellt. „Das Wasserspielareal im Wildpark Poing ist das bisher anspruchsvollste Wasserspiel-Projekt, das wir in unserer 38-jährigen Firmengeschichte verwirklichen durften“, so Georg Bachmeier, Vertriebsleiter der Ernst Maier Spielplatzgeräte GmbH. 

Auch Markus Türk, der mit seinem Team des Planungsbüros NRT in Marzling die aufwendige Geländegestaltung des Projekts übernahm, bestätigt: „Das war sicherlich eines der schwierigsten Projekte, die wir bisher umsetzen durften.“ 

Das NRT-Team entwickelte für das leicht geneigte und verhältnismäßig kleine Gelände eine Spiellandschaft auf unterschiedlichen Höhen. Dabei wurde überwiegend mit harten Belägen gearbeitet, deren Materialeigenschaften auf eine intensive Nutzung ausgelegt, wasserdicht und damit wasserführend waren. „Bei der Materialauswahl wurde uns durch Herrn Festl freie Hand gelassen“, freut sich Markus Türk. „So konnten wir auf hochwertiges, heimisches Natursteinmaterial zurückgreifen.“ Für die Geländemodellierung wurde daher Naturstein bester Güte aus dem bayerischen Wald verwendet. „Der Spielraum erhält durch die dreidimensionalen Natursteinelemente zusätzlichen Spielwert“, erklärt der Diplom-Landschaftsarchitekt.

Nach mehreren Monaten Planungs- und Bauzeit war es dann Anfang August 2020 soweit, pünktlich zur Hitzewelle mit über 35 °C: Nachdem die freilaufenden Pfaue des Wildparks den Bauzaun schon regelmäßig überwunden hatten, um das neue Areal zu erkunden, konnte der Dinosaurier-Wasserspielplatz nun auch für die kleinen und großen Besucher eröffnet werden. Seither wird dort in direkter Nachbarschaft zu Wildschweinen und Ziegen gespielt, geklettert, geplanscht, gespritzt und erkundet was das Zeug hält. „Die Kinder spielen stundenlang alles durch“, berichtet Wildpark-Chef Josef Festl. „Insbesondere wenn es sehr heiß ist, halten sich extrem viele Kinder dort auf. Leider bringt es die derzeitige Situation mit sich, dass wir dann Personal platzieren müssen, um sicher zu gehen, dass beim Spielen der Corona-bedingt nötige Mindestabstand eingehalten wird.“ 

Eines der Highlights des Wasserspielplatzes ist der von innen bekletterbare, 6,50 Meter hohe Tyrannosaurus Rex. „Vom Boden aus lässt er sich durch verschiedene Wasserpumpen ansteuern, so dass er entweder Wasser spuckt und das Wasserrad in seinen Klauen aktiviert oder aus seinen Nasenlöchern spritzt“, erklärt Roland Koenig. Neben dem T-Rex findet man das Pterosaurier-Drehspritzspiel. Die bunten Flugsaurier lassen sich mit riesigen Wasserspritzen durch Zielen auf die Palmenblätter in Bewegung setzen. Natürlich eignen sich die Wasserspritzen um die Dinosaurier herum auch wunderbar, um andere „Ziele“ anzuspritzen. Dabei lässt sich beobachten, dass nicht nur Kinder bei sommerlichen Temperaturen einen Riesenspaß daran haben, sich gegenseitig nass zu spritzen. Auch viele Mamas, Papas, Omas und Opas können nicht umhin, ihren teils ahnungslosen Familienmitgliedern eine Erfrischung zu verpassen. Die Wasserspritzen werden mit Umschaltpumpen gesteuert, mit denen verschiedene Wasserauslässe aktiviert werden können. 

Gleich neben dem Tyrannosaurus Rex wartet der Triceratops – spätestens hier ist die anfangs angesprochene Badehose ratsam. Durch zwei Pumpen im Kopf des Sauriers werden die Düsen in seinen Rippenbögen gesteuert, die jedem, der sich im Inneren des Triceratops befindet, eine ordentliche Abkühlung verschaffen.

Mit einer weiteren Wasserpumpe steuert man einen Auslass auf dem Stegosaurus an. Über Wasserräder an seinem Kopf fließt das Wasser in die folgenden Rinnen. Zudem bietet der Stegosaurus Kletter- und Rutschmöglichkeiten. 

Das Wasser, das durch die drei Dinosaurier und die Spritzen im oberen Bereich des Wasserspielplatzes abgegeben wird, läuft schließlich in gepflasterten Rinnen in ein Auffangbecken im unteren Bereich des Areals. 

Der untere Spielbereich hält viele Angebote zum Stauen und Umleiten des Wassers bereit. Im Zentrum des Wasserspielplatzes befindet sich ein gepflasterter Ammonit, über dessen Windungen man zu einem Wasserpilz in der Mitte emporklettern kann. Sein stetes, ruhiges Dahinplätschern kann durch eine Wasserpumpe zu einer Fontäne gesteigert werden. Das Wasser fließt über die Windungen wieder in das Auffangbecken ab. „Der Ammonit war für uns in Gestaltung und Bau das schwierigste Element dieses Projekts“, so Landschaftsarchitekt Markus Türk. Schließlich sollten die gepflasterten Windungen schneckenförmig gebogen und gleichmäßig geneigt sein und höhenmäßig so verlaufen, dass ein Einleiten der oben genannten Pflasterrinnen in den Ammoniten und der Auslauf in das Auffangbecken gewährleistet werden. 

Ein weiteres landschaftsarchitektonisches Highlight war für Markus Türk die Gestaltung des Brontosaurus-Hügels, durch den mehrere Kriechröhren führen. Wasserpumpen, Becken, Rinnen auf dem Hügel sowie ein Sandspielbereich laden dort auch die Kleinsten zum ausgiebigen und kreativen Spiel mit Wasser und Sand ein. Wasserrinnen und -becken im vorderen und hinteren Bereich des Hügels bilden den Kopf und den Schwanz des Brontosaurus. Der Hügel ist außerdem mit zwei Forscherhütten verbunden – ein kleines Häuschen und ein großer Rutschenturm aus der Serie Fiasko des Herstellers, auf dem sich die kleinen Entdecker einen Überblick über den neuen Dinosaurier-Wasserspielplatz im Wildpark Poing verschaffen können. Zudem bieten die beiden Türme den Kindern viele Möglichkeiten, ihre motorischen Fähigkeiten durch Klettern und Balancieren zu erproben. 

Für Josef Festl ist der neue Wasserspielplatz ein „Baustein eines großen Mosaiks“. „Das ganze Konzept muss stimmig sein und es muss für jeden etwas dabei sein, auch für Erwachsene“, erklärt der Betreiber des artenreichsten Wildparks Deutschlands. Mit viel Feingefühl entwickelt Josef Festl das Konzept seines Wildparks stetig weiter, bei dem immer das Wohl seiner Tiere im Vordergrund steht. Zu diesem Konzept gehört für ihn auch ein abwechslungsreiches Spielangebot für Kinder jeden Alters. „Die Leute kommen und bleiben den ganzen Tag, um ohne Zeitdruck das Angebot des Wildparks zu nutzen“, so Josef Festl. 

In Kürze dürfen sich Besucher auf einen weiteren Kleinkinderbereich mit vielen Federwippen und Sandspiel-Möglichkeiten freuen. Nach einem Tag im Wildpark Poing dürfte dann wohl beinahe jedes Kind auf der Heimfahrt in einen zufriedenen und wohlverdienten Tiefschlaf fallen.

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