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Playground@Landscape

Internationales Fachmagazin für Spiel-, Sport- und Freizeitanlagen

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03.01.2011 - Ausgabe: 6/2010

Gemeinsam Ausprobieren und aktiven Gestalten

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Spielen - das geht wunderbar am Waldrand des Wiehengebirges im neuen Solepark.
Wasser und kreatives Lernen - Dieses vielseitige Projekt entwickelte sich während der Landesgartenschau an fünf Standorten und wächst zu einer übergreifenden Kunstlandschaft zusammen. Staunen, wundern, Fragen stellen, eigene Theorien entwickeln, Experimente und Versuche durchführen und gar wissenschaftliche Erkenntnisse gewinnen – die „Lernlandschaft Wasser“ setzt dem Forscherdrang keine Grenzen. Die sich ständig verändernde Wasserbaustelle ist mit einer Vielzahl von Gegenständen und Materialien ausgestattet, die zum gemeinsamen Ausprobieren und aktiven Gestalten einladen. Beim Entdecken des nassen Elements werden interessierte Besucher von Umweltpädagogen begleitet.
Ein weiterer Standort des Projektes ist die Wasserlandschaft von „studio kunst und landschaft“. Sie thematisiert ein „Urstromtal“ und bietet Raum für Wasserskulpturen der Bildhauer Frank Jörg Haberland, Jan Koblasa, Jo Key, Boudewijn Payens, Ingo Warnke und Insa Winkler. Die Künstler haben sie speziell für diesen Ort aus dem grünen „Anröchter Dolomit“ geschaffen. Die so genannte „Umweltinsel“ ist ein Teil der Wasserlandschaft und dritter Standort des Projektes. Sie dient als „Atelier unter freiem Himmel“, in dem die Besucher unter Anleitung erfahrener Künstlerinnen und Künstler in kreativer Arbeitsatmosphäre die Themen Wasser, Artenvielfalt, Recycling, Naturerlebnis und Zukunftslandschaft auf ihre ganz persönliche Art interpretieren können. Das Arbeiten in und mit dem Thema Natur wird zum Gegenstand von künstlerischen Experimenten.

Ein richtiger, schöner Spielplatz

Im Schlosspark der Ippenburg haben die Osnabrücker Werkstätten einen „richtigen“ Spielplatz installiert. In den Werkstätten stellen Menschen mit Behinderung unter Anleitung von erfahrenen Fachkräften seit über 25 Jahren unter anderem Spielgeräte her. Für die Fertigung der robusten Produkte kommen kesseldruckimprägnierte Hölzer aus Fichte, Kiefer und Lerche zum Einsatz. Die gewählten Geräte animieren zum Toben, Klettern, Balancieren, Wippen oder auch zu Rollenspielen und eine große Sandfläche zum selbstvergessenen Buddeln.

Das Hüttendorf

Eine Besonderheit ist das Hüttendorf oberhalb des Hallenbades im Solepark unter Bäumen am Waldrand. Der Entwurf des ungewöhnlichen Spielortes von der ARGE LaGa Bad Essen ist durch die Fachwerkarchitektur Bad Essens inspiriert, Umsetzung und Aufbau übernahm der Holzgestalter Bergmann (Kulturinsel Einsiedel) aus Görlitz. Nun wird es täglich aufs Neue von Kindern (und Junggebliebenen) mit Begeisterung bezogen. Mittels Leitern und Rampen erreichen sie die angehobene Dorf- Ebene, auf der die Häuser angebracht sind. Von hier aus geht es mit einer Rutsche auf den weichen Waldboden direkt unter die höchste Buche des Waldrands. Dann läuft man auch gleich wieder hinauf und kann oben durch die Fenster der Häuser bis nach Bad Essen, Richtung Mittellandkanal oder zur Waldbühne spähen - Robin Hood wäre sicher beeindruckt.

Generationenmiteinander: Familienpark

Der Familienpark Bad Essen am Ludwigsweg, direkt neben dem Landesgartenschaugelände, ist ein Projekt des Vereins Kinderwelten Bad Essen e.V. und bietet attraktive Spiel- und Bewegungsangebote für alle Generationen. Als Pendant zum neuen Kurpark der Landesgartenschau am Waldrand des Wiehengebirges ermöglicht er aktive Erholung und Spaß am Spielen und Ausprobieren. Seit 2005 entwickelten engagierte Frauen aus Bad Essen die Idee für einen besonderen Ort, der allen Altersgruppen einen anregenden Erfahrungs- und Entfaltungsraum bieten sollte. Die zahlreichen Angebote sprechen Kinder, Familien und Senioren an, um das Miteinander der Generationen zu fördern und Gemeinschaft zu leben.
Die Kinderwelten Bad Essen e.V. erhielten mit der Vereinsgründung im September 2007 für das Projekt Unterstützung auf breiter Basis in der Bevölkerung. Spenden legten den Grundstock für die Finanzierung des Familienparks. Die Gemeinde Bad Essen und zahlreiche Sponsoren unterstützen die Realisierung des Projektes erheblich. Die Grundidee des Bad Essener Familienparks als Generationen verbindendes Projekt wird darüber hinaus mit Mitteln aus einem europäischen Fonds gefördert.
Begleitend realisierte der Verein mit Hilfe von Bad Essener Geschäftsleuten Spiel- und Erfahrungsstationen im Ortskern. Dazu gehören der Dinosaurier am Bolbec-Platz, die Hüpfpilze am Kirchplatz, fest installierte Spielgeräte vor Bad Essener Geschäften und die Drehscheiben des Erfahrungslabyrinthes in der Lindenstraße. Der Pfad verbindet die verschiedenen Parkanlagen und schafft damit die Grundlage für eine familienfreundliche Gemeinde Bad Essen.


Imma Schmidt, Pressesprecherin Landesgartenschau Bad Essen 2010 GmbH
Fotos: LGS Bad Essen


Heinz-Jürgen Nepke, Landschaftsarchitekt aus Bad Essen, begleitete die Entstehung des Projektes Familienparks: „Als Standort für den Familienpark konnte ein Teil des bestehenden Kurparks mit einer Fläche von ca. 8300 Quadratmeter genutzt werden. Die Höhendifferenz von rund zehn Metern erlaubte, die unterschiedlichen Nutzungsschwerpunkte auf verschiedenen Ebenen anzuordnen. Ein großer Bestandteil des großkronigen Baumbestands aus dem Jahr 1978 wurde in das Spiel- und Bewegungskonzept einbezogen. Für die Auswahl des Spiel- und Bewegungsangebotes galt, dass möglichst mehrere Personen auch unterschiedlicher Altersgruppen es nutzen können. Für die Integration von Menschen mit einem Handicap, Rollstuhlfahrer beispielsweise, wurden spezielle Angebote geschaffen. Die Wahl der Materialien und die sich daraus ergebenden Farbkontraste - es handelt sich um Robinienholz in natürlicher Wuchsform im Gegenüber zu Pfosten und Brettern mit farblicher Gestaltung - soll die Entwicklung ästhetischer Raumwahrnehmung fördern. Der großzügige Parkcharakter kombiniert mit der individuellen Ausgestaltung der Spiel- und Bewegungsangebote lässt eine ganz besondere Atmosphäre entstehen. Der Familienpark, das zeigen schon die ersten Monate, lässt ein durch Freude und Begeisterung geprägtes harmonisches Miteinander wachsen.“
 

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Fortsetzung der Schilderungen zu den weiteren Projektentwicklungen.
(Erster Beitrag erschienen in der Playground and Landscape Ausgabe 4 / 2019).