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Internationales Fachmagazin für Spiel-, Sport- und Freizeitanlagen

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15.10.2015 - Ausgabe: 5/2015

Monumentenplatz Berlin – der Spielplatz

Von Eva-Maria Boemans (TDB Landschaftsarchitektur Thomanek Duquesnoy Boemans Partnerschaft)

Photo

Der Monumentenplatz bildet einen attraktiven Übergang aus dem Stadtraum in das Grün- und Wegenetz der Schöneberger Schleife. Der neue Stadtplatz liegt direkt am Lokdepot des Deutschen Technikmuseums und passt sich in seiner Gestaltung der historischen Nutzung als Bahnfläche an.

Das Motto des Entwurfs orientiert sich an der Geschichte des Ortes, es zitiert Bilder aus der Frühgeschichte der Eisenbahn und des Gütertransportes. Verwendung finden Formen,  Materialien und Farben, die in ihrem Zusammenspiel an die Vergangenheit des Platzes vor dem Lokdepot erinnern.

Der Spielplatz weist in seiner räumlichen Konzeption Bereiche für unterschiedliche Altersgruppen und deren Spielbedürfnisse aus, gleichzeitig ermöglicht er zusammen­hängende Spielabläufe verbunden mit wechselnden Schwierigkeitsgraden. Der südliche Bereich ist primär für kleinere Kinder geplant, die Sandspielfläche wird hier nur durch einzelne kleine Elemente ergänzt. Die größte Fläche wird durch den Kletter-Parcours gestaltet, der durch anspruchsvolle Passagen insbesondere ältere Kinder berücksichtigt. Aufenthalt und Spiel an den Rändern ist für alle Altersgruppen geeignet. 

 

Einzelbereiche

Der Kletter-Parcours kann als Bewegungsabfolge mit stetig steigendem Anspruch an Höhe und motorische Fähigkeiten gesehen werden. Beginnend mit bodennahem und festem Einstieg gelangen die Kinder über eine ansteigende und sich immer weiter auflösende Konstruktion auf den 'Ausblick', eine runde Holzplattform, von der eine Tunnelrutsche oder Strickleitern nach unten führen. Quereinstiege sind an mehreren Stellen möglich.

Der niedrige Einstieg ('Holztransport') markiert durch die Verwendung von Rundhölzern einen massiven und einfachen Kletter-, Sitz- und Balancierbereich. Der folgende Abschnitt ('Steg und Tunnel') löst den festen Holzbelag in eine filigrane Holz-Seilbrücke auf, gleichzeitig ist eine Unterquerung durch eine Tunnelröhre möglich. Auf dem weiteren Weg nach oben gelangt man zu einem Zwischenstopp mit einer kleinen Holzplattform. Hier ist ein weiterer Einstieg über ein Kletternetz vorgesehen. Der nächsthöhere Abschnitt besteht aus einer Kombination von Seilbrücke und darunterliegendem Metallring, der als drehbares Element zum Aufenthalt einlädt. Der höchste Bereich ('Schmaler Grad'), ein schräger Balancierbalken mit seitlicher Seilführung, stellt den anspruchsvollen Abschluss des Aufstieges dar. Hierüber gelangt man zum 'Ausblick', einer runden Holzplattform, von der aus der schnelle Abstieg über Strickleitern oder die Tunnelrutsche möglich ist. Der Bereich unter der Plattform kann ebenfalls zum Klettern genutzt werden.

Eine Kombination aus Reckstangen und einer großen Hängematte bildet ein eigenes Element, das nicht so sehr den spielerischen Wettbewerb, sondern Entspannungsmomente bietet.

Viehtransport: Eine wippende Plattform fördert interaktives Spiel, sie kann von einzelnen aber auch mehreren Kindern im Sitzen oder Stehen gleichzeitig genutzt werden.

Fundstücke: Wie verstreut liegen Elemente im Sand, die aus dem Repertoire des Gütertransport entlehnt wurden. Holzbalken, Holzfässer, Metallröhren, Kuhsilhouetten. All diese Gegenstände können individuell spielerisch genutzt werden und geben dem Spielplatz ein unverwechselbares Gesicht.

 

Material und Herstellung

Der Kletter-Parcours ist eine Edelstahl-Holz-Konstruktion, pulverbeschichtet, Länge (ohne Rutschbahn) gesamt: 9 Meter, Höhe gesamt: von 0 Meter ansteigend auf 6,20 Meter. Hersteller ist die Spiel-Bau GmbH.
 

Einfriedung

Die erforderliche Einfriedung bedeutet nicht nur Abgrenzung, sondern ist Teil des Gesamt­bildes. Aufgrund der exponierten Lage des Spielplatzes im zentralen Bereich des Monumen­tenplatzes ist die sorgfältige Gestaltung des Zaunes hier bedeutsam. Durch die Verwendung eines Stahldrahtnetzes und der damit verbundenen transparenten Optik, wirkt der Spiel­bereich nicht isoliert, sondern bleibt Bestandteil des Gesamtraumes. Die Innenseite der Einfriedung wird partiell durch integrierte einfache Sitz- und Balanciermöglichkeiten in unterschiedlichen Höhen funktional aufgewertet.

 

Foto: Eva-Maria Boemans

 

 

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