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Internationales Fachmagazin für Spiel-, Sport- und Freizeitanlagen

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Der Spielplatz-Pate (Teile 1)

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Um diesem Missstand abzuhelfen, kann ein Spielplatzpate / eine Spielplatzpatin eingesetzt werden, der / die regelmäßige Kontrollbesuche durchführt, die zum Ziel haben, bestehende Mängel und Gefahren zu beseitigen, damit der Spielplatz jederzeit bespielbar ist.

In zahlreichen Städten gibt es bereits Spielplatzpatenschaften. Es existieren unterschiedliche Patenschaftsmodelle. Zum Beispiel übergibt die Gemeinde die ehrenamtliche Betreuung der öffentlichen Spielplätze an Privatpersonen, Vereine, Elterninitiativen, Schulklassen usw., die günstigerweise aus der näheren Umgebung der Spielanlage kommen sollten. In partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit der Gemeinde- bzw. Stadtverwaltung betreuen sie den ihnen anvertrauten Kinderspielplatz. Dort, wo es keine Patenschaftsmodelle gibt, können die Bürger oder Vereine sich an die zuständige Behörde (Jugendamt, Grünflächenamt usw.) bzw. an den Besitzer wenden, um eine Patenschaft anzuregen und Einzelheiten abzuklären.

Der ABA Fachverband Offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist in Nordrhein Westfalen einer der wesentlichen Ansprechpartner in Sachen Spielplatzpatenschaften. Eine Erhebung des ABA Fachverbandes erbrachte im vergangenen Jahr die Erkenntnis, dass sich mittlerweile etwa 3.000 Paten im in den nordrhein-westfälischen Kommunen engagieren. Durch ihre Arbeit leisten sie einen wichtigen Beitrag in der vielfältigen Szene der Kinder- und Jugendarbeit und bereichern die Sparte der Offenen Arbeit mit Kindern auf erfreuliche Weise.
Die besagte Umfrage belegte auch, dass es sich bei diesem ehrenamtlichen Einsatz nicht um eine Konkurrenz zu hauptamtlich beschäftigten Profis handelt. Vielmehr verpflichten sich umso mehr Freiwillige, je höher der finanzielle und personelle Einsatz der Kommunen bzw. freier Träger oder auch Wohnungsgesellschaften ist, den sie flankierend investieren. Besonders ausgeprägt entwickelt sind die Aktivitäten in den Städten Mülheim an der Ruhr und Krefeld, aber auch in kleineren Gemeinden wie Neuenrade und Wadersloh. In Nordrhein-Westfalen ist das Tätigkeitsfeld der Spielplatzpaten im bundesweiten Vergleich vermutlich am stärksten ausgeprägt. Der ABA Fachverband ist – soweit bekannt – die einzige Organisation, die dieses Arbeitsfeld explizit organisiert. Beteiligt sind hier neben den ehrenamtlichen Paten auch die hauptberuflichen Organisatoren der Projekte. So findet beispielsweise seit über zehn Jahren eine jährliche Patenkonferenz statt. Neben weiteren Angeboten – wie Seminaren, Fachtagen und Bildungsreisen – haben die Bemühungen des Verbandes für ein solches freiwilliges Bürgerengagement auch kommunalpolitische Wirkungen in anderen Gegenden Deutschlands. So kann des Öfteren festgestellt werden, dass die fachlichen Grundlagen des ABA Fachverbandes immer wieder in Rats- sowie Ausschussvorlagen in zahlreichen Kommunen auftauchen.

Landeskonferenz für Spielplatzpaten

Seit nunmehr zehn Jahren organisiert der ABA Fachverband Offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ehrenamtliche Spielplatzpaten. Seinerzeit fand die erste NRW-Konferenz für Spielplatzpaten in Dortmund statt. Im letzten Jahr wurde sie am 14. November 2009, im Kulturzentrum „Fabrik Heeder“, in Krefeld durchgeführt. Die Patenkonferenz hat sich inzwischen zu einer festen Institution im Lande entwickelt. Hier treffen Ehrenamtliche regelmäßig auf versierte Referenten und finden die Gelegenheit, ihre Arbeit fachlich weiterzuentwickeln. Integriert war die Veranstaltung in die vom ABA Fachverband organisierten „Tage der Spielplatzpaten NRW 2009“. Diese konnten mit Hilfe einer Förderung des Landes an zehn verschiedenen Orten realisiert werden, ermöglicht durch den „Pakt mit der Jugend NRW“. Der „Pakt“ ist Teil des Kinder- und Jugendförderplanes NRW. Während der Tage der Spielplatzpaten gab es unter anderem Dankeschön-Feste, Ernennungen neuer Paten sowie Fachtagungen.

Auf die vorbildlichen Bemühungen der Stadt Krefeld – auch über ihre Grenzen hinaus – wurde während der Veranstaltung von Prof. Klaus Schäfer vom Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration hingewiesen. Er ist als Abteilungsleiter zuständig für Kinder und Jugendliche und begrüßte die Teilnehmer im Namen des Ministers Armin Laschet. Er betonte, dass bei den Spielplatzpaten auffallend viel „Herzblut“ wahrzunehmen sei. Bestätigung fand bei ihm auch die Erkenntnis des ABA Fachverbandes, es gelinge umso besser, Ehrenamtliche zu gewinnen, je mehr die Träger der Jugendhilfe zuvor in Hauptamtlichkeit investierten. Eine gute Organisation und Betreuung sei das A und O der Arbeit; dieses zahle sich auf jeden Fall aus. Bezüglich der Stadt Krefeld vertrat er die Auffassung, diese sei über ihre Grenzen hinaus dafür bekannt, vorbildlich Weise zu handeln.

Die Stadt Krefeld wurde vertreten durch die stellvertretende Jugendamtsleiterin Gudrun Stangenberg. Einen Fachvortrag gab es schließlich von der Leiterin des dänischen Spielinstituts (Play Institute), Jeanette Fich Jespersen. Das Institut wird von der Fa. Kompan unterhalten. Jeannette Fich Jespersen war eigens aus Dänemark angereist und beeindruckte durch erkenntnisreiche Inhalte. Ebenso stießen ihre lebendige Darstellung sowie ihre persönlichen wie fachlichen Kompetenzen auf große Resonanz bei den Teilnehmern. Das Institut unterhält ein Netzwerk von Fachleuten in ganz Europa. Neben wissenswert en Aspekten zur Spielplatz- und Spielgeräteentwicklung lieferte sie spannende Hinweise zur Situation des Aufwachsens gegenwärtiger Kinder und Jugendlicher. Unter anderem wurde deutlich, wie unerlässlich das Außenspiel für junge Menschen ist.
Abgeschlossen wurde der Fachteil der Veranstaltung durch die Präsentation der Internetplattform „Spielplatztreff“ von Bettina Schilling aus Köln. Sie war vom ABA Fachverband eingeladen worden, nachdem sie in diesem Jahr damit begonnen hat, dieses Internetangebot zu organisieren.

Mit den Tagen der Spielplatzpaten wollte sich der ABA Fachverband bei den zahlreichen Ehrenamtlichen in NRW bedanken. Diese wiederum lobten den Verband für seine Aktivitäten in Sachen Spielplatzpaten in den vergangenen zehn Jahren. Die Arbeit der Paten sei zwischenzeitlich an vielen Stellen intensiver und wichtiger geworden; dies auch durch das fachliche Engagement des ABA Fachverbandes. Der Verband ist über diese positive Rückmeldung hocherfreut.

„Auf der Rückfahrt von Krefeld nach Dortmund und am Montag darauf erhielt ich ausschließlich positive Rückmeldungen zu unserer Landeskonferenz für Spielplatzpaten. Ich möchte den Verantwortlichen gern den Dank „meiner“ Paten zu den diesjährigen Tagen der Spielplatzpaten NRW und zur Konferenz weitergeben. Originaltöne: „Es hat sich gelohnt, dass ich heute dabei war.“ – „Die Tagesordnung der Patenkonferenz war sehr interessant. Die Zeit verging wie im Flug!“ – „Ich werde meinen Spielplatz bei Spielplatztreff.de ins Netz stellen.“ – „Ich habe gespürt, dass Frau Jespersen mit dem Herzen bei ihrer Arbeit ist.“ – „Wann ist die nächste Landeskonferenz in Dortmund?“. Ich möchte auch „Danke!“ sagen für die Organisation vor Ort, für die Power-Point-Präsentation aller Veranstaltungen zum Thema „Tage der Spielplatzpaten“, für die unkomplizierte Abwicklung der Finanzen, für die Bereitstellung und Überbringung der Plakate und Luftballons, die Zusammenarbeit im Rahmen des Dortmunder Festes und für die Interviews – über deren Ergebnisse aus Dortmund ich verlegen geworden bin, die mir aber gleichzeitig zeigen, dass mein Umgang mit den Ehrenamtlichen richtig ist. Ich freue mich auf die nächste Veranstaltung.“ So Lotte Lohse, Jugendamt der Stadt Dortmund, Sprecherin der NRW-Spielplatzpaten – Schreiben vom 19. November 2009 an den ABA Fachverband.

Weiteres zum Thema „Spielplatzpate“ unter www.aba-fachverband.org


TM / Rainer Deimel

 

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