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Playground@Landscape

Internationales Fachmagazin für Spiel-, Sport- und Freizeitanlagen

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03.12.2020 - Ausgabe: 6/2020

Spielend Wohnen

Photo
© Berliner Seilfabrik GmbH & Co.

Kinder sind gern in Bewegung und an der frischen Luft. Sie entdecken die Welt und entwickeln sich kontinuierlich sozial und körperlich weiter. Fred Rogers, Pionier des amerikanischen Kinderfernsehens, sagte einmal: „Oft wird vom Spielen gesprochen, als wäre es eine Pause vom ernsthaften Lernen. Aber für Kinder ist Spielen ernsthaftes Lernen. Spielen ist die Arbeit der Kindheit.“ Einen Lern-Raum dafür bietet ein abwechslungsreicher Spielplatz. Dieser fördert die Fantasie und die Entwicklung der Kinder. So ist es erwiesen, dass sich Kinder oftmals auf Spielplätzen wichtige Fertigkeiten aneignen, die sie bis ins Erwachsenenalter begleiten – sei es auf körperlicher, geistiger oder sozialer Ebene. Aber auch für Erwachsene kann ein Spielplatz zum Ort der Begegnung werden, auf dem soziale Kontakte entwickelt und gepflegt werden. Hier kann man nach der Arbeit gemeinsam mit der Familie oder Freunden und Nachbarn entspannen und den Tag in Gesellschaft ausklingen lassen. 

Kein Wunder also, dass immer mehr Wohnungsbaugesellschaften auf attraktive Spielplätze setzen, um das Wohnumfeld insbesondere in urbanen Siedlungsbereichen für Familien mit Kindern attraktiver zu machen. Neben dem Spielwert ist auch die optische Erscheinung eines Spielplatzes relevant für dessen Attraktivität. Durch Design und Farbgebung können Spielplätze so gestaltet werden, dass atmosphärische und qualitätsvolle Freiräume entstehen. 

 

Düsseldorfs neues Stadtquartier „Grafental“ 

Genau das ist auch die Vision des Landschaftsarchitekturbüros Greenbox, das für die Gestaltung des Spielplatzes in einer Wohnanlage in Düsseldorf verantwortlich war. Greenbox plant starke und nachhaltige Konzepte, die auf die jeweiligen Bedürfnisse der Menschen und die Umgebung abgestimmt sind. Dabei legen die Landschaftsarchitekten großen Wert auf eine ganzheitliche Betrachtung von Architektur und Landschaft.

Düsseldorfs Stadtquartier „Grafental“ gilt als grüne Oase. Die vielen privaten und gemeinschaftlich nutzbaren Grünflächen harmonieren mit den umgebenden Wäldern und Parks der Metropole. Große Rasenflächen, Gräserbepflanzungen, schattenspendende Bäume und vielseitige Spielplätze garantieren einen hohen Wohn- und Freizeitwert.

Geradezu anziehend wirkt das in leuchtendem Orange gehaltene Seil der Spielgeräte im „Grafental“. Die spiralförmige Spielskulptur Twist bietet nicht nur anspruchsvollen Kletterspaß für die Kinder des angrenzenden Neubaugebietes, sondern ist auch optisch eine Bereicherung, indem sie mit ihrer organischen Formgebung einen angenehmen Kontrast zu den klaren Kanten der umliegenden Wohngebäude setzt. Darüber hinaus bietet die abstrakt gehaltene Formgebung viel Platz für Fantasie. Die Kinder der Nachbarschaft können immer wieder neue Eingänge nutzen, um das Spielgerät zu erklimmen, erspielen und zu erfahren. Das bietet den Kindern jede Menge Möglichkeiten, eigene Spielideen zu entwickeln und zu verwirklichen.

Die mit dem Twist farblich abgestimmte Arch Swing überzeugt ebenfalls durch elegantes Design und bietet dabei Schaukelspaß für mehrere Kinder gleichzeitig.

 

Gebäudekomplex Leutewitzer Ring in Dresden

Ein weiteres beeindruckendes Beispiel für attraktive Spielplatzgestaltung im Wohnumfeld ist der abwechslungsreiche Spielplatz im Innenhof des Gebäudekomplexes am Leutewitzer Ring in Dresden. Im Zentrum steht dabei das Raumnetzgerät Cosmo, welches durch verschiedene Anbauelemente wie Rutschstange, Einstiegsnetz und zwei Kletterwänden eine spannende Ergänzung erfährt. Hier haben die Kinder die Möglichkeit gemeinsam im dreidimensionalen Raum zu klettern. Das macht nicht nur unheimlich viel Spaß, sondern schult in besonderem Maße das dreidimensionale Vorstellungsvermögen. Gleichzeitig werden beim gemeinsamen Spiel im Netz wichtige Erfahrungen hinsichtlich des Sozialverhaltens gemacht, indem die Kinder hier miteinander agieren können und sich beim Klettern auch mal gegenseitig helfen.

Ein weiteres Highlight dieses Spielplatzes stellt die Kombination zweier Spielhäuser dar, die speziell auf die Bedürfnisse von Kleinkindern ausgerichtet sind. Die Matschtische im unteren Bereich des größeren Spielhauses laden zu Rollenspielen ein, in deren Rahmen Sprache und soziale Kompetenzen auf spielerische Weise gefördert werden. Eine Aufstiegsrampe macht es möglich, dass der obere Bereich des kleineren Hauses auch krabbelnd erreicht werden kann, bevor es über die Netzbrücke in das größere der beiden Häuser geht. Hinunter führt eine kleinkindgerechte Rutsche. Rutschen ist eine Bewegungsform, die sich positiv auf die räumliche Wahrnehmung auswirkt und das Gleichgewichtsgefühl sowie die Koordinationsfähigkeiten der Kleinen verbessert. Der sich drehende Spielpunkt Picadilly Circle rundet den Spielplatz ab. Die Spielgeräte stammen alle aus dem Hause des Herstellers Berliner Seilfabrik.

„Nachdem der einst in den 1980er Jahren gebaute Spielplatz in den 90ern zurückgebaut worden war, sollte nun wieder zur Aufwertung des Wohnumfelds etwas Neues entstehen“, so die für die Planung verantwortliche IGC Ingenieurgemeinschaft Cossebaude GmbH. „Der umfangreich gestaltete, gebäudenahe Spiel- und Freizeitbereich ist so konzipiert worden, dass er für verschiedene Altersgruppen etwas zu bieten hat. Er ist gleichzeitig Spielplatz, Fitnessstrecke und Treffpunkt für die Nachbarschaft.”

 

Kräutersiedlung in Dresden

Die Kräutersiedlung befindet sich am westlichen Stadtrand von Dresden. Eine exponierte Lage am Gorbitzer Hang ermöglicht den Bewohnern einen herrlichen Blick über die Stadt und auf die Dresdner Elbhänge. Um die Attraktivität dieses ehemaligen typischen Plattenbau-Wohngebietes zu verbessern und sich den gestiegenen Forderungen des Dresdner Wohnungsmarktes zu stellen, hat die Eisenbahner-Wohnungsbaugenossenschaft Dresden eG hier ein beispielgebendes Pilotprojekt zur aufwertenden Umgestaltung der Häuser, Wohnungen und des Wohnumfeldes im Rahmen des Stadtumbauprogramms verwirklicht.

Die Kräuterterrassen - Architektur trifft Natur. In Bezug auf den Faktor „Heutiges Wohnen“ bedeutet das: Beim Spielplatz in der Kräutersiedlung, wo insgesamt 184 moderne Wohnungen im Rahmen genossenschaftlichen Wohnungsbaus entstanden sind, hat sich die Ingenieurgemeinschaft Cossebau ebenfalls für Spielgeräte aus dem Hause der Berliner Seilfabrik entschieden. 

Bunt wie Blumen leuchtet die Kombination aus pinken Rohren, weißen Kugeln und der in grün gehaltenen Fassadenelemente der Baumhäuser Trii auf dem Spielplatz der Kräuterterrassen. Insgesamt drei der Spielhäuser mit unterschiedlichen Höhen wurden hier installiert, wobei die niedrigeren beiden durch eine Netzbrücke miteinander verbunden und mit den Anbauelementen Rutsche, Aufstiegsnetz und Leiter ausgestattet sind. Das Hohe Baumhaus besticht durch einen spannenden Netzaufstieg, der das Spielgerät auch für ältere Kinder attraktiv macht. Oben angekommen bietet das Spielhaus Raum zum gemeinsamen Chillen. „Das Thema dieses Spielplatzes waren die Kräuter und die Natürlichkeit. Eine Integration in den Grünbau war bei der Planung wichtig“, so die Aussage der Landschaftsarchitekten. Durch das blumige Farbdesign sowie die natürliche Anmutung der Bambuspaneele ist dies hier auf imposante Weise gelungen.

 

Fazit

Alle drei Projekte zeigen eindrucksvoll, wie ein Wohnumfeld durch abwechslungsreiche Spielplatzgestaltung aufgewertet werden kann. Hier können sich die Kinder der umliegenden Nachbarschaft nach Herzenslust austoben oder wie Fred Rogers sagen würde: „Ihrer Arbeit nachgehen.“

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