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Internationales Fachmagazin für Spiel-, Sport- und Freizeitanlagen

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03.12.2020 - Ausgabe: 6/2020

Identifikation mit dem Wohnquartier und der Nachbarschaft

Von Petra Löhr (Unternehmenssprecherin gewobau Rüsselsheim)

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© gewobau Rüsselsheim

Über 90 Spielplätze und Kleinstspielplätze unterhält die gewobau Rüsselsheim an ihren Wohnanlagen. Neben der regelmäßigen Pflege und Unterhaltung gehört auch die Neugestaltung zum jährlichen Spielplatzprogramm des kommunalen Wohnungsunternehmens. 100.000 – 150.000 Euro pro Jahr investierte die gewobau in den letzten beiden Jahren für die Neugestaltung von Spielplätzen in ihrem Bestand. Hinzu kommen Investitionen für die Neuanlage von Spielplätzen bei Neubauten.

Dabei geht es nicht nur um Spielgeräte und Sandkästen. „Wir wollen in unseren Liegenschaften einen angenehmen Aufenthalt für alle Mieter*innen schaffen,“ erklärt Geschäftsführer Torsten Regenstein. Deshalb legt die zuständige Abteilung Technischer Service großen Wert auf ein einheitliches Erscheinungsbild, angepasst an die Wohnbebauung vor Ort. In den kreativen Prozess der Spielplatzplanung und -gestaltung fließen zudem Hinweise aus den regelmäßigen Kundenbefragungen der gewobau ein. Das kommunale Wohnungsunternehmen stellt auch hier neben den Anforderungen des Baurechts vor allem die Kunden und die Nutzer in den Mittelpunkt. Ziel ist es, die Außenbereiche so zu gestalten, dass die Bewohner Identifikation und Verbindung zum Wohnumfeld und zur Hausgemeinschaft und Nachbarschaft aufbauen können. 

Gerade die Gestaltungen der Außengelände und Spielplätze in der Brandenburger Straße und am Böllenseeplatz sowie im Horlache Park zeigen dabei die Unternehmensphilosophie der Außengestaltung.

Hier werden moderne Spielgeräte und naturnahe Spiellandschaften ebenso installiert wie angenehme Aufenthaltsräume für Mieter*innen und Besucher*innen.

Der Charakter der meisten gewobau-Spielplätze ist in diesem Sinne nicht rein privat, sondern eigentlich halböffentlich. Die von der Geschäftsführung grundsätzlich gewünschte offene Grundstücksgestaltung will den verträglichen Aufenthalt und ein Treffen von Kindern und Eltern aus dem Nah- und erweiterten Umfeld ermöglichen.

 

Beispiele: Rundweg zum Spielplatz in der Brandenburger Straße 6 – 10

Das Außengelände zwischen den Wohnanlagen Brandenburger Straße 6 – 10 und Hessenring 11 – 19 mit insgesamt 60 Wohnungen, in denen viele Familien wohnen und leben, zeigt ein grundlegendes Merkmal schon beim Betreten des Areals. Ein Kiesweg führt als Rundweg zu einem neuen Spielplatz und weiteren Sitzbänken. Unterschiedliche Pflasterarten am Rundweg und neue kleine Böschungen am Weg, die mit blühenden Sträuchern bepflanzt sind, runden den attraktiven Gesamteindruck ab. Sie bieten künftig einen angenehmen Sichtschutz für die Sitzbänke, „denn jeder hat gerne einen gewissen Rückenschutz auf der Bank“, weiß der Geschäftsführer. „Bei großen Außenanlagen im Neubau haben wir auch externe Planer und Architekten beauftragt, bei den mittleren und kleinen Maßnahmen planen unsere Fachleute im Hause selbst“, betont Regenstein. Dabei haben sie auch die künftige sinnvolle und günstige Bewirtschaftung der Anlagen im Blick. 

 

Naturnaher Spielplatz mit Spielarena am Horlache Park

Die große Spielanlage an den fünf Wohngebäuden mit 76 Wohnungen der Wohnanlage Horlache Park mit vier ganz unterschiedlichen Spiel- und Freizeitbereichen punktet mit ihren Naturmaterialien. Da gibt es die Natursteinarena, Balanciergeräte aus Holz, bunt lackiertem Stahlrohr und Tauen. Kinder, junge Menschen und Familien können dazwischen auf großen Holzschaukeln sitzen; auf Tellerschaukeln ihre Balance testen und es kann nach Herzenslust gerutscht und gespielt werden. Alle Bereiche sind mit Rindenmulch und Kies ausgelegt und reich bepflanzt und liegen, vor dem Autoverkehr gut geschützt, an der Rückseite der weiträumigen Wohnanlage. Die Spielanlage wird auch gerne bei Ausflügen der nahegelegenen städtischen Kindertagesstätte genutzt.

 

Zentral gelegen – Spielplätze in den Stadtteilen

Die Kletterrutschanlage steht immer im Mittelpunkt. Bei den zentralen Hausspielplätzen an der Fuchstanne in der Fürther Straße im Stadtteil Königstädten beispielweise leuchtet für alle Kinder weithin sichtbar die bunte Holzkletteranlage aus Naturholz. Auch dieses Areal ist mit Naturmaterialien rund um den Spielbereich ausgestattet. Am Böllenseeplatz 10-12 und in der Familienwohnanlage Brandenburger Straße 27 bieten die großen Kletterrutschgeräte ebenfalls zentrale Anlaufstellen für die Kinder und Familien. Bei allen gilt auch die zur Hausanlage passende Einbettung mit dazugehörigen Sitzgelegenheiten und Sträuchern und Gehölzen. 

Spielplätze an Wohngebäuden müssen verschiedenen Funktionen erfüllen. „Sie sollen gut erreichbar und für die Eltern und Aufsichtspersonen gut einsehbar sein“, weiß Jochen Meißner, einer von drei Bauleitern des Bereichs Außenanlagen der gewobau Rüsselsheim. Wenn sie aber zu nahe am Haus sind, entsteht auch eine Beeinträchtigung durch lautes Spielen. Das gefällt gerade auch in der Mittagsruhe nicht jeder/m Mitbewohner*in. „Wir bemühen uns daher bei der Auswahl von passenden Standorten für die Spielplatzanlage bis hin zu geeigneten Bepflanzungen auch Schutzzonen für alle Bedürfnisse zu schaffen“, erklärt Meißners Kollege Hartmut Hebling.

„Kinder brauchen aber auch die Möglichkeit, eigene Entdeckungen zu machen und Freiräume zum Spielen zu nutzen“, erklärt Hebling. Die Spielanlage hinter den Wohngebäuden Böllenseeplatz 6 – 8 bietet deshalb zwischen Holztieren und Federspielgeräten Bäume und Sträucher, Kräuter und viele Naturmaterialien und einen tollen Ausblick auf die Mietergärten der Nachbarn.

 

Das Thema Verkehrssicherung und Pflege

„Die gewobau arbeitet beim Thema Wohnumfeld und Spielplätzen mit der Kommune eng zusammen“, betont Geschäftsführer Regenstein. 

In Abstimmung mit der Stadt Rüsselsheim am Main hat das Unternehmen die Gestaltung und Unterhaltung einiger öffentlicher Stadtteilspielplätze übernommen. So wurde der beliebte Spielplatz im Hasengrund an der Schreberstraße durch einen Fachplaner völlig neugestaltet. Die Technische Abteilung Bau der gewobau setzte die Planung um und die Bauleiter des Bereiches Außenanlage der Technischen Abteilung Service sorgen für die Pflege und Unterhaltung. 

Damit übernimmt die gewobau soziale Verantwortung mit dem Erhalt einiger stadtteilbekannter Spielangebote über die eigenen Liegenschaften hinaus: zum Beispiel den recht kostenintensiven Unterhalt einer Seilbahn.

Der Leitsatz dazu lautet: Bewährtes erhalten und Neues gestalten. Ziel ist ein hoher Nutzungsgrad, gute Funktionalität und eine Vernetzung verschiedener Angebote über die Stadtlandschaft hinweg, statt Rückbau aus Kostengründen.

In Zeiten knapper öffentlichen Kassen garantiert die Schaffung eigener großzügiger Spielorte sowie eine ergänzende Übernahme stadtteilprägender öffentlicher Spielbereiche in den Unterhalt durch die gewobau langfristig die Spieltradition in den Stadtteilen und schafft eine besondere Qualität im urbanen Raum.

Das Engagement lohnt sich, was die starke Frequentierung durchgehend beweist. Wichtig ist gerade Eltern und Verwandten dabei auch die Sicherheit auf dem Spielplatz. Die gewobau hat für die Verkehrssicherheit, dazu zählen auch alle rund 90 Spielplätze, einen eigenen Mitarbeiter im Einsatz. Er begeht in regelmäßigen Abständen alle Außenanlagen und eben auch die Spielplätze und prüft die Spielgeräte nach den verschiedenen Gesichtspunkten wie Standfestigkeit, Anbringungsmaterialien, Schäden bis hin zum Vandalismus. Auch die technischen Kundenbetreuer der sechs Wohnbezirke mit über 6.400 Wohnungen der gewobau schauen bei ihren täglichen Rundgängen nach dem Rechten und melden Beeinträchtigungen direkt an die Reparaturannahmestelle des Unternehmens. Zusätzlich werden alle Spielplätze der gewobau Rüsselsheim einmal im Jahr durch einen externen Kooperationspartner einer intensiven Prüfung unterzogen.

 „Rund 90.000 – 100.000 Euro für Instandhaltungsarbeiten stehen jährlich für die Spielplätze der gewobau bereit“, erklärt Abteilungsleiter Wolfgang Leitzbach. 

 

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