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Internationales Fachmagazin für Spiel-, Sport- und Freizeitanlagen

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19.04.2022 - Ausgabe: 2/2022

Die Gartenschau geht. Der Park bleibt.

Von Stefanie Kraus (Landesgartenschau Ingolstadt 2020 GmbH)

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© SCHALLES


Die Landesgartenschau Ingolstadt ging zwar am 3. Oktober 2021 zu Ende, die neuentstandene Parkanlage im Ingolstädter Nordwesten wird die Stadt aber noch über Generationen hinweg bereichern. Ziel der Gartenschau war es, die Wohn- und Lebensqualität im nordwestlichen Stadtteil Ingolstadts aufzuwerten und eine neue Grünanlage für Entspannung und Erholung zu entwerfen – und das ist gelungen. 

Das Konzept, den zweiten Grünring zu stärken, Naherholung zu finden, eine Verbindung zu schaffen und die Artenvielfalt zu fördern, wird durch den 23 Hektar großen Dauerpark langfristig erhalten bleiben. Wo sonst Gewerbe- und Siedlungsbauten vorherrschen, dient die öffentliche Parkanlage als Frischluftschneise und verbessert das Stadtklima für mindestens 25 Jahre. Bevor die Parkanlage im Frühjahr 2022 öffnet, laufen noch die umfangreichen Rückbauarbeiten der temporären Ausstellungsbeiträge. Viele Bereiche, die Besucherinnen und Besucher während der Landesgartenschau begeisterten, bleiben auf Dauer erhalten. 

Das Konzept der Landesgartenschau Ingolstadt 2020, die aber im Jahr 2021 stattgefunden hat, wurde von Därr Landschaftsarchitekten in Halle an der Saale entworfen, die auch für die Spielplatz- und Bewegungsareale verantwortlich waren.

 

Das Spielen bleibt

Die Landesgartenschau Ingolstadt ist eine Gartenschau für alle gewesen – unabhängig von Alter, Herkunft, körperlichen und geistigen Möglichkeiten. Deshalb ist das Gartenschaugelände auch heute barrierefrei und bietet unzählige Attraktionen und außergewöhnliche Spielplätze – jede Menge Spaß und Überraschungen für Groß und Klein sind dabei garantiert.

 

Wassergärten

Vom Süden her erschließt sich das Thema Wasser in Form von Wassergärten, die unter­schiedliche Aspekte des Wassers durch Pflanzen, Tiere, Technik, Kunst und Spiel hervorbringen und nach Erfordernis auch die Reinigungsfunktion für den See übernehmen können. Eine parzellenartige Folge von thematisch und formal differenzierten Wasserflächen, die sich in kaskadenförmiger Staffelung oder durch Stege gegliedert, aneinanderreihen, ermöglichen eine vielfältige Erlebbarkeit des Wassers.

Den Einspeisepunkt am südlichen Ende der Wassergärten bildet ein Wasser­reser­voir, das über einen kammartig geschlitzten Steinblock das aus den Brunnen geförderte Wasser ins erste, ca. 80 cm hochgestellte Becken bringt. Die Wasserfläche liegt als eine Art Tisch vor dem Betrachter.

Eine dem Einspeisepunkt ähnliche kammartige Kaskade übergibt das Wasser an ein nahezu niveaugleich mit dem Weg liegendes Wasserbecken. An der Kaskade kann man die Wasserfläche mit Hilfe von linearen Trittsteinen überqueren. In der folgenden Wasserfläche liegen Dreiecke wie treibende Schollen zwischen straff aufrechtstehenden Wasserpflanzen, so dass ein starker Kontrast zwischen horizontalen und vertikalen Strukturen, zwischen offenen und undurchdringlich dichten Bereichen innerhalb der Wasser­fläche entsteht. Dieser Kontrast wiederum wird durch Nebeldüsen, zeitweise mit einer Art Weichzeichner aus feinen Wassertröpfchen verwischt.

Während im „verwunschenen Garten“ statische Kontraste aus Flächen und pflanzlichen Strukturen das Bild prägen, charakterisiert die Furt die anschließende, offene Wasserfläche. Das Highlight des Wassergartens, welches den Betrachtern die Möglichkeit eröffnet, dem Wasser auf einer weiteren Art und Weise zu begegnen.  Im Übergangsbereich zum Wasserspielplatz befindet sich ein dicht mit Schilf o. ä. bepflanztes Reinigungs- und Filterbecken, das ca. 50 cm über dem Wegeniveau herausragt. In den Pflanzenteppich sind punktuell Nebeldüsen integriert und erzeugen je nach Wetterlage unterschiedliche Bilder.

 

Wasserspielplatz

Für Spiel, Spaß und Action sorgt der über 3.200 m² große Wasserspielplatz. Die Wasserlandschaft hebt sich topografisch aus dem Gelände, ähnlich aufeinanderstoßender, tektonischer Platten heraus. Eine bewegte Spielfläche aus differenzierten Räumen je nach Spielform, Funktion und Altersgruppenzuordnung entsteht. 

Südlich, direkt angrenzend an das bepflanzte Becken zur Wasserregeneration, zeigen sich die „Baumkronen“ des Wasserwaldes als unterschiedliche Sprühwirbel und regnen auf die Besucher nieder. Ein „Blätterdach“ aus Wassertropfen und Wasserschleiern erfrischt Groß und Klein. Für Abkühlung auf dem Boden sorgen bewegliche Düsen. Mal sprühen sie senkrecht, mal drehen sie sich um die eigene Achse oder formen Wasserpilze.

Wer den Verbindungsweg von der See-Café-Terrasse in Richtung Südosten benutzt, kann durch einen Wassertunnel gehen, der von seitlichen Düsen erzeugt wird. 

Für Kleinkinder entstand ein, mit einem Sonnensegel überspanntes Areal mit Rinnen, Stauwehren und Wasserrädern, um den Weg des Wassers zu begleiten und zu beeinflussen, Bewegung und Energie zu erleben. Einen Wasserlauf stauen und leiten, mittels Pumpen ein Wasserrad betreiben, im flachen Wasser planschen oder einfach nur im Sand- und Matschbereich spielen – das können Kinder zwischen einem und drei Jahren hier erleben.

Zentral im Wasserspielplatz bilden bewegliche Strahldüsen die Basis für ausgiebige Wasserschlachten. An Seilen können sich die Angreifer am Hang der östlichen Spielplatzseite hochziehen und die Sprühbastionen erobern. 

Auch an kühleren Tagen ist der Wasserspielplatz ein wirklicher Abenteuerspielplatz. Mit Netzbrücken, Seilgängen, schwingenden Stegen, Wackelplatten und Aussichtskokons fordert die Kletteranlage junge Besucher und Besucherinnen heraus. Die Kletterwand an der nördlichen Grenze des Spielbereiches hin zum See komplementiert das Spielangebot.

Die Spielflächen sind mit farbigem, wasserundurchlässigem EPDM-Belag befestigt. Ausnahme sind die Wege und Gliederungsbänder, die sich analog zum Gesamtkonzept als helle Betonbänder durch die Spiellandschaft ziehen. Der Spielplatz ist über den Weg am Wassertunnel barrierefrei erreichbar. Aufenthaltsbereiche in der Nähe der einzelnen Spielzonen schließen sich mit Sitzgelegenheiten und Schatten spendenden Baumpflanzungen an den Hauptwegen an.

 

Spielhügel

Im Norden des Geländes bildet die Landmark, in Form von zwei mit einem Fußgängersteg verbundenen Hügeln, einen topographischen und gleichzeitig gestal­te­ri­schen Höhepunkt. Herausragend aus den Flächen, die zwischen der Großarchi­tek­tur von Industrie und Verkehr eingebettet sind, gibt der Hochpunkt den Überblick zurück und relativiert den großen Maßstab der umgebenden Strukturen. 

Die Hügel bestimmen den Raum für einen mit allen Sinnen erfahrbaren Spielbereich mit integrativen Spielgeräten, ein Ort des Spielens für alle. Kinder mit und ohne Handicap können hier gemeinsam toben und entspannen. Seile zum Hangeln, Durchklettern und Lümmeln hängen unterhalb des Steges. Ein großes, mit Rollstuhl befahrbares Trampolin und eine hügelig angelegte Spielfläche mit weichem Bodenbelag, welche sich den Hügel hinaufzieht, versprechen für alle, mit und ohne Rollstuhl, großen Spielspaß. Das Areal ist durch Spielgeräte wie ein Kaleidoskop, klingende Zimbelbäume, Röhrenglocke, Zerrspiegel oder Trichtertelefone mit allen Sinnen erfahrbar. Kinder können so spielerisch die verschiedenen Ebenen der Landmark erobern. Das verspricht eine Menge Spaß und Abenteuer. 

 

Apfelbaumwiese

In Mitten umgebender Feldstrukturen bettet sich die Apfelbaumwiese, bestehend aus verschieden Apfelsorten, in die Landschaft ein. Spielskulpturen liegen wie heruntergefallene Äpfel auf der Wiese und bieten Kindern sowie Erwachsenen Möglichkeiten zum Rutschen, Klettern, Liegen und Entspannen. Die Skulpturen haben aufgrund ihrer Form eine belebende und harmonisierende Wirkung für Menschen und Umgebung. Unbespielt sind sie als ästhetisch gestaltete Skulpturen zu erkennen. Kinder sehen darin eine eigene kleine Welt voller Abenteuer zum Entdecken.

Die Spielareale für Jung und Alt sind Aufenthaltsschwerpunkte im Park. Sie ermöglichen die Entwicklung eigener Spielideen und deren Umsetzung. Thematisch stehen sie mit den besonderen Akzenten des jeweiligen Ortes und übergreifend untereinander in Verbindung. Die bewegte Landschaft durch unterschiedliche, kristalline Geländemodellierungen bzw. das Herausheben der Elemente aus der Fläche, spielen dabei eine wesentliche Rolle. 


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