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15.04.2011 - Ausgabe: 2/2011

Bundespräsident eröffnete Kongress „Bewegte Kindheit“

Mit 3.000 Teilnehmern bundesweit größte Veranstaltung zur frühkindlichen Bildung. 180 Workshops, Seminare und Foren.

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Es ist die bundesweit größte Veranstaltung zur frühkindlichen Bildung und wird gemeinsam von der Universität Osnabrück und dem Niedersächsischen Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe) ausgerichtet. In 180 Vorträgen, Seminaren und Workshops wurden neue Erkenntnisse über die Entwicklung, Bildung und Erziehung von Kindern vorgestellt und praktische Anregungen für die Gestaltung einer „bewegten Kindheit“ gegeben. Initiatorin des dreitägigen Kongresses ist die Osnabrücker Sportwissenschaftlerin Prof. Dr. Renate Zimmer.

Bundespräsident Wulff führte in seiner Eröffnungsrede aus: „Bewegung schult die Erfahrung von Freiheit, von Persönlichkeit, von Grenzen, von Gemeinschaft, also Miteinander. Das sind Lebenserfahrungen, die wir alle brauchen, um ganzheitliche, zufriedene, gemeinschaftsfähige, ja glückliche Menschen zu werden. Empathie wird wichtiger denn je.“ Und Wulff unterstrich: „Ich finde es besonders wichtig, dass dieser Kongress unter den Wissenschaftlern und Praktikern den Austausch und Netzwerke fördert. Die Entdeckung der frühen Kindheit als herausragender Abschnitt in der Entwicklung der menschlichen Persönlichkeit bringt neue wichtige Erkenntnisse. Die entscheidende Frage ist: Wie können wir die besten Bedingungen für das Aufwachsen unserer Kinder schaffen? Wir brauchen alle Kinder gut qualifiziert und gefördert. Dazu muss aus guter Wissenschaft gute Praxis werden“, sagte Wulff.

Es ist der erste Besuch des Bundespräsidenten an seiner früheren Alma Mater. Von 1980 bis 1986 studierte Wulff Rechtswissenschaften an der Universität Osnabrück.

Universitätspräsident Prof. Dr.-Ing. Claus Rollinger wertete die Eröffnung des Kongresses durch den Bundespräsidenten als Anerkennung für die in Osnabrück geleistete Arbeit: „Seit mehr als zwei Jahrzehnten wird die Frühkindliche Bildung an der Universität Osnabrück als wichtiges Thema betrachtet, lange bevor sie Hauptthema in der Bildungspolitik und den Medien war.“ Wichtig sei, dass die in der Wissenschaft gewonnenen Erkenntnisse auf schnellstem Wege bei denjenigen ankommen, die täglich mit Kindern arbeiten. Aber auch die Wissenschaft dürfe sich nicht den Erfahrungen aus der Praxis verschließen. „Der Kongress Bewegte Kindheit bietet dafür seit nunmehr 20 Jahren die ideale Plattform, den Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis zu vertiefen“, so der Universitätspräsident.

„Der Kongress zeigt Wege auf, wie durch das Medium Bewegung die soziale Integration und die kognitive, sprachliche, emotionale und soziale Entwicklung der Kinder unterstützt werden kann“, erläuterte Prof. Zimmer, die auch Direktorin des 2007 von der niedersächsischen Landesregierung gegründeten Instituts für frühkindliche Bildung und Entwicklung ist. Insbesondere zu dem bildungspolitisch hochaktuellen Problem der Sprachförderung von Kindern werden neue Forschungsergebnisse präsentiert, die die Effektivität einer bewegungsorientierten Sprachförderung belegen. Ein weiterer Schwerpunkt befasst sich mit den besonderen Bedürfnissen von Jungen in den Bildungsinstitutionen. Die Tagung richtet sich an Erzieher, Lehrer, Sozialpädagogen, Ärzte und Psychologen und ist schon seit Wochen komplett ausgebucht.

Im Eröffnungsvortrag zeigte der international bekannte Neurowissenschaftler Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer (Universitätsklinikum Ulm), dass Bewegung eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung höherer geistiger Leistungen ist.


Fotos: Elena Scholz (Pressestelle Uni Osnabrück)
 

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