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Playground@Landscape

Internationales Fachmagazin für Spiel-, Sport- und Freizeitanlagen

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11.10.2011 - Ausgabe: 5/2011

Minigolf auf dem Parkhausdach

Neue Perspektiven im Städte- und Landschaftsbau: Architekten haben das Dach als Nutzungsfläche für Spiel- und Freizeitanlagen entdeckt.

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Mit der vorhandenen Dachabdichtung aus Bitumen waren die richtigen Voraussetzungen für die Begrünung und Nutzung gegeben. So entstand in 7 Meter Höhe und auf einer Fläche von rund 5.300 m2 ein Minigolf-Adventure-Park, der sich seit seiner Eröffnung 2007 großer Beliebtheit erfreut.

Knifflige Hindernisse zwischen Hügeln, Felspartien und Höhlen – Adventure Golf heißt die amerikanische Version des hierzulande sehr populären Minigolfs. Der Unterschied zur deutschen Variante ergibt sich weniger aus dem Spiel – auch hier müssen 18 Bahnen absolviert werden – als aus der aufwendigen Gestaltung der Golfanlage. Zudem wird nicht auf Bahnen aus Beton, sondern auf Kunstrasen abgeschlagen. Ähnlich ging auch Landschaftsarchitekt Urban Führes an den Minigolf-Adventure-Park in Zirndorf heran. Mit über 300 Sandsteinfelsen, Bäumen, Sträuchern und weitläufigen Wiesenflächen schuf er eine naturnahe Abenteuerlandschaft, in der die Spielflächen harmonisch eingebettet sind.

Als zentrales Element schlängelt sich ein künstlicher Trockenbachlauf durch den Park, vorbei an den einzelnen Minigolf-Bahnen, die in ihrer Gestaltung die Landschaftselemente wie Wasser, Felsen und Vegetation spielerisch aufnehmen. Für die Gestaltung des Trockenbachlaufs wählte Führes einen gesandeten Gussasphalt, der mit grobem Mainkies abgestreut wurde. Dank des hohen Bitumenanteils ließ sich der Gussasphalt leicht modellieren und bis auf den Millimeter genau einbauen. Denn das Bindemittel Bitumen ist so mit dem Gesteinskörnungsgemisch abgestimmt, dass es im Gebrauchszustand die Hohlräume fast vollständig ausfüllt. Dadurch entsteht beim Heißeinbau ein leichter Volumenüberschuss an Bitumen, der den Gussasphalt gieß- sowie streichfähig macht. Die Golfbahnen bestehen aus speziell bespiel- und begehbarem Kunstrasen, der mit Erhebungen, Steinbrücken, Hochplateaus und Tunnel für abwechslungsreichen Spielspaß sorgt. Verbunden werden sie von einem langen farbigen Asphaltweg. Die Asphaltflächen haben eine Gesamtgröße von 1.000 m2.

Punktlasten vermeiden

Neben der aufwendigen, naturnahen Gestaltung zeichnet sich der Minigolfplatz in Zirndorf durch seine außergewöhnliche Lage aus: Er befindet sich in rund 7 m Höhe auf dem Parkhausdach des angrenzenden Freizeitparks, das an zwei Seiten in den gewachsenen Boden übergeht. Landschaftsarchitekt Führes stellte das vor spezielle Herausforderungen. So konnte die Statik des Dachs lediglich eine zusätzliche Flächenlast von 350 kg/m2 aufnehmen. Die Bäume mussten daher unmittelbar oberhalb der Stützen gepflanzt werden, um Punktlasten in den Feldern zu vermeiden. Darüber hinaus wurde für den Aufbau der Dachbegrünung eine besonders leichte Drän- und Tragschicht aus Schaumglasschotter gewählt. Sie bildet die Unterlage für die Vegetationsschicht. Je nach Bepflanzung – es kamen zahlreiche Gräser, Sträucher und Bäume zum Einsatz – ist sie 15 bis 25 cm dick und bot damit viel Spielraum für die Begrünung und lebendige Gestaltung des Minigolf-Adventure-Parks.
Ein großer Vorteil war, dass das Dach des 1999 gebauten Parkhauses bereits über eine funktionstüchtige Bitumenabdichtung verfügte, die das Bauwerk zuverlässig vor Witterungseinflüssen, insbesondere vor Feuchtigkeit, schützt.
 

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