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Internationales Fachmagazin für Spiel-, Sport- und Freizeitanlagen

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Sport auf dem Schulhof – Bewegungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche

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Wer sich noch an den Pausenhof seiner Schulzeit zurückerinnert, hat meist kein positives Bild im Kopf. Eine Betonwüste mit ein paar Sitzgelegenheiten, vielleicht waren noch ein Basketballkorb oder eine Tischtennisplatte irgendwo angebracht oder ein Mühlefeld aufgemalt, mehr gab es meist aber auch nicht. Laufen und Rennen war oft verboten, denn die Verletzungsgefahr war zu groß, außerdem hatte der aufsehende Lehrer dann das Gefühl zu wenig Kontrolle über das Geschehen zu haben. Auch wenn viele Erinnerungen weit weg erscheinen – viele Schulhöfe haben sich bis heute nicht sehr verändert. Dabei steht doch die Bewegung der Kinder heute höher im Kurs denn je. Vor allem, wenn Sporthallen und Stadien nur begrenzt für den Schulsport zur Verfügung stehen und dieser womöglich nur eingeschränkt stattfinden kann, ist es von großer Bedeutung, Kindern entsprechende Bewegungs- und Sportmöglichkeit auf dem Schulhof zur Verfügung zu stellen.

Der Hauptgrund für die Bewegungsunfreundlichkeit vieler Pausenhöfe ist natürlich, wie so oft, das fehlende Geld. Sicherlich ist eine schöne und attraktive Schulhofgestaltung nicht ganz günstig, aber  es gibt vielerlei Möglichkeiten Unterstützung zu bekommen. Vorteilhaft ist es vor allen Dingen, wenn der Schulhof neben der Schulzeit – also an Nachmittagen, Wochenenden und in den Ferien – auch auswärtigen Nutzern zur Verfügung steht. Dann ist das Bewegungsareal nämlich nicht nur ein Pausenhof für eine begrenzte Anzahl von Schülern sondern für eine breite Öffentlichkeit. Durch diese Vergrößerung des Nutzerkreises  kann man auch ganz andere Ansprüche stellen. Geeignete Sportflächen können mitunter auch von Sportvereinen genutzt werden – das vergrößert den Nutzerkreis abermals.



Wie sieht der sport- und bewegungsfreundliche Schulhof aus?

Eine attraktive Schulhofgestaltung ist nicht ganz einfach. Wichtig ist, dass es eine Vielzahl von Bewegungsmöglichkeiten für eine Vielzahl von Schülern gibt und dass es altersgerecht gestaltet wird. Ein Kunstrasenfußballkleinspielfeld  ist zwar eine sehr schöne Anschaffung, aber sollte nicht das einzige Element der Schulhofgestaltung sein. Denn dort können nur etwa 20 -30 Schüler gleichzeitig spielen. Für Grundschüler ist ein Spielplatz mit einer Handvoll Schaukeln in Kombination mit einer Wippe auch nicht unbedingt eine gelungene Auswahl, weil auch hier nur eine kleine Zahl von Kindern beschäftigt wird. Es ist wichtig, dass ein Großteil der Schüler in den Pausen die Bewegungsmöglichkeiten nutzen kann und es vor allem die Möglichkeit zur gemeinsamen Aktivität gibt. Fußball ist natürlich eine Lieblingsbeschäftigung für viele Jungen auf dem Schulhof, aber mit einem Spielfeld für Völkerball oder Volleyball bindet man häufig mehr Kinder vor allem auch Mädchen mit ein. Gut geeignet sind auch Konstruktionen zum Klettern und Balancieren, sowie Klimmzugstangen, Barren und Hangelstrecken für die etwas älteren Schüler. Jugendliche Schüler bevorzugen zwar meist eher Sitzgelegenheiten und Rückzugsgebiete auf dem Schulhof, aber mit einem attraktiven Bewegungsangebot kann man wenigstens einige von Ihnen zu etwas mehr Aktivität verleiten.

Laufen, Springen, Rennen und Toben dürfen auf dem Schulhof kein Tabu sein. Um der Verletzungsgefahr vorzubeugen, sollten die Bewegungsareale mit entsprechendem Fallschutz ausgestattet sein. Das gilt ebenso für alle Spiel- und Sportflächen. Es ist von Vorteil, wenn die vorhandenen Sportflächen auf dem Schulhof auch im Sportunterricht eingesetzt werden. Hier können den Schülern nicht nur Nutzungsmöglichkeiten aufgezeigt, sondern ihnen auch wichtige Verhaltensregeln zur Vorbeugung von Verletzungen nahegelegt werden. Sportgeräte wie beispielsweise Bälle sollten den Schülern natürlich optional zur Verfügung stehen.



Welche Sport- und Bewegungsmöglichkeiten sind denn am besten geeignet?

Grundsätzlich gibt es natürlich eine Vielzahl von Optionen für ein breites Sport- und Bewegungsangebot. Zielsetzung sollte vor allem sein, dass die Schüler die Areale in der Pause nutzen können, ohne sich vorher und nachher umziehen zu müssen oder dreckig zu werden. Welche Angebote die Schüler am Liebsten nutzen, sollte man sie am besten direkt selber fragen. Mittlerweile werden bei vielen Schulhofplanungen die Schüler mit ins Boot geholt und sie dürfen bei der Gestaltung mitreden. Diese Vorgehensweise hat nicht nur den Vorteil, dass man sicherstellt, dass die neugeschaffenen Areale auch genutzt werden, sondern auch, dass sie von den Schülern eher respektiert und pfleglich behandelt werden. Wenn man plant, den Schulhof außerhalb der Unterrichtszeiten einer breiteren Masse an Nutzern zur Verfügung zu stellen, sollte man natürlich auch Eltern, Anwohnern, und Sportvereinen die Möglichkeit zur Mitsprache geben.



Beispiele zur Schulhofgestaltung

Schulhofgestaltung ist mittlerweile ein wichtiges Thema , mit dem sich an viele Stellen befasst wird. Neben einem attraktiven Sport- und Bewegungsangebot sind natürlich auch andere Faktoren nicht außer Acht zu lassen: Rückzugsräume, Sitzgelegenheiten, Naturräume, Schulgärten, Bepflanzungen, künstlerische Gestaltung etc. -  ein attraktiver Schulhof bietet optimalerweise von allem etwas. Die deutsche Umwelthilfe hat 2015 gemeinsam mit der Stiftung „Lebendige Stadt“ einen Wettbewerb für Schulhofgestaltung gestartet.  Sie suchten dabei Schulhöfe, die“ schöne, attraktive sowie kinder- und jugendfreundliche Orte sind und damit Vorbildcharakter haben.“ 536 Schulprojekte wurden dabei eingereicht. Die ausgezeichneten Projekte kann man sich mit vielen Fotos auf www.deinschulhof.de anschauen.
Auch der Landessportbund Hessen hat sich dem Thema „Schulhof in Bewegung“ angenommen und veranstaltet dazu in Hessen drei Veranstaltungen, die direkt auf erfolgreich umgestalteten Schulhöfen stattfinden. Am 18. April 2016 in Butzbach, am 19. April in Gernsheim und am 25. April in Neukirchen wird es neben Referaten zum Thema und der Vorstellung des jeweiligen Schulhofes auch eine Besichtigung geben. Anmeldung und Information unter http://landessportbund-hessen.de/bereiche/sportinfrastruktur/veranstaltungen-seminare/schulhofseminare/ .

Bewegungs- und Sportareale sind heute wichtiger denn je. Gerade in den Städten verkommen viele junge wie alte Menschen zu „Couch-Potatoes“. Durch das vielseitige digitale Angebot unserer Zeit, aber auch durch Ganztagsunterricht und umfassende Freizeitgestaltung kommt bei vielen Kindern Sport und Bewegung viel zu kurz. Eine entsprechende Schulhofgestaltung kann da Abhilfe schaffen und den Kindern und Jugendlichen die Freude an Sport und Spiel zurückgeben. Eine Sport- und bewegungsfreundliche, attraktive Schulhofgestaltung sollte sich in Zukunft durchsetzen, so dass der Kasernen- und Gefängnishof-Stil von Pausenhöfen bald endgültig der Vergangenheit angehört.

TT

Foto: Trofil

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