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Internationales Fachmagazin für Spiel-, Sport- und Freizeitanlagen

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19.04.2022 - Ausgabe: 2/2022

Spielen und Bewegen in der Parkanlage Rehrstieg – ein Loop verbindet

Von Ute Hertling (Hahn Hertling von Hantelmann Landschaftsarchitekten GmbH BDLA)

Photo
© Daniel Wimmer


Die Parkanlage Rehrstieg umfasst eine Gesamtfläche von 18.300 m². In der Bestandssituation weist der Park drei Bereiche mit unterschiedlichen Nutzungsschwerpunkten auf: die südlich gelegene Skateranlage mit Jugendcafé, den mittleren Parkbereich mit modellierten Rasenflächen und frei angeordneten Spielgeräten, sowie den nördlich gelegenen Spielplatzbereich mit Sandspielflächen und Platzbereich rund um das Spielhaus.

In der Neugestaltung sind die Teilbereiche zum Teil ausgebaut bzw. neu angelegt worden. Große Bereiche des Parks sind im Bestand erhalten geblieben. Als Hauptgestaltungselement ist ein Spielloop ausgebildet worden, als ein farbig gestalteter Spielweg, der alle Bereiche in dem Park miteinander verbindet. Der Spielweg ist modelliert und lädt zum Berollen und Befahren ein.

 

Skateanlage

Wall-Ride, Wave-Kicker und Speed-Bump: der Hamburger Süden entwickelt sich zum Mekka von Skateboard-Fahrern aus ganz Hamburg.

Verwirklicht wird die Bahn von den Experten von Minus Ramps, einem Unternehmen, das europaweit entsprechende Anlagen baut. Für die südliche Fläche am Jugendcafé wurden die Entwurfsideen von Skate Island, einer Initiative von Jugendlichen Skatern aus Neuwiedenthal, zu einer Streetskateranlage weiterentwickelt. 

Die Skateranlage ist aus Ortbeton mit unterschiedlichen Höhenniveaus und Rampen ausgebildet worden. Rasenböschungen fangen die hohen Elemente ab, im Süden sind die Böschungen mit extensiven Pflanzungen begrünt.

In der Mitte der Skateranlage ist als zentraler Treffpunkt eine grüne Insel ausgebildet. Drei Wege leiten zwischen den begrünten Böschungen auf die höher gelegene Plattform. Hier lädt ein großes Sitzpodest unter einem Dach ein, sich auszuruhen und das Geschehen auf der Anlage zu beobachten. Die Wege wurden aus Ortbeton mit z.T. Besenstrich ausgebildet, um das Skaten im oberen Teil des Hügels gering zu halten. Farbliche Akzente zwischen betongrau und anthrazit eingefärbtem Beton lockern die Fläche optisch auf und betonen wichtige Elemente der Anlage.

Finanziert ist die gesamte Maßnahme mit Fördermitteln des Rahmenprogramms Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE) sowie Mitteln des Bezirksamtes Harburg und der gemeinnützigen SAGA GWG Stiftung Nachbarschaft.

Vor dem Jugendcafé ist eine platzartige Situation entstanden, die auch für Veranstaltungen genutzt werden kann. 

 

Geest-Marsch-Landschaft

In der nordöstlichen Ecke der Anlage ist ein Bolzplatz für Fuß- und Basketballspiel realisiert worden. Der bestehende Asphalt, sowie Teile des Ballfangzaunes blieben erhalten. Neue Zaunelemente, Tore sowie Spiellinien wurden ergänzt. Eine Sitzstufe im Übergang zur Skateranlage schafft eine tribünenartige Situation zum Beobachten und Verweilen. 

Die zentral gelegene Rasenmodellierung mit frei bespielbaren Rasenflächen sowie vereinzelt angeordnete Spielplatzgeräte wie eine Kletterspinne, zwei Riesenschaukeln, ein Tarzanschwinger und eine Seilbahn charakterisieren die Parkanlage in diesem Teil. 

Die Hügel bieten Ausblicke, stellen Blickbeziehungen zwischen den hohen Spielelementen her und greifen die Formensprache der Geest-Marsch-Landschaft des Ortes auf.

 

Vielfältige Spielangebote

Das Spielhaus für eine aktive Nachmittagsbetreuung von Kita- und Schulkindern im nördlichen Bereich bekam eine neue vorgelagerte Terrasse, die in Teilen von einer Hecke gefasst ist, sowie neu angelegte Oberflächen rund um das Gebäude. Auch Fahrradstellplätze wurden hier ergänzt.
 Der kleine Sandspielbereich mit Wackeltieren wurde zurückgebaut und die nördlich und südlich gelegenen größeren Spielbereiche neu angelegt. Hier wurden generationsübergreifende Angebote geschaffen. Ein Pfad aus Motorikpfadelementen, Trampolinen und Wackellinsen lädt Alt und Jung zum vielfältigen Bewegen ein. 

Der südlich davon gelegene Sandspielbereich ist neu gestaltet worden. Hier entstand als Ergänzung zu den vorhanden Spielgeräten ein Kletter- und Balancierparcours, der auch von Kleinkindern bespielt werden kann. Durch die ergänzten Elemente sind die Spielbereiche hinsichtlich ihrer Altersanforderungen besser differenziert. 

Die Spielgeräte sind in schlichter Holzoptik gestaltet.

Der Zustand der Parkwege wurde in der gesamten Parkanlage als mangelhaft beurteilet.

Neben der Instandsetzung der bestehenden Wegeverbindung mit Pflaster und einer neuen Anbindung vom Attraktor Spielhaus zum Rehrstieg, verbindet der neue Spielloop die drei Parkbereiche stärker miteinander.

Das neue Wegeelement, als ein roter Asphaltloop, bindet die Spielbereiche rund um das Spielhaus an, führt über die großzügige Spielwiese, leitet weiter zwischen den Rasenhügeln und schließlich über die neue Streetskateranlage. 

Eine kleine, vom Spielhaus gut einsehbare Runde wird für das Befahren mit Bobbycars und weiteren Fahrzeugen für jüngere Kinder des Spielhauses ausgebildet. Ältere Kinder können mit Rollern oder zu Fuß die große Runde der Parkanlage erkunden. Farbliche Markierungen kennzeichnen Kreuzungspunkte der Wege und animieren beispielsweise zum Slalomfahren und Wettrennen. Zusätzlich erhöhen Bodenwellen den Spiel- und Fahrspaß.

Insgesamt sind sieben neue Bänke in der Parkanlage aufgestellt worden. Vier große ca. fünf Meter lange Bankelemente befinden sich entlang des Loops und sind mit Blick in die Parkanlage ausgerichtet. Drei weitere, ca. drei Meter lange Bänke, sind frei in der Parkanlage angeordnet.

Für gute Blickbeziehungen und eine positive soziale Kontrolle der einzelnen Teilräume des Parks sind die Unterpflanzungen der Bäume großzügig gerodet worden und durch bodendeckende extensive Gräser- und Staudenpflanzungen ersetzt worden. 

 

Weitere Informationen:

Bauherr: Bezirksamt Harburg, Fachamt des öffentlichen Raumes, Abteilung Stadtgrün

Ansprechpartner: Klaus Krollpfeiffer, Katrin Teller

Planung:

Hahn Hertling Hantelmann

Landschaftsarchitekten GmbH BDLA

Gertigstraße 12-14, D-22303 Hamburg

www.hhvh.de

 

Projektdaten:

Baukosten: netto 800.000 Euro

Leistungszeitraum 2014-2018

LP01-09


 

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