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Playground@Landscape

Internationales Fachmagazin für Spiel-, Sport- und Freizeitanlagen

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11.04.2010 - Ausgabe: 1/2010

Spielhölzer symbolisieren Treibhölzer

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„Meine Spielplätze entstehen meist aus einem Gefühl heraus und nicht aufgrund sachlicher Überlegungen. Natürlich sind örtliche Gegebenheiten und funktionale Ansprüche maßgebliche Parameter für landschaftsgestalterische Konzepte. Ein Spielplatz kann sich harmonisch einfügen oder auch einen bewussten Kontrapunkt setzen. Ich nehme die Vorüberlegungen ernst – mir aber auch den Spaß heraus, mit dieser Ernsthaftigkeit zu brechen. Meine Spielplätze sollen eine Geschichte bieten, die nicht nur Kinder interpretieren, sondern die Phantasie aller anregen“. Diplom-Designer Hans-Georg Kellner, Fa. Kellner.Spiel, hat das 500 Quadratmeter große Areal am Life-Style-Hotel Kameha in eine farbige Spielwelt verzaubert. In Pastelltönen ragen bis zu sechs Meter Eichenholzbalken in die Höhe. Bieten Spiel- und Kletteranreize. Regen motorischen Fähigkeiten an und bringen selbst Erwachsene zum Klettern.

Die zentrale Spielidee „Treibhölzer – Spielhölzer“ entstand bei Hans-Georg Kellner nach der ersten Ortsbesichtigung: „Ein Spielplatz ist immer Raum im Raum … im Freiraum, im öffentlichen Raum. Er prägt also die unmittelbare Umgebung mit. Um zwischen diesen Räumen ein gelungenes, weil reizvolles Wechselspiel zu kreieren, setze ich die Landschaft immer zum Spielplatz in Bezug. Die ersten Assoziationen entspringen sehr oft der Wirkung, die die Örtlichkeit selbst auf mich hat. Was liegt hier näher als der Rhein? Ein Fluss, der in seinem Verlauf Dinge vor sich her treibt, Fundstücke anschwemmt, sie auftürmt und wieder abreißt, Hindernisse überwindet, sich gabelt, wieder zusammenfließt, weiter seinen Lauf nimmt.“

Für die Umsetzung dieses Gedankenspiels brauchte es 14 Kubikmeter Eichenholz, 150 Stützfüße aus Edelstahl, 100 Meter Stahlseile, 90 Schrauben, und 25 Liter lösungsmittelfreie Acryllasur in sechs Pastellfarben - und entstanden ist eine Raumstruktur, deren verdichtetes Zentrum – ein Biberbau? – sich zum Rand hin vereinzelt, auflöst und den Hang leicht hinabfließt.

Beim Schaukeln gewinnt der Rheinblick einen besonderen Schwung, die Kletterpartie auf den Balken führt zu eigenen Ansichts- und Aussichtspunkten. Wichtig ist die Vielseitigkeit einer Spielanlage, um altersübergreifend differenziertes Spiel zu ermöglichen.
Kellner sieht den Spielplatz formal eher als Skulptur, die es mit allen Sinnen zu erfassen gilt. Sinnlichkeit bieten, um die Sinne der Kinder anzusprechen. Kletterreize vermitteln, damit Kinder ihre motorischen Fähigkeiten erproben und erweitern. „Es geht mir darum, durch ein gewisses Spielrisiko, das jedes Kind für sich ausloten muss, die Spielfreude zu fördern. Natürlich verlangt das Risiko besondere Verantwortung, weshalb die gesamte Spielanlage sicherheitstechnisch überprüft und entsprechend den geltenden Normen zertifiziert ist“, sagt Kellner.

So spielen zum Beispiel Kinder auf Spielarealen von Hans-Georg Kellner in Ascona, Basel, Berlin, Damnoni auf Kreta, Erfurt, Leipzig, Locarno, Plose in Tirol, Zürich, seit kurzem auf Sylt, demnächst in München und jetzt auch in Bonn.

Daniela Dierker / TM
Fotos: TM 

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