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Internationales Fachmagazin für Spiel-, Sport- und Freizeitanlagen

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03.01.2011 - Ausgabe: 6/2010

Seltsame Wesen im Kletterwald Hamburg

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„Wir sind sehr glücklich, dass wir dem Stadtteil diesen einzigartigen Spielplatz ermöglichen konnten. Eine vergleichbare Kombination aus kindgerechtem Spaß und toller Kunst gibt es in ganz Hamburg nicht“, freut sich Dr. Jens Eickmeier, Betreiber des Kletterwald Hamburg.

Im Volksdofer Wald in Hamburg sind seit kurzer Zeit seltsame Wesen zu sehen. Sie haben sich dort versammelt um die Waldbesucher zum gemeinsamen spielen, toben und verweilen einzuladen. „Mit dem Waldspielplatz haben wir einen lebendigen Ort geschaffen. Wir haben dort kleine und große Wesen aus Holz angesiedelt die zum Spielen einladen“, sagt Maren Pahnke. Die in Handarbeit gefertigten Wesen ergeben zusammen einen einzigartigen skulpturalen Spielplatz, der ihre jungen Besucher zum phantasievollen und gemeinsamen Spielen anregt. „Dabei spielte das Material Holz eine entscheidende Rolle. Für den Waldspielplatz haben wir ausschließlich Brennholz aus der Region verwendet, sodass keine Bäume für das Projekt geschlagen werden mussten. Das Holz soll in seiner Ursprünglichkeit und einzigartigen Kraft erlebbar sein, deshalb bleibt der Stamm auch als ein Stück erhalten. Eiche eignet sich für unseren Zweck am besten, da dieses Holz häufig eine sehr geschwungene Wuchsform hat, welche wir in der künstlerischen Gestaltung extra hervorheben. In Handarbeit entstehen so skulpturale Spielfiguren, die durch ihre individuellen Züge mehr sind als nur Spielgeräte. Die Wesen haben trotz ihrer Größe in ihrer Ästhetik etwas Vertrautes und Beschützendes. Durch ihre nicht naturalistische Ästhetik können die Wesen mehrdeutige Assoziation hervorrufen, so dass Jung und Alt, Kinder und Eltern unterschiedliche Phantasien entwickeln welche dann ins Spiel integriert werden können. Neben den koordinativen Fähigkeiten soll so vor allem das phantasievolle gemeinsame Spielen von Kindern gefördert werden. Die Spielgeräte und der gesamte Platz geben kein bestimmtes Thema oder Ziel vor, sondern laden zum kreativen und individuellen Umgang mit dem Ort und seinen Wesen ein.“ So Pahnke weiter.

Die Zusammenarbeit des Kletterwalds mit der Künstlergruppe entstand vor gut einem Jahr. Damals hatten FlorianMars bereits beim Dockville ein Festival für Musik und Kunst ähnliche Skulpturen ausgestellt und damit die Besucher begeistert. Inzwischen stehen ihre Figuren auch im Hamburger Gängeviertel. Für die Umsetzung eines Waldspielplatzes waren allerdings zusätzliche Faktoren zu beachten: Vor allem sicher sollten die Gegenstände sein, außerdem legte FlorianMars großen Wert darauf, dass die Figuren die Spielphantasie der Kinder anregen und ihre koordinativen Fähigkeiten fördern. Und auch der Umweltschutz spielt eine Rolle. Für die Figuren wurde nur Holz aus der Region verwendet, das nicht extra für diesen Zweck geschlagen wurde. „Wir haben die Besonderheiten des Holzes mit in die Figuren eingearbeitet, so sind sehr individuelle Skulpturen entstanden“, erklärt Maren Pahnke von FlorianMars. Der einzigartige Spielplatz besteht aus insgesamt 20 Einzelteilen, die zusammengesetzt eine Sandkiste, eine Schaukel, eine Wippe und Balanciermöglichkeiten ergeben.
Der Waldspielplatz befindet sich direkt im Kletterwald Hamburg und kann natürlich kostenlos benutzt werden.

Über den Kletterwald Hamburg

Der Kletterwald Hamburg befindet sich in Volksdorf, im Meiendorfer Weg beim Waldspielplatz, nur 200 Meter von der U-Bahn-Haltestelle „Meiendorfer Weg“ entfernt. Erfrischungen, Snacks und Getränke können im anliegenden Waldkiosk gekauft werden. Der Kletterwald Hamburg wird betrieben von der
INDOO Spielwerk Betriebs GmbH & Co. KG, Dr. Jens Eickmeier und Rolf Schwabe. Geöffnet ist der Kletterwald Hamburg von März bis Oktober täglich von 10 bis 19 Uhr. Mehr Infos gibt es unter www.kletterwald-hamburg.com.


TM
Fotos: Maren Pahnke (FlorianMars)
 

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